Die Hammerwurf-Legende Anatoliy Bondarchuk ist tot. Der frühere Olympiasieger hinterlässt ein außergewöhnliches sportliches Erbe.
München – Die Nachricht kam mitten in den Feiertagen und traf die Leichtathletik-Szene ins Mark: Anatoliy Bondarchuk, einer der prägendsten Hammerwerfer der Sportgeschichte, ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Der Europäische Leichtathletikverband bestätigte die traurige Nachricht seines Todes am 23. Dezember 2025.
Sein Name steht untrennbar für historische Weiten, olympische Erfolge und eine Trainerlaufbahn, die Athleten quer über den Globus beeinflusste. Schon Ende der 1960er-Jahre setzte Bondarchuk Maßstäbe. 1969 schleuderte er bei der EM in Athen den Hammer auf 74,68 Meter – ein Weltrekord, der nur Wochen später von ihm selbst übertroffen wurde.
Große Trauer um Olympia-Held Anatoliy Bondarchuk: Er knackte als Erster historischen Meilenstein
Mit für damalige Verhältnisse historischen 75,48 Metern durchbrach er als erster Athlet der Geschichte die 75‑Meter‑Marke. Dieser Pioniertat folgte 1972 der größte Triumph: Olympiagold in München, damals noch für die Sowjetunion. Sein Weltrekord hielt bis 1971, ehe der Deutsche Walter Schmidt mit 76,40 Metern vorbeizog.
Nach Bronze bei den Olympischen Spielen 1976 beendete Bondarchuk seine aktive Karriere und wechselte an die Trainerseite. Seine Arbeit blieb ebenso bedeutend wie seine eigenen sportlichen Erfolge. In der Sowjetunion formte er mit Yuriy Sedykh einen der erfolgreichsten Hammerwerfer der Geschichte – Sedykhs 86,74‑Meter‑Wurf von 1986 gilt bis heute als Weltrekord.
Später arbeitete Bondarchuk auch für Nationalteams in Portugal und Kuwait. Mitte der 2000er-Jahre zog Bondarchuk nach Kanada. Dort betreute er Spitzenathleten wie Kugelstoßer Dylan Armstrong sowie die Hammerwurf-Spezialistin Sultana Frizell. Bondarchuks Einfluss auf die Wurfdisziplinen bleibt weltweit spürbar – seine Methoden und Trainingsphilosophien prägen bis heute Athleten und Trainer. Erst Anfang Dezember trauerte die Sportwelt um Olympia-Legende Hubert Raudaschl. (kus)