Überraschendes Einkommen: Baggerfahrerin Aleksandra (34) verdient bis zu 5000 Euro

Als die Finnin Aleksandra Pihlajaniemi vor rund zweieinhalb Jahren erstmals auf dem Fahrersitz eines Baggers saß, hatte sie keinerlei Erfahrung mit Baumaschinen. Den Einstieg wagte sie auf Bitten ihres Vaters, der ein Erdbauunternehmen betreibt. „Ich habe schnell gemerkt, dass das wirklich etwas für mich ist“, sagt sie in der finnischen Tageszeitung „Ilta-Sanomat“.

Lernen durch Praxis statt Ausbildung

Eine formale Ausbildung zur Baumaschinenführerin hat Aleksandra bislang nicht. Wie „Ilta-Sanomat“ berichtet, ist das Arbeiten auf abgeschlossenen Baustellen in Finnland auch ohne spezielle Fahrerlaubnis möglich. „Am Anfang hatte ich vor jeder Bewegung Angst“, sagt sie. Heute fühle sie sich sicher im Umgang mit der Maschine, lerne aber weiterhin täglich dazu.

Bis zu 5000 Euro brutto im Monat als Baggerfahrerin

Ihr Einkommen hängt von den geleisteten Arbeitsstunden ab. Aleksandra arbeitet in Vollzeit auf Stundenbasis und verdient nach eigenen Angaben zwischen 3500 und 5000 Euro brutto im Monat. Laut „Ilta-Sanomat“ schätzt sie besonders die Arbeitszeiten: überwiegend werktags, mit freien Abenden und Wochenenden – etwas, das sie aus früheren Jobs nicht kannte.

Herausfordernd seien vor allem Wetterbedingungen wie Regen oder aufgeweichter Boden sowie das lange Sitzen in der Maschine. Mit Vorurteilen gegenüber Frauen im Beruf werde sie vor allem in sozialen Netzwerken konfrontiert. 

Auf den Baustellen selbst habe sie dagegen fast nur positive Erfahrungen gemacht. „Ich möchte zeigen, dass dieser Beruf für viel mehr Menschen geeignet ist, als viele denken“, sagt sie gegenüber „Ilta-Sanomat“.

Wer in Deutschland wie viel verdient – die größten Gehaltshebel

Das Beispiel der Baggerfahrerin Aleksandra Pihlajaniemi zeigt, wie unterschiedlich Einkommen selbst in handwerklichen Berufen ausfallen können. Eine große Gehaltsauswertung von Kununu in Deutschland macht deutlich, dass nicht allein der konkrete Job über das Monatsgehalt entscheidet, sondern auch Faktoren wie Branche, Berufserfahrung, Wohnort und Geschlecht eine zentrale Rolle spielen.

  • Beruf und Branche entscheiden massiv: Ingenieure und Produktmanager verdienen im Schnitt deutlich mehr als kaufmännische Angestellte oder Sachbearbeiter. Besonders gut zahlen kapitalstarke Branchen wie Chemie, Automobil und Telekommunikation.
  • Erfahrung schlägt fast alles: Mit zunehmenden Berufsjahren steigen die Gehälter spürbar. In vielen qualifizierten Berufen liegen Beschäftigte mit mehr als zehn Jahren Erfahrung fünfstellig über dem Einstiegsniveau.
  • Wohnort als Gehaltsfaktor: München, Frankfurt und Stuttgart zahlen deutlich besser als viele ostdeutsche Städte. Je nach Job können allein regionale Unterschiede über 10.000 Euro im Jahr ausmachen.
  • Gender Pay Gap bleibt Realität: In allen untersuchten Berufen verdienen Männer im Schnitt mehr als Frauen – teils mit Abständen von über 10.000 Euro jährlich, selbst bei vergleichbarer Tätigkeit.