Maximilian Bach verabschiedet sich von der Musikkapelle Eglfing

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Auswärts im Einsatz: Der junge Bach 1989 beim Pressefest in Bonn. © Musikkapelle Eglfing

Der Tautinger leitete über vier Jahrzehnte die Blaskapelle. Ein persönlicher Schicksalsschlag brachte ihn an seine Grenzen.

42 Jahre hat Maximilian Bach (65) die Blaskapelle Eglfing als Dirigent geleitet. Nun ist er beim Cäcilienkonzert offiziell verabschiedet worden. Schon fast 50 Jahren unterrichtet der frühere Leiter der Verwaltungsgemeinschaft Ohlstadt auch Posaune, Bariton- und Tenorhorn. Wir sprachen mit dem Tautinger Bach, verheiratet, vier Kinder, über die Anfänge als erst 23-jähriger Dirigent, über sein Engagement in der Jugendarbeit und den Ruhestand.

Max Bach vor seinem Haus in Tauting
Heimspiel: Maximilian Bach beim Fototermin. © Privat

Erinnern Sie sich noch an den 23. April 1983?

Ja, wir hatten unser Frühjahrskonzert im Gasthaus „Wühr“, im späteren „Village“, in Obereglfing. Es war das Abschiedskonzert meines Vaters, das stand im Mittelpunkt. Erst am Ende wurde verkündet, dass ich sein Nachfolger werde. Ich war der Jüngste in der Kapelle, die meisten Musiker hätten vom Alter her mein Vater sein können. Das war eine große Herausforderung, die Kapelle hatte einen guten Ruf. Aber ich hatte schon Erfahrung gesammelt und damals schon eine kleine Kapelle namens „Heubachtaler“ geleitet.

Der Dirigent leitet die Proben mit seiner Kapelle und steht am Pult bei Konzerten. Was macht ein Dirigent eigentlich sonst noch?

Damit man überhaupt proben kann, muss man Programme zusammenstellen. Außerdem gibt es Registerproben für die einzelnen Instrumentengruppen. Man ist ja auch nicht nur Dirigent, sondern auch Motivator. Man gibt Ziele vor, indem man ein neues Programm für ein Konzert einstudiert. Ich war bekannt dafür, viel Neues einzustudieren und habe entsprechend viele Noten verteilt. Ich hatte auch immer Ersatz dabei, wenn einer der Musiker mal seine Noten vergessen hatte.

Hatten Sie nie die Absicht, ihr Hobby zum Beruf zu machen?

Nein. In vielen Gesprächen mit Berufsmusikern habe ich erfahren, welch hartes Brot das ist. Obendrein war ich gern Beamter. Musik war und ist mein schönstes Hobby. Musik hat die Menschen schon immer verbunden. Das sieht man wunderbar bei den Musikfesten, wenn über 1000 Männer und Frauen miteinander musizieren.

Die Musikkapelle Eglfing hatte stets einen guten Ruf. War es nicht schwierig, in einem so kleinen Dorf mit nicht einmal 1000 Einwohnern regelmäßig gute Musiker zu rekrutieren?

Das ging gut. Als ich angefangen habe als Dirigent, waren viele Ältere in der Kapelle. Die haben darauf geachtet, dass auch ihre Kinder ein Instrument erlernen. Das ist heute noch so, dank der engagierten Eltern im Dorf. Daher ist auch der Zusammenhalt groß, fast alle kommen aus dem Dorf. Auch unser neuer Dirigent Martin Schwab ist so zur Kapelle gekommen.

Wie oft haben Sie in 42 Jahren ans Aufhören gedacht?

Zweimal, besonders 2007, als mein ältester Sohn gestorben ist. Da hat mir Sepp Langenwalder aus Lechbruck sehr geholfen. Er hat die Jugendkapelle Riegsee-Staffelsee übergangsweise übernommen. Andererseits hat mir die Musik auch geholfen, das zu überwinden. Seitdem habe ich eine Vorliebe für Kirchenmusik. Ich habe den Einstieg wieder geschafft.

Sie waren auch ein großer Förderer des Nachwuchses, haben elf Jahren die Jugendkapelle Riegsee-Staffelsee geleitet und Musikunterricht erteilt; kam da die Familie nicht manchmal zu kurz?

Nein, eigentlich nicht. Ich habe schon früh eine kleine Kapelle für Kinder geleitet, eine Art Spielkreis. Und da waren alle meine Kinder dabei, die waren gut versorgt. Das hat meine Frau immer unterstützt. Die Blasmusik hat unser Familienleben geprägt. Alle meine Kinder haben in der Jugendkapelle gespielt und sind heute noch in der Eglfinger Blasmusik aktiv. So haben wir viel Zeit miteinander verbracht.

Wie füllen Sie die freie Zeit nach ihrem Abschied und Ihrem Eintritt in den Ruhestand?

Ich habe den Ruhestand schon lange geplant. Ich habe zwei Enkel; dafür nehme ich mir gerne Zeit und ich erteile ja immer noch Unterricht für Posaune, Bariton und Tenorhorn. Außerdem spiele ich bei der Musikkapelle als Posaunist weiter mit. Und mir bleibt auch noch Zeit für weitere Ziele.