China verurteilt die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA, wie „Reuters“ berichtet. Der chinesische Außenminister Wang Yi sagte bei einem Treffen mit seinem pakistanischen Kollegen in Peking, dass kein Land das Recht habe, sich als „Weltpolizei“ oder „Richter der Welt“ aufzuspielen. Er betonte, dass die Unabhängigkeit und Sicherheit aller Länder respektiert werden müsse.
Bilder von Maduro, der am Samstag gefesselt und mit verbundenen Augen gezeigt wurde, sorgten weltweit für Aufsehen. Der 63-Jährige sitzt derzeit in einem Gefängnis in New York und soll sich am Montag wegen Drogenhandel vor Gericht verantworten.
Chinas Beziehungen zu Venezuela gefährdet
Die Festnahme von Maduro könnte die enge Partnerschaft zwischen China und Venezuela ernsthaft gefährden. Seit fast 50 Jahren arbeiten beide Länder eng zusammen. China hat Venezuela politisch und wirtschaftlich unterstützt, besonders seit die USA 2017 harte Sanktionen gegen das Land verhängt haben.
Venezuela liefert wichtige Rohstoffe wie Öl, während China Milliarden in die venezolanische Wirtschaft investiert hat. Allein im Jahr 2024 importierte China Waren im Wert von 1,6 Milliarden US-Dollar aus Venezuela, vor allem Rohöl, wie der „Business Insider“ berichtet. Auch persönliche Verbindungen bestehen: Maduros Sohn studiert seit Jahren an einer Universität in Peking.
Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Kontrolle über Venezuelas Regierung zu übernehmen, setzt diese Zusammenarbeit unter Druck. Für China ist dies eine direkte Einmischung der USA in die Angelegenheiten eines engen Partners. Solche Maßnahmen könnten nicht nur die Beziehungen zu Venezuela belasten, sondern auch Chinas internationales Ansehen als verlässlicher Partner schwächen.