Iran-Proteste eskalieren: Geheimdienstbericht enthüllt Chamenei-Plan – wie wahrscheinlich ist eine Flucht?

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Iran-Proteste eskalieren: Geheimdienstbericht enthüllt Chamenei-Plan – wie wahrscheinlich ist eine Flucht?

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Tausende Menschen demonstrieren gegen das Iran-Regime. Berichte über mögliche Fluchtpläne des Ajatollahs Chamenei sorgen für Aufsehen. Die Details sind brisant.

Teheran – Die landesweiten Proteste im Iran haben einen neuen Höhepunkt erreicht; nun geraten Berichte über mögliche Fluchtpläne des Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei an die Öffentlichkeit. In Teheran und anderen Großstädten gehen tausende Menschen auf die Straßen, um gegen die wirtschaftliche Misere und die Staatsführung zu demonstrieren.

Die Proteste im Iran treiben Ajatollah Ali Chamenei in die Enge. © Montage: UGC/AFP Anadolu Agency

Ein Geheimdienstbericht, der der britischen Times zugespielt wurde, enthüllt brisante Details über mögliche Fluchtpläne von Ajatollah Chamenei. Demnach plant der 86-jährige Oberste Führer im Falle einer Eskalation der Iran-Proteste mit einem engen Kreis von bis zu 20 Vertrauten und Familienmitgliedern nach Russland zu fliehen. Der Fluchtplan würde demnach aktiviert werden, sollten die Sicherheitskräfte desertieren oder Befehle verweigern. Doch wie wahrscheinlich ist eine Flucht?

Geheimdienstbericht enthüllt Fluchtpläne des Obersten Iran-Führers: Nimmt Putin Chamenei auf?

Beni Sabti, ein ehemaliger israelischer Geheimdienstmitarbeiter, erklärte gegenüber The Times: „Es gibt keinen anderen Ort für ihn. Chamenei bewundert Putin, und die iranische Kultur ist der russischen ähnlicher.“ Der Fluchtplan orientiert sich demnach am Vorgehen des syrischen Machthabers Bashar al-Assad, der im Dezember 2024 nach Moskau floh, als Oppositionskräfte Damaskus stürmten. Die Vorbereitungen würden bereits laufen.

„Sie haben eine Fluchtroute aus Teheran geplant, sollten sie das Bedürfnis verspüren, zu fliehen“, zitiert die Times eine anonyme Quelle. Dies beinhaltet das „Sammeln von Vermögenswerten, Immobilien im Ausland und Bargeld, um ihre sichere Ausreise zu erleichtern“. Chamenei kontrolliert Reuters-Schätzungen aus dem Jahr 2013 zufolge ein geschätztes Vermögen von 95 Milliarden Dollar, das Berichten zufolge teilweise über die mächtige Organisation Setad verwaltet wird. Die enormen finanziellen Ressourcen könnten nicht nur die Flucht selbst finanzieren, sondern auch ein komfortables Leben im Exil sicherstellen.

Heftige Proteste im Iran: Mindestens 45 getötete Demonstranten

Doch noch wehrt sich das Regime. Als Reaktion auf die eskalierenden Proteste hat das iranische Regime drastische Maßnahmen ergriffen. Unter anderem haben iranische Behörden den Internetzugang für die Bevölkerung abgeschaltet. Diese Maßnahme erinnert an ähnliche Aktionen vor sechs Jahren, als Hunderte Demonstranten bei Protesten getötet wurden.

Präsident Massud Peseschkian versucht, die Unruhen durch angeblich geplante Reformen und Aufrufe zur Zurückhaltung zu deeskalieren. Er kündigte neue Wirtschaftsreformen an und forderte die Sicherheitskräfte öffentlich auf, nicht mit Gewalt gegen Demonstranten vorzugehen. In der Praxis sieht das jedoch anders aus.

Augenzeugen berichten von gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten. In Teheran setzen die Behörden Tränengas gegen vermummte Protestierende ein, während in anderen Städten Fahrzeuge der Sicherheitskräfte in Brand gesetzt wurden. Die in Oslo ansässige Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) berichtet von mindestens 45 getöteten Demonstranten seit Beginn der Proteste.

Iran: „Paranoider“ Ajatollah Chamanei hält an seiner Macht fest

Eine psychologische Einschätzung Chameneis, die von einer westlichen Geheimdienstbehörde erstellt und von The Times eingesehen wurde, beschreibt ihn als „paranoiden“ Anführer. „Einerseits ist er sehr ideologisch motiviert, andererseits ist er pragmatisch in dem, was er sieht: Er sieht taktische Kompromisse für eine langfristig größere Sache. Er ist ein langfristiger Denker“, heißt es in der Einschätzung.

Die gleiche Beurteilung stellt fest, dass Chamenei seit dem zwölftägigen Krieg mit Israel im letzten Jahr „sowohl geistig als auch körperlich schwächer“ geworden ist. Er ist kaum noch in der Öffentlichkeit zu sehen und hat sich insbesondere während der letzten Tage der Proteste nicht gezeigt oder zu Wort gemeldet. Während des Krieges hatte sich Chamenei in einem Bunker verschanzt, um dem Schicksal mehrerer hochrangiger IRGC-Offiziere zu entgehen, was seine „Besessenheit vom Überleben“ weiter verstärkt hat.

Trump, Israel und Exil-Monarch erhöhen Druck auf Chameneis Iran-Regime

Denn nicht nur im Iran wächst der Druck auf Chamenei und das Regime, sondern auch von außen. Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs von Iran, hat zu einer Intensivierung der Proteste aufgerufen. Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu äußerte: „Es ist durchaus möglich, dass wir in einem Moment sind, in dem das iranische Volk sein Schicksal in die eigenen Hände nimmt.“ Auch Erzfeind Israel stellt sich „solidarisch hinter den Kampf des iranischen Volkes“, wie Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betonte.

Chamenei nannte die Demonstranten „dem Land schädliche“ Menschen. Sie richteten Zerstörung an, „nur damit sich der Präsident der Vereinigten Staaten freut“, sagte das Staatsoberhaupt mit Blick auf Donald Trump. Der US-Präsident hatte der iranischen Führung bereits mehrfach mit einem Einschreiten gedroht, sollte die Staatsmacht Demonstranten töten. Ob man sich an einem Sturz des Ajatollahs beteiligen würde, ließ Trump bislang aber offen. (Quellen: The Times, Newsweek, dpa, AFP) (nak)

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