Rottach-Egern setzt auf „Bike & Ride“: Neue Radständer an Bushaltestellen geplant
Die Gemeinde Rottach-Egern treibt ihr Konzept zur Förderung des Radverkehrs voran. Mit dem Projekt „Bike & Ride“ sollen an mehreren Bushaltestellen neue, einheitliche Fahrradabstellanlagen entstehen, um die Kombination aus Rad und öffentlichem Nahverkehr attraktiver zu machen.
Rottach-Egern – Schon im vergangenen Frühjahr hatten die Rottacher Gemeinderäte beschlossen, ihrem Siegel „Fahrradfreundliche Kommune“ mehr Kontur zu geben. Der Fahrradbeauftragte Christian Stadler hatte dafür das Projekt „Bike & Ride“ ausgearbeitet, es sieht die Verknüpfung von Radfahren und Nutzung des ÖPNV vor.
Konkret sollen einheitliche und mit einem Logo versehene Radabstellanlagen an den Bushaltestellen geschaffen werden. Es hat sich nämlich gezeigt, dass viele ÖPNV-Haltestellen und auch Schulbushaltestellen nicht oder nur unzureichend mit Radabstellanlagen ausgestattet sind. „Der Anschluss des Tegernseer Tals an den MVV wird in den nächsten Jahren das Angebot und die Nutzung des ÖPNV attraktiver machen“, ist Radbeauftragter Stadler überzeugt.
In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats stand die Umsetzung des Projekts auf der Tagesordnung. 120 Abstellplätze sollen in den nächsten zwei Jahren geschaffen werden, um den Bürgern die Möglichkeit zu geben, das Fahrrad bis zur Bushaltestelle zu nutzen und dieses dort auch komfortabel parken zu können.
Realisiert wird das Projekt in drei Abschnitten. In einem ersten Abschnitt werden die Haltestellen an der Weissach, am Rottacher Seeforum und am Rathausneubau versorgt. Profitieren von diesem Projekt werden laut Stadler auch die Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen. „Nach Gesprächen mit Eltern würden mehr Jugendliche das Fahrrad nutzen, wenn eine gute Abstellmöglichkeit vorhanden ist.“
Fest steht jetzt auch, dass der Freistaat Bayern diese Initiative voraussichtlich mit 75 Prozent der Gesamtkosten fördert. Weil dies bisher nicht feststand, fiel es den Gemeinderatsmitgliedern jetzt nicht schwer, eine Investitionssumme von rund 50 000 Euro für die erste Bauphase einstimmig freizugeben. „Eine gute Sache, und wir haben einen Eigenanteil von 10 780 Euro“, lobte Alexandra Wurmser das Projekt. Auch Thomas Tomaschek (Grüne) bezeichnete den staatlichen Fond für das Thema als „beachtlich“.
Zuvor hatte Bürgermeister Christian Köck (CSU) darauf hingewiesen, dass zum einen zu wenig Radständer an den Bushaltestellen vorhanden seien und zum anderen das Erscheinungsbild nicht schön sei. „Wir haben zwar das Qualitätssiegel fahrradfreundliche Kommune erhalten, sollten aber nicht die Hände in den Schoß legen“, fand Köck, der auch von interkommunaler Zusammenarbeit mit der Stadt Tegernsee berichtete. Demnach könne ein Bus künftig auch in der Bucht gegenüber des Reifenhändlers halten, was der Sicherheit dienlich sei.