Familien im Pendlerort West Malling nahe Tonbridge in England werfen den Behörden "ungleiche Maßstäbe" vor. Laut "Daily Mail" steht seit 2020 ein ehemaliges Feld im Fokus, das für 105.000 Pfund (etwa 120.000 Euro) verkauft wurde und im ausgewiesenen Green Belt liegt. Obwohl die Gegend als ruhige, ländliche Idylle gilt, fühlen sich viele Anwohner seitdem massiv beeinträchtigt.
Illegale Bebauung trotz abgelehnter Planungsgenehmigung
Nachdem ein Antrag für den Bau von zwei Stallungen auf dem Gelände abgelehnt worden war, entstand 2021 dennoch eine Wohnwagensiedlung, mobile Sanitäranlagen, eine Klärgrube und Hundezwinger. Der Gemeinderat von Tonbridge and Malling erließ zwar eine Durchsetzungsanordnung, doch diese wurde erfolgreich angefochten. Ende 2022 folgte eine befristete Genehmigung.
Dauerhafte Genehmigung durch Grey-Belt-Regelung
Am 3. Dezember 2025 wurde die Nutzung schließlich dauerhaft genehmigt – unter Verweis auf den Mangel an Wohnwagenstellplätzen. Das Gelände gilt inzwischen als sogenannter "Grey Belt", was eine lockerere Bebauung erlaubt.
Laut Zoopla könnte ein Teil des Landes nun bis zu 1,4 Millionen Pfund (ca. 1,6 Millionen Euro) wert sein. Anwohner kritisieren, dass aus ehemals geschütztem Grünland ein lukrativer Vermögenswert geworden sei.
Kritik an Planungspolitik und nationalen Vorgaben
Laut "Daily Mail" reiht sich der Fall in weitere ähnliche Konflikte ein, bei denen rückwirkend Genehmigungen erteilt wurden. Neue nationale Vorgaben aus Dezember 2024 verpflichten Kommunen, bei Bedarf auch Green-Belt-Flächen freizugeben.
Trotz 54 Einwänden von Anwohnern sah sich der Gemeinderat laut eigener Aussage aufgrund der neuen Grey-Belt-Planungspolitik außerstande, die Genehmigung rechtlich zu verweigern.