Die Ausfälle im zentralen Mittelfeld des TSV 1860 München bereiten den Löwen Kopfzerbrechen. Dabei stünden gleich mehrere Junglöwen zum Einsatz bereit.
München – Tunay Deniz? Verletzt. Max Christiansen? Verletzt. Thore Jacoben? Gesperrt. Für den Rückrundenauftakt am 17. Januar gegen Rot-Weiss Essen ist vor allem das zentrale Mittelfeld das Sorgenkind der Löwen. Lediglich Philipp Maier steht dem TSV 1860 München als sichere Stütze zur Verfügung. Um den zweiten Platz in der Startelf kämpfen gleich mehrere Spieler, darunter einige Junglöwen.
„Wir müssen eine neue Konstellation finden“, erklärte Trainer Markus Kauczinski im Trainingslager in Belek gegenüber der Presse die Situation. „Ich bin weit davon entfernt zu sagen, wir sind abgeschrieben, weil wir Verletzte haben. Jetzt müssen wir etwas anderes entwickeln, über eine Energie, über andere Momente, wie wir gefährlich werden können oder kein Tor kassieren. Vielleicht reicht es, eins selbst zu schießen.“
Wer ersetzt bei 1860 den gesperrten Thore Jacobsen zum Rückrundenauftakt gegen Rot-Weiss Essen?
Doch wer hat aktuell die besten Karten, Jacobsen im richtungsweisenden Heimspiel gegen Essen zu ersetzen? Samuel Althaus (19) durfte im Dezember sein Profidebüt feiern und wurde auch im letzten Spiel des Jahres 2025 gegen den SC Verl (0:2) im Mittelfeld eingesetzt. Der 1,96 Meter große Mittelfeldspieler, den Kauczinski als „jung und aufstrebend“ bezeichnete, dürfte sich durchaus Hoffnungen auf seinen ersten Startelfeinsatz machen.
Besonders im Fokus steht auch Damjan Dordan. Der 22-jährige zentrale Mittelfeldspieler stand bereits im erweiterten Profikader. Unter Maurizio Jacobacci feierte er 2023 im Toto-Pokal sein Pflichtspieldebüt. Doch Verletzungen bremsten den 1,93-Meter-Hünen in entscheidenden Phasen aus – Drittliga-Minuten sammelte er bislang keine. Kauczinski machte dem Taktgeber der Bayernligamannschaft der Löwen nun Hoffnung: „Damjan macht seine Sache ordentlich. Er ist einer, dem ich zutraue, dass ich ihn reinwerfen kann.“
Mit Loris Husic steht ein weiterer Jungspund in den Startlöchern. Der 17-Jährige gilt als eines der Top-Talente im Löwen-Nachwuchsleistungszentrum und ist der jüngste Spieler im aktuellen Trainingslager. Erst kürzlich bewies er sein Können auf internationaler Bühne: Bei der U17-Weltmeisterschaft erreichte er mit Österreichs Nationalmannschaft das Finale. Ein Startelfeinsatz gegen Essen dürfte aber wohl noch zu früh kommen.
Kauczinski hat noch weitere Möglichkeiten im Hinterkopf, wie er durchblicken ließ. „Max Reinthaler hat das auch schon gemacht. Auch ein anderer Junger aus der Abwehr kann im Mittelfeld mal aushelfen.“ Die Frage für Kauczinski lautet demnach: Jugend forscht oder Erfahrung gegen Essen?
Fallen wichtige Stützen aus, kommt schnell der Wunsch nach Transfers auf. Doch Kauczinski sieht hier Schwierigkeiten, ganz unabhängig davon, ob ein Neuzugang überhaupt finanziell stemmbar wäre. Denn: „Der Neuzugang muss auch erst einmal besser sein. Und er muss ja dann auch erst einmal sofort funktionieren.“
In der Vergangenheit verfielen die Löwen oft genau in solchen Momenten in Aktionismus. Kauczinski scheint jedoch einmal mehr nicht in Panik zu verfallen und schließt Wintertransfers eher aus. „Mein Job ist, das Beste aus dem zu machen, was da ist.“ Auch im Sturm muss der 55-Jährige experimentieren, solange Sigurd Haugen und Florian Niederlechner ausfallen.
Erste Schlüsse wird man sicherlich nach dem einzigen Test im Trainingslager in Belek ziehen können. Am 9. Januar treffen die Löwen auf den schweizerischen Bundesligisten FC Winterthur. Anpfiff der Partie ist um 13 Uhr (MEZ, wir berichten im Live-Ticker). Gespielt werden 3 × 45 Minuten, sodass auch die Junglöwen Zeit bekommen werden, sich weiter in den Fokus des Trainers zu spielen. (mg)