China sucht neue Freunde in Europa – dieses Land wird für Xi zum Hoffnungsträger

China möchte die wirtschaftliche und handelspolitische Zusammenarbeit mit Irland ausbauen. Das erklärte Präsident Xi Jinping bei einem Treffen mit dem irischen Premierminister Micheal Martin in Peking. Laut der Nachrichtenagentur Reuters erklärte Xi, dass gegenseitiger Respekt und gemeinsame Vorteile wichtige Grundlagen für eine langfristige und stabile Partnerschaft seien. Er sieht eine engere Kooperation mit Irland als Möglichkeit, die Beziehungen zwischen China und der Europäischen Union zu verbessern. 

Angespannte Beziehungen zwischen Peking und Brüssel

Die Beziehungen zwischen China und der EU sind derzeit angespannt. Laut „Reuters“ nutzt Peking daher bilaterale Treffen mit europäischen Ländern, um seine Position gegenüber der EU zu stärken.

Xi forderte, dass beide Seiten langfristig denken und Differenzen objektiv und rational betrachten sollten. Er hoffe, dass Irland eine konstruktive Rolle bei der Entwicklung stabiler China-EU-Beziehungen spielen werde. Besonders wichtig sei dies, da Irland in der zweiten Jahreshälfte die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen werde.

Zusammenarbeit in Schlüsselbereichen

China sieht großes Potenzial in der Zusammenarbeit mit Irland in Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Pharmaindustrie und Tourismus. Xi sprach sich zudem für eine stärkere Abstimmung in internationalen Angelegenheiten aus, um Multilateralismus und globale Gerechtigkeit zu fördern.

Micheal Martin betonte bei seinem Besuch die Bedeutung von offenem Handel und der globalen Vernetzung. „Wir glauben, dass es fundamental ist, auf offenen Handel hinzuarbeiten und die gegenseitige Abhängigkeit der Welt anzuerkennen“, sagte er laut „Reuters“.

Micheal Martin und Xi Jinping in Peking.
Micheal Martin und Xi Jinping in Peking. picture alliance / Xinhua News Agency | Li Xiang

Spannungen durch Handelsstreit

Der Besuch des irischen Premiers erfolgt kurz nach einer Entscheidung Chinas, Zölle auf europäische Milchprodukte einzuführen. Laut „Reuters“ könnten diese Zölle von bis zu 42,7 Prozent als Reaktion auf die EU-Tarife für chinesische Elektrofahrzeuge gesehen werden. Irland ist einer der größten Milchproduzenten Europas und exportiert über 90 Prozent seiner Produkte ins Ausland. Der Wert dieser Exporte liegt bei etwa sechs Milliarden Euro jährlich. Martin äußerte sich nicht direkt zu den Zöllen, betonte jedoch die Bedeutung von Handelsgesprächen.

Abschluss des Besuchs in Shanghai

Micheal Martin ist der erste irische Regierungschef seit 14 Jahren, der China besucht. Nach seinem Aufenthalt in Peking wird er noch nach Shanghai reisen, bevor seine Reise am Donnerstag endet.