„Ganzes Haus leer, alle Nachbarn geflohen“: So erleben die Berliner den Stromausfall

Internet ist rar in den vom Stromausfall betroffenen Gebieten in Berlin. Und doch finden sich auf der Online-Plattform "Reddit" erste Berichte von eiskalten Wohnungen und der Suche nach Wärme und Strom. 

"Und bei euch so?" steht über einem digitalen Thermometer, es zeigt 11,9 Grad. 

Stromausfall in Berlin: Handy laden im Auto

"Fühl Ich. 2 Hosen, 3 Pullis. Mitten in Zehlendorf. Alles dunkel. Keine Laterne brennt mehr, Ampeln aus. Nur Blaulicht. Alle paar Std ins Auto ne halbe Std fahren, Handy aufladen und News lesen, da auch kein mobiles Internet zuhause. Paar GB Youtube Videos downloaden und zurück nach Hause unter die Decke Youtube offline schauen", antwortet eine Nutzerin. 

Auf gute Wünsche gibt sie sich optimistisch. "Geht schon irgendwie bin jung und gesund. Ist halt mega nervig und ab 17 Uhr echt spooky find ich. Ganzes Haus ist leer, alle Nachbarn geflohen. Draußen auch komplett dunkel."

Rollläden bleiben unten, die Wohnung dunkel

Selbst tagsüber sitzen einige Berliner im Dunkeln: "Lichterfelde auch immer noch alles aus. Kalt und auch alles extrem dunkel, da die elektrischen Rollläden unten waren als der Strom ausging. Versuchen zu verhindern, dass die Rohre kaputt gehen...", schreibt ein Nutzer. 

Ein anderer hat das gleiche Problem: "Meine beiden Bordercollies sind zum Glück extrem flauschig, aber die Jalousien gehen nicht mehr hoch und die sind beide nervös ohne Ende, weil alles komisch ist. Leider sind die beiden und die Katzen der Grund, warum wir nicht woanders unterkommen können. Aber wenigstens die Kinder kommen bei Freunden unter. Was ein Mist, aber immerhin kann man sich aufs Büro freuen am Montag." 

Familien auf Freunde verteilen

Der Stromausfall soll bis Donnerstag andauern. Andere Nutzer bereiten sich daher auf einige Tage außerhaus vor. "Ich teile jetzt meine Familie auf. Der Große Teenie zu nem Schulfreund, die Kleine und meine Frau nach Adlershof und ich werde auf ner Couch von nem Kumpel crashen." schreibt ein Nutzer.

Ein anderer: "Sowohl Eltern als auch Schwiegereltern sitzen im Kalten und Dunklen. Sie wollen partout nicht zu uns ins Warme, also fahre ich hin, bringe Thermoskannen mit Tee und heißer Suppe, und Powerbanks vorbei. Aber ich verstehe es nicht ganz, warum man bei einstelligen Temperaturen mit knapp 90 Jahren so stur sein kann. Ich müsste meinen Vater gewaltsam aus der Wohnung zerren, damit er in die Wärme geht."

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