Oberärztin: So schwierig läuft die Behandlung der Crans-Montana-Opfer in Nürnberg ab

Die Klinik in Mittelfranken hat am Freitag ein Brandopfer aus der Inferno-Nacht von Crans-Montana aufgenommen. Sie verfügt über eines der größten Schwerbrandverletztenzentren Deutschlands. Anke Wanninger, Oberärztin am Zentrum für Schwerbrandverletzte am Südklinikum Nürnberg, erklärte gegenüber der Agentur NEWS5: "Die Besonderheit ist, dass wir zum einen natürlich die entsprechende Ausstattung für die Patienten haben, sodass sie möglichst rasch versorgt werden können. Das ist das eine. Das heißt im Umkehrschluss, dass nicht jede Klinik über dieses Verbrennungsbad verfügt. Die Intensivstationen sind so ausgestattet, dass die Luftfeuchtigkeit und die Raumtemperatur erhöht werden können. […] Und natürlich haben wir entsprechende Hautersatzmaterialien auf Lager, die andere Zentren, die nicht auf die Behandlung solcher Patienten spezialisiert sind, nicht vorrätig haben."

Behandlung von Brandverletzungen ist kompliziert

Nach der Feuer-Tragödie in der Schweiz befinden sich derzeit insgesamt 116 Verletzte in medizinischer Behandlung. Die Behandlung von Brandverletzungen ist kompliziert. Die Oberärztin erklärt den Vorgang: "Der erste Schritt, wenn der Patient in die Klinik kommt, ist das sogenannte Aufnahmebad oder Verbrennungsbad. Dabei werden die verrußten Areale gereinigt, Brandblasen abgetragen und abgestorbene Haut entfernt. Anschließend wird der Patient intensivmedizinisch mitbetreut und mit entsprechenden antiseptischen Verbänden versorgt. Durch unsere Kollegen von der Intensivmedizin. Das ist ein sehr aufwendiger Prozess, weil die Patienten sehr viel Flüssigkeit benötigen."

Oberärztin betont Wichtigkeit von psychologischer Unterstützung für Betroffene und Angehörige

Im zweiten Schritt müssen verbrannte Hautareale, die sich nicht erholen können, entfernt und mit Hautersatzmaterialien versorgt werden. Vorzugsweise durch die eigene Haut des Patienten. Auch die psychische Belastung sei für die Betroffenen hoch. Für den Heilungsprozess brauche man Geduld. Die Oberärztin betont auch die Wichtigkeit von psychologischer Unterstützung für die Patienten und die Angehörigen. Neben Deutschland haben auch Belgien, Frankreich und Italien ihre Hilfe bei der Versorgung der Brandverletzten angeboten.