Die tasmanischen Behörden versuchen derzeit, eine pinkfarbene Schleimschicht zu identifizieren, die an mehreren Stränden aufgetaucht ist. Wie der "Guardian" berichtet, wächst bei einigen Wissenschaftlern die Sorge, es könne sich um Algen handeln. Der rosafarbene Belag wurde an einem Abschnitt der Randalls Bay, die etwa 60 Kilometer südlich von Hobart liegt, sowie an Teilen von Little Roaring Beach und Little Taylors Bay entdeckt.
Proben wurden entnommen und zur Analyse an die Umweltbehörde (EPA) Tasmaniens übergeben. Ein Sprecher des Umweltministeriums erklärte, Algenblüten seien natürliche Erscheinungen, die durch Veränderungen von Nährstoffen, Temperatur, Niederschlag oder Licht ausgelöst werden und das Wasser rot oder rosa färben können.
Mysteriöser pinkfarbener Schleim an den Küsten beunruhigt Tasmanien: "Ökologischer Notfall"
Südaustralien hatte kürzlich mit einer verheerenden Algenblüte zu kämpfen, die sich über Tausende Quadratkilometer erstreckte. Sie wurde durch marine Hitzewellen verursacht und hat laut Regierungsberechnungen bis zu 250.000 Meerestiere aus rund 400 Arten getötet. Surfer kehrten mit Augenreizungen und Husten zurück.
Eine Expertin, die an den Untersuchungen der Algenblüte in Südaustralien beteiligt war, hält laut "Guardian" anhand von Fotos den Dinoflagellaten Noctiluca scintillans ("Sea Sparkle") für die wahrscheinlichste Art in Tasmanien. Die "Bob Brown Foundation" meldete in Tasmanien angespülte tote Kraken und Seegurken, ein Sprecher bezeichnete die Situation als "ökologischen Notfall".
4 Fakten zu Noctiluca scintillans
- Biolumineszenz: Noctiluca scintillans ist für das "Meeresleuchten“ verantwortlich: Bei Bewegung des Wassers (Wellen, Boote, Fische) sendet die Zelle blau-grünes Licht aus.
- Lebensweise und Nahrung: Es ist ein heterotropher Dinoflagellat, frisst also andere Planktonorganismen (z.B. Diatomeen, andere Einzeller) und spielt eine wichtige Rolle im marinen Nahrungsnetz.
- Massenentwicklungen (Blooms): Noctiluca kann riesige Algenblüten bilden, die das Wasser rosa, rot oder orange verfärben. Solche Blooms können Sauerstoffmangel im Wasser fördern und so andere Meeresorganismen beeinträchtigen.
- Verbreitung und Lebensraum: Die Art kommt weltweit in küstennahen Meeresgebieten vor, vor allem in nährstoffreichen, oft eutrophierten Zonen (z.B. Flussmündungen, stark belastete Küstengewässer).