Die systematischen Schläge gegen die Ölindustrie bringen Putin in Bedrängnis. Seine wichtigste Einnahmequelle steht unter konstantem Beschuss.
Kiew – Flammen lodern über den Öltanks von Samara. Explosionen erschüttern die Raffinerie in Kasan. Was aussieht wie ein Feuerspektakel zum Jahreswechsel, sind weitere gezielte Schläge gegen Russlands Wirtschaft – ukrainische Drohnen treffen systematisch die Lebensadern des Putin-Regimes.
Die Neujahrsnacht wurde zum Schauplatz eines weiteren Angriffs auf Russlands Wirtschaft. Das russische Verteidigungsministerium behauptete, 168 ukrainische Kampfdrohnen abgeschossen zu haben. Anders als die russischen Angriffe auf die ukrainische Stromversorgung, die auf die Demoralisierung der Ukrainer abzielen, gelten die ukrainischen Schläge dem Fundament von Russlands Wirtschaft.
Im Ukraine-Krieg: Strategische Ziele schwächen Russlands Wirtschaft
Die Ölraffinerie in Novokuibyshev bei Samara wurde laut einer Analyse der Kyiv Post von mindestens zehn Explosionen erschüttert, schwarze Rauchsäulen stiegen in den Himmel. Auch über der KazanOrgsintez-Raffinerie, 1.200 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, wurde laut Militarnyi Rauch gemeldet, obwohl es für einen Angriff noch keine offizielle Bestätigung gibt. Die Kyiv Post berichtet von zwei Angriffen in der Nähe. Zusätzlich wurde im Gebiet Kaluga südwestlich von Moskau ein Tanklager getroffen, und die Raffinerie von Ilski in Südrussland wurde Berichten zufolge zum wiederholten Mal attackiert.
Die getroffene Anlage in Samara hat eine „Kapazität von 8,8 Millionen Tonnen Öl pro Jahr und macht sie zu einer der zehn größten Raffinerien in Russland“, erklärt Andrii Kovalenko vom ukrainischen Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation laut Kyiv Independent. Jeder Treffer reduziert die Exportkapazitäten, die Putins Krieg finanzieren.
Die Angriffe sind kein Zufall, sondern Teil einer durchdachten Strategie gegen Russlands Wirtschaft. Seit Ende Juli haben ukrainische Drohnen oder Raketen laut Kiyv Post mindestens 273 Mal größere russische Energieinfrastruktur getroffen. Das Ziel scheint klar: die Finanzierung des Krieges durch Ölexporte zu unterbinden und Russlands Wirtschaft nachhaltig zu schädigen.
Moskau im Visier der ukrainischen Drohnen – Russlands Wirtschaft unter Druck
Selbst Moskau stand unter Beschuss. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin berichtete immer wieder von Drohnen, die im Anflug auf die russische Hauptstadt abgefangen worden seien. Die Angriffe trafen auch Öllagerstätten in der Moskauer Region und störten damit direkt Russlands Wirtschaft im Herzen des Landes.
Das Tatarstan-Verteidigungskommando warnte die Bevölkerung: „Verteidigungsmaßnahmen sind in Kraft, um feindliche Drohnenoperationen zu verhindern, und die Bürger sollten sich von den Fenstern fernhalten.“ Militärexperte Stefan Korshak erklärt die ukrainische Vorgehensweise: „Die ukrainische Strategie, Russlands Strom- und Heiznetz zu zerstören, funktioniert wirklich nur im Winter, aber die Energieindustrie des Kreml ist das ganze Jahr über verwundbar.“ Ukrainische Drohnen können bis zu 2.000 Kilometer in russisches Gebiet vordringen, um Raffinerien, Pumpstationen und Exportterminals zu bombardieren – alles Schlüsselkomponenten von Russlands Wirtschaft. (Quellen: Kyiv Post, DPA, Kyiv Independent, Militarnyi) (cgsc)