Dachau 1865 ist ohne das Top-Duo chancenlos

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Sie besorgte den Ehrenpunkt: Emine Ernst zeigte in ihrem Einzel gegen Sabina Surjan eine ausgezeichnete Leistung. © Marco Steinbrenner

Der Tischtennis-Bundesligist TSV Dachau unterliegt Spitzenreiter Berlin ohne seine Topspielerinnen 1:6.

Einige Fans des Tischtennis-Bundesligisten TSV Dachau 1865, die gestern Nachmittag um kurz vor 14 Uhr die Turnhalle der Montessori-Schule betraten, mussten zweimal hinschauen. Wo ist Seoyoung Byun? Warum sitzt Sabine Winter mit einer weißen Winterjacke und einer Jogginghose bekleidet nur auf der Bank, während sich Koharu Itagaki, Dora Cosic, Naomi Pranjkovic und Emine Ernst einspielten?

Zwei Fragen, die Dachaus Spitzenspielerin Winter bei der Begrüßung zum Top-Spiel gegen Tabellenführer TTC Berlin eastside über das Hallenmikrophon selbst beantwortete. Abwehrspielerin Byun hat sich eine fiebrige Grippe zugezogen und musste wenige Stunden vor Spielbeginn ebenso passen wie die deutsche Nationalspielerin selbst. Bei Sabine Winter zwickte es in den Adduktoren. Ohne die beiden besten Spielerinnen gab es eine 1:6-Heimniederlage.

Die Adduktoren: Sabine Winter assistiert Yahmed

„Theoretisch hätte ich, natürlich nicht bei 100 Prozent, spielen können“, verriet Winter. „Doch wenn ich dann eine falsche Bewegung gemacht hätte, wäre die Verletzung voraussichtlich noch schlimmer geworden. Dieses Risiko wollte ich nicht eingehen.“ Zum WTT Champions-Turnier in Doha (Katar) wird die 33-Jährige mit der Hoffnung fliegen, „dass mein Einzel hoffentlich nicht schon für den Dienstag, sondern erst für Donnerstag angesetzt wird. Dann hätte ich noch zwei Tage mehr Zeit, um mich zu erholen.“

Gestern Nachmittag unterstützte Sabine Winter den Dachauer Cheftrainer Alexander Yahmed als Betreuerin. Es war am siebten Spieltag erst die zweite Dachauer Saisonpleite. Auch schon zum Start in die neue Spielzeit, damals in der Bundeshauptstadt, hatte es nicht zu etwas Zählbarem gereicht (2:6).

Da Yahmed im Vorfeld bereits das Aufeinandertreffen mit dem weiterhin verlustpunktfreien Liga-Primus als „Bonus㈠spiel“ bezeichnet hatte, hielt sich die Enttäuschung über die erste Heimniederlage nach zuvor zwei Siegen sowie einem Unentschieden in Grenzen. Abteilungsleiter Winfried Höser hatte im Rahmen der Verabschiedung dann aber doch einen Wunsch in Richtung der Gäste. „Bitte schlagt die anderen Mannschaften in der Rückrunde auch, denn dann ist die Niederlage nicht so schlimm für uns.“

Zwischen den Zeilen drückte Höser die Bitte aus, nicht zu viele personelle Veränderungen bei der Mannschaftsaufstellung vorzunehmen. Dafür war der Klub aus der Bundeshauptstadt in der jüngeren Vergangenheit immer wieder bekannt gewesen.

Als krasse Außenseiter gingen die Dachauerinnen ohne das beste vordere Paarkreuz der Liga (20:1-Bilanz) in das Match. Nach den zwei Doppeln und fünf Einzeln hatte nur eine TSV-Akteurin Grund zu jubeln. Ausgerechnet Emine Ernst, die nach dem Ausfall von Sabine Winter als zweite und letzte Ersatzspielerin in das Team gerutscht war, gewann ihr Einzel nach hartem Kampf in fünf Sätzen gegen Sabina Surjan. Die 22-Jährige hätte „natürlich gerne mit der gesamten Mannschaft gewonnen, jedoch freue ich mich auch über meinen Sieg“. Es war ihr erster Einzelerfolg in dieser Saison.

Ersatzspielerin Ernst beweist Nervenstärke

Die Begegnung war nichts für schwache Nerven, denn eigentlich befand sich die Niederländerin aufgrund einer 10:7-Führung im vierten Satz bereits auf der Siegerstraße. Doch die drei Matchbälle konnte Ernst nicht nutzen. „Ich war sehr nervös.“ So ist auch der Aufschlagfehler beim Stand von 10:7 zu er㈠klären.

Doch Ernst ließ sich trotz des verlorenen Durchgangs mit 10:12 nicht aus der Ruhe bringen und führte im finalen Abschnitt schnell 5:0. „Meine Taktik war immer klar, und ich hatte auch das Gefühl, besser zu sein als meine Gegnerin.“

Stimmen zum Spiel

Abteilungsleiter Winfried Höser: „Das Spiel stand für uns aufgrund der Ausfälle von Sabine Winter und Seoyoung Byun unter keinem guten Stern. Deshalb kommt es für mich nicht überraschend, dass wir uns gegen die Übermannschaft der Liga aus Berlin auf verlorenem Posten befunden haben. Mit etwas mehr Glück hätte aber durchaus noch das eine oder andere Spiel gewonnen werden können. Trotz der zweiten Saisonniederlage bleibt natürlich weiterhin unser Saisonziel die Qualifikation für die Play-off-Runde.“

Spitzenspielerin Sabine Winter: „Ich muss ehrlich zugeben, dass ich als Spielerin erfolgreicher bin als in der Rolle des Coaches. Aber ich habe heute am Boxenrand schon das eine oder andere bei unseren Gegnerinnen gesehen, dass ich bei meinen nächsten Spielen in die Taktik mit einfließen lassen kann. Das war schon ganz interessant. Trotzdem hätte ich natürlich lieber am Tisch gestanden. Schade, dass wir heute nicht komplett waren. Ansonsten hätten wir nicht zuletzt auch aufgrund der Berliner Aufstellung gute Siegchancen gehabt.“

Trainer Alexander Yahmed: „Kompliment an meine Mannschaft für diese Spitzenleistung. Wir hatten viele Chancen, die Begegnung noch knapper zu gestalten. Sowohl Koharu Itagaki als auch Naomi Pranjkovic besaßen gute Möglichkeiten, und auch im Doppel waren Emine Ernst und Dora Cosic auf einem vielversprechenden Weg. Schade, dass es nicht zu mehr als dem Erfolg von Emine gereicht hat. Die Vorstellung als Team war trotzdem top.“ mast

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