Wetter-Chaos in Kroatien: Urlaubsregionen versinken im Schnee – Reisende sitzen zwölf Stunden im Zug fest

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Wintereinbruch legt Kroatien lahm: Autobahn gesperrt, Zugpassagiere zwölf Stunden gefangen. Meteorologen warnen vor extremen Temperaturen bis minus zehn Grad.

Knin – Extreme Schneefälle haben am Dienstag (6. Januar) weite Teile Kroatiens lahmgelegt und sorgen auch am Mittwoch (7. Januar) für anhaltende Verkehrsprobleme. Die wichtigste Verkehrsverbindung des Landes, die Autobahn A1, musste für alle Fahrzeuggruppen gesperrt werden.

Auch in Zagreb hat es geschneit. © Screenshot/X

In den Bergregionen fielen laut jutarniji.hr bereits über 60 Zentimeter Neuschnee, während selbst in größeren Städten wie Zagreb und Karlovac zwischen 20 und 29 Zentimeter gemessen wurden. In Zagreb sind rund um die Uhr über 400 Teams verschiedener städtischer Dienste im Einsatz, um die etwa 2500 Kilometer Straßen der Hauptstadt von Schnee zu befreien. In Italien wurden aufgrund anhaltender Unwetter die Schulen geschlossen.

Wegen Winter-Chaos: Zwölf-Stunden-Odyssee im Zug – Passagiere zwischen Zagreb und Split gefangen

Der Bahnverkehr zwischen Zagreb und Split kam am Sonntagabend wegen eines schweren Sturms, der zahlreiche Bäume auf die Strecke beförderte, vollständig zum Erliegen. Wie Slobodna Dalmacija berichtet, blieb der Zug 523 um 21:00 Uhr aufgrund eines technischen Defekts im Bahnhof Knin stehen. Ursache war ein geplatztes Fenster im Lokomotivführerstand.

„Wir sind buchstäblich im Zug gefangen, ohne Essen und Trinken. Draußen ist alles vereist und nichts funktioniert“, erzählte eine Passagierin dem Portal 24 Sata. Ein am Morgen eingetroffener Neigezug aus Split konnte die Passagiere nicht übernehmen, da die Strecke als zu gefährlich eingestuft wurde. Erst um 8:21 Uhr am nächsten Tag wurde die Strecke zwischen den Bahnhöfen Kosovo und Knin wieder freigegeben, sodass die Fahrt nach Split fortgesetzt werden konnte. Auch in Österreich kam es kürzlich zu einer Bahn-Panne.

Autobahn A1 teilweise komplett gesperrt – Streufahrzeuge im Dauereinsatz

Die Verkehrslage auf den Straßen war kritisch. Die Autobahn A1 war zeitweise zwischen Sveti Rok und Posedarje aufgrund extremer Witterungsbedingungen vollständig gesperrt. Während Autos eine alternative Route über die Ortschaften Karin, Obrovac und Gračac nutzen konnten, standen Lastwagen mit Anhängern und Sattelzugmaschinen vor einem kompletten Durchfahrtsverbot ohne Ausweichmöglichkeiten.

Mittlerweile ist der Autobahnabschnitt für Personenkraftwagen wieder freigegeben. Aufgrund der niedrigen Temperaturen besteht jedoch weiterhin Glatteisgefahr. Räum- und Streufahrzeuge sind im Dauereinsatz, was den Verkehrsfluss weiter verlangsamt. Lastwagen mit Anhänger, Zugmaschinen mit Sattelanhängern sowie Fahrzeuge ohne Winterausrüstung dürfen nicht passieren. Auch in Deutschland hält das Winterwetter an.

Weitere Schneefälle erwartet – Meteorologen warnen vor gefährlichem Eisregen und Sturmböen

Laut dem kroatischen Wetterdienst DHMZ herrscht an der Adriaküste eine starke bis stürmische Bora mit Böen bis zu 85 Knoten im Velebit-Kanal. Diese Winde können Schneeflocken sogar bis nach Dalmatien tragen und sorgen für Schneeverwehungen, die zusätzliche Verkehrsbehinderungen verursachen.

Besonders gefährlich ist die Wettersituation laut jutarniji.hr in Dalmatien, wo Eisregen droht – ein meteorologisches Phänomen, bei dem sich Regen bei Kontakt mit dem gefrorenen Boden in eine dünne, nahezu unsichtbare Eisschicht verwandelt. Am Donnerstag (8. Januar) werden Temperaturen im zweistelligen Minusbereich sowie orkanartige Windböen von bis zu 130 km/h entlang der Adriaküste erwartet. Die Behörden appellieren dringend an die Bevölkerung, nur bei absoluter Notwendigkeit zu reisen. (Quellen: jutarniji.hr, Slobodna Dalmacija, 24 Sata, DHMZ) (jaka)

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