Christina Holländer und Isabella Feneberg starten mit identischer Geschäftsidee. Beide hoffen, dass der Markt für zwei Studios reicht.
Olching – Keramikmalerei wird in Olching künftig großgeschrieben. Am Dreikönigstag, 6. Januar, öffnet das Keramikmalstudio Malzeit erstmals seine Türen und lädt in der Hauptstraße 81 zu einer kreativen Auszeit ein. Inhaberin Christina Holländer leistet mit ihrem Projekt Pionierarbeit. Nicht nur für Olching ist ein solches Studio Neuland, im gesamten Landkreis habe es bislang kein vergleichbares Angebot gegeben, berichtet sie.
Langweilig wird der gelernten Bankkauffrau nach eigenen Worten selten. „Ich häkele auch und nähe Kleider. Ich mag gerne viel selber können“, sagt die 37-Jährige. Auch die Internetseite ihres neuen Studios hat sie selbst gestaltet. Zur Keramikmalerei kam die Estingerin vor rund sechs Jahren. „Das war in Starnberg. Ich habe dann Vasen, Tassen oder Kannen bemalt. Eine Wiederholungstäterin“, erzählt sie lachend. Viele der bemalten Stücke seien als Geschenke entstanden.
Die Idee zur Selbstständigkeit entwickelte sich im Sommer 2025. Holländer suchte früh das Gespräch mit dem Gewerbeverband, Mitte September fand sie schließlich das passende Ladengeschäft. „Ich bin keine, die lange fackelt. Ich bin ein Macher“, sagt sie. Für die Eröffnung am 6. Januar liegen bereits mehr als 50 Anmeldungen vor. „Ich habe die Webseite online genommen und schon hat es Reservierungen gehagelt.“
Bei Kuchen, Sekt und Luftballons ist das Studio an Dreikönig ab 10 Uhr für alle geöffnet, die sich an den Keramikrohlingen ausprobieren möchten. Zu Beginn erhalten die Teilnehmer eine Einführung in die verschiedenen Techniken, anschließend wird gemeinsam die passende Keramik ausgesucht. „Es geht darum, einfach mal den Kopf auszuschalten“, betont Holländer. Perfektion sei dabei nicht das Ziel. „Mit der Keramikmalerei muss man es dann nehmen, wie es ist. Den Imperfektionismus einfach mal zulassen.“ Im Mittelpunkt stünden Entschleunigung, Auszeit und der bewusste Blick weg vom Bildschirm.
Zwischen Punkt und Blubberblasen
Technisch ist nahezu alles erlaubt: gearbeitet wird in Punktetechnik, mit Siebdruckschablonen, freihändig oder mit der sogenannten Blubberblasen-Technik, die einen sanft marmorierten Effekt erzeugt. Auch Farbverläufe, Spritzen oder Tupfen sind möglich. Rund zwei Stunden sollten große wie kleine Besucher einplanen. Anschließend übernimmt Holländer das Glasieren. Nach fünf bis sieben Tagen können die fertigen Stücke abgeholt werden. Die verwendeten Farben sind auswaschbar und ungiftig.
„Das sind Unikate, die man sich selbst gestaltet hat“, sagt Holländer inmitten von Tassen-, Kannen-, Schüssel-, Spardosen-, Vasen- und Eierbecherrohlingen. „Wenn man später seinen Tee daraus trinkt, erinnert man sich gerne daran, was man für eine schöne Zeit hatte.“
Einen Dämpfer gab es dennoch. Vor rund vier Wochen erfuhr Holländer, dass Anfang März in der Hauptstraße 5 ein weiteres Keramikmalstudio eröffnen soll. Auch die künftige Betreiberin von „Pinsel & Ofen“, Isabella Feneberg, zeigte sich überrascht. „Zwei Personen, die zum gleichen Zeitpunkt die gleiche tolle Idee hatten“, sagt die 34-Jährige, die ihr Studio am 1. März eröffnen will. Sie hofft, „dass es für uns beide reicht“.
Von einer Konkurrenzsituation wollen beide nichts wissen. „Vielleicht tut man sich ja irgendwie zusammen“, sagt Holländer, die Feneberg bislang noch nicht persönlich kennt. Feneberg bleibt ebenfalls gelassen: „Vielleicht wird Olching ja zur neuen Keramikhauptstadt“, sagt sie lachend. Die gelernte Übersetzerin beschäftigt sich seit fünf Jahren intensiv mit Keramikmalerei und möchte ihr Hobby nun zum Beruf machen.