Gia Huynh wanderte 2016 aus Vietnam in die USA aus und sah sich zunächst großen Herausforderungen gegenüber. Sie arbeitete täglich 14 Stunden in Nagelstudios, war zeitweise obdachlos und zog ihren fünf Wochen alten Sohn im Auto groß. Trotz dieser schwierigen Umstände schaffte sie es, ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen, wie sie gegenüber „CNBC“ berichtet.
Nach einer schweren Kindheit und einem holprigen Start in den USA fand Gia ihren Weg
Huynh wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Vietnam auf. Ihre Kindheit war von verschiedenen Formen der Gewalt geprägt: Im Alter von nur vier Jahren war sie häuslicher und sexueller Gewalt ausgesetzt. Zusätzlich wurde sie in der Schule gemobbt, weil sie eine dunkle Hautfarbe hatte. Diese Erfahrungen führten dazu, dass sie die fünfte Klasse nicht abschloss.
Nachdem sie 2016 mit ihrem Mann in die USA gezogen war, hatte sie es in den ersten Jahren in der neuen Heimat sehr schwer. Die Idee für ihr Unternehmen kam ihr im Jahr 2021, als sie auf Social-Media-Videos über Kristall-Süßigkeiten sah und sich an ein Rezept ihrer Großmutter erinnerte. Mit nur 500 Dollar (etwa 427 Euro) für Zutaten begann sie nachts in ihrer Küche zu experimentieren.
Influencer-Post verändert alles: Silky Gem erzielt 3000 Dollar Umsatz an einem Tag und wächst rasant
Anfang 2022 startete sie den Verkauf ihrer Süßigkeiten auf Etsy. Die ersten Monate waren hart, doch ein viraler Post eines Influencers brachte ihr plötzlich 3000 Dollar Umsatz (etwa 2560 Euro) an einem einzigen Tag ein. Von da an wuchs ihr Geschäft rasant. Bereits im ersten Jahr erzielte Silky Gem über 1,8 Millionen US-Dollar (etwa 1,5 Millionen Euro) Umsatz. Bis 2024 stiegen die Einnahmen laut CNBC auf über 9 Millionen US-Dollar (etwa 7,7 Millionen Euro).
„Mein ganzes Leben lang habe ich geglaubt, ich sei wertlos“, sagte sie im Gespräch mit „CNBC“. Heute hat sie nicht nur ein Millionenunternehmen aufgebaut, sondern auch ihre Eltern eingestellt, die nun gemeinsam mit ihr das Geschäft führen.
Unternehmensgründung: Tipps für angehende Selbstständige
Die Selbstständigkeit bietet viele Vorteile, erfordert jedoch auch eine hohe Belastbarkeit und Organisationsfähigkeit. Gründer sollten sich bewusst sein, dass sie für alle Bereiche wie Buchhaltung, Terminplanung und Akquise selbst verantwortlich sind. Gerade in der Anfangsphase sind Arbeitszeiten von über 60 Stunden pro Woche keine Seltenheit.
Rückschläge gehören dazu, doch laut Bundesagentur für Arbeit überstehen zwei von drei Gründungen die ersten fünf Jahre erfolgreich. Entscheidend ist eine realistische Geschäftsidee, die auf eigenen Stärken und Branchenkenntnissen basiert. Experten betonen zudem die Bedeutung eines strukturierten Businessplans, der eine Finanz-, Marketing- und Personalplanung umfasst.
Für die Finanzierung empfiehlt das Bundeswirtschaftsministerium einen Eigenkapitalanteil von mindestens 15 Prozent. Fördermöglichkeiten bieten unter anderem die KfW-Bank und die Arbeitsagentur. Die Wahl der Rechtsform sollte gut überlegt sein: Ein Einzelunternehmen ist zwar einfach zu gründen, es birgt jedoch ein hohes Haftungsrisiko. Versicherungen wie eine Betriebs- oder Produkthaftpflicht sind essenziell. Zudem müssen Selbstständige ihr Gewerbe anmelden und gegebenenfalls Umsatzsteuer abführen.