Droht Brandenburg die Neuwahl? Was die letzte Umfrage prophezeit

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Die Koalition aus SPD und BSW in Brandenburg ist am Ende. Kommt es jetzt zur Neuwahl? Die letzte Umfrage macht deutlich, wer davon profitieren würde.

Potsdam – Die Koalition von SPD und BSW in Brandenburg ist zerbrochen. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) erklärte die Koalition in Potsdam für beendet. Nach dem Partei- und Fraktionsaustritt mehrerer BSW-Landtagsabgeordneter und einem internen Streit ließ sich die Krise beim Bündnis Sahra Wagenknecht nicht mehr eindämmen.

Dietmar Woidke (SPD, hinten), Ministerpräsident von Brandenburg, und Robert Crumbach, aus dem BSW und der BSW-Fraktion ausgetretener Vize-Ministerpräsident, stehen in der Staatskanzlei von Brandenburg zusammen.
Ministerpräsident ‍Woidke (hinten) kündigte die Koalition in Brandenburg auf. Zugleich nahm die SPD-Fraktion Finanzminister Robert Crumbach (vorn) auf. Die letzte Umfrage sieht die SPD aber nur noch an zweiter Stelle. © Christophe Gateau/dpa

Zugleich schloss Woidke eine mögliche Neuwahl in Brandenburg aus. „Was sollten Neuwahlen denn jetzt bringen?“, sagte der SPD-Ministerpräsident in der Potsdamer Staatskanzlei. „Außer dass wir ein ähnliches Ergebnis haben werden.“ Doch ist das wirklich so? Die letzte Umfrage vom 10. Dezember 2025 lässt jedenfalls anderes vermuten.

Letzte Umfrage vom Dezember 2025: AfD in Brandenburg auf neuem Höchststand

In der Tat hatte die oppositionelle AfD damals einen neuen Höchstwert in der Sonntagsfrage erreicht. Bei der Erhebung des Instituts Infratest dimap im Auftrag des Rundfunks Berlin-Brandenburg kam die AfD auf 35 Prozent. Gegenüber dem vorherigen Brandenburg-Trend vom Juni 2025 gewann sie noch einmal drei Punkte hinzu. Damit konnte sie ihren Vorsprung auf die SPD weiter ausbauen. Die Sozialdemokraten mussten sich mit 22 Prozent begnügen. Das war ein Punkt weniger als noch im Juni 2025. Noch gravierender fällt der Vergleich zur Landtagswahl am 22. September 2024 aus: Mit 30,9 Prozent konnte die SPD damals die AfD (29,2 Prozent) noch einmal hinter sich lassen.

Das BSW verlor im Brandenburg-Trend zwei Punkte und musste sich mit sieben Prozent begnügen. CDU, Die Linke und die Grünen schnitten unverändert ab. Mit diesen Ergebnissen würde eine SPD-CDU-Regierung keine Mehrheit erreichen. Selbst für Dreierkonstellationen aus SPD, CDU und Grünen oder SPD, Linker und Grünen würde es nicht reichen, wie auch ein Blick auf die nachfolgende Tabelle zeigt:

AfD 35 % (+3)
SPD 22 % (-1)
CDU 14 % (=)
Linke 9 % (=)
BSW 7 % (-2)
Grüne 5 % (=)
Sonstige 8 % (=)

Neuwahl in Brandenburg? Schon bei der letzten Umfrage sprach sich fast die Hälfte dafür aus

Aufgrund der letzten Umfrage stellt sich die Frage, ob eine Neuwahl in Brandenburg nicht doch unumgänglich sein wird. AfD-Chefin Alice Weidel hat sich jedenfalls schon eindeutig positioniert: „Das Regierungschaos in Brandenburg kann nur eine logische Konsequenz haben: Sofortige Neuwahlen!“, schrieb sie auf der Online-Plattform X. 

Eventuell sehen das auch die Menschen in Brandenburg so. Schon bei der letzten Umfrage im Dezember 2025 sprachen sich immerhin 47 Prozent der Befragten für eine Neuwahl aus. Zunächst aber könnte es erst einmal zu einem Koalitionswechsel kommen. Nach dem Wechsel von Vize-Ministerpräsident Robert Crumbach vom BSW zur SPD hätte eine gemeinsame Koalition von SPD und CDU eine Mehrheit von einer Stimme. (Quelle: RBB, Infratest dimap, dpa, AFP) (cs)

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