Trumps „Delta Force“: Das ist die US-Eliteeinheit, die Maduro schnappte

Die Festnahme von Nicolás Maduro erfolgte am frühen Samstagmorgen durch Einheiten der Delta Force. Nach Informationen von US-Beamten gegenüber CBS News drangen die Spezialkräfte dafür tief in venezolanisches Territorium vor. Aufgrund der politischen Tragweite gilt dieser Zugriff als einer der bedeutendsten Einsätze in der Geschichte der Einheit.

Zugriff in Venezuela: Die taktischen Details der Operation

Fachportale wie „The War Zone“ analysieren bereits die taktischen Herausforderungen: Die Operation fand bei fast vollem Mond statt – eine Bedingung, die Spezialeinheiten aufgrund der Sichtbarkeit normalerweise meiden. 

Dies deutet auf einen hohen Zeitdruck hin. Um das Risiko durch die venezolanische Flugabwehr und mobile Systeme zu minimieren, kam offenbar massive elektronische Kampfführung zum Einsatz. Diese ebnete den Weg für die Hubschrauber des 160th Special Operations Aviation Regiment („Night Stalkers“), um die Verteidigungslinien zu durchbrechen.

Was ist die Delta Force? Hintergrund der Sondereinheit

Die Delta Force, offiziell 1st Special Forces Operational Detachment-Delta (1st SFOD-D), ist die primäre Antiterroreinheit der US-Armee. Sie wurde 1977 von Colonel Charlie Beckwith nach dem Vorbild des britischen SAS gegründet und untersteht dem Joint Special Operations Command (JSOC).

Die Einheit agiert unter strikter Geheimhaltung. In offiziellen Dokumenten wird sie oft unter wechselnden Tarnnamen wie CAG (Combat Applications Group) oder ACE (Army Compartmented Element) geführt. Die personelle Transparenz ist minimal: Personalakten der „Operators“ werden aus den regulären Archiven der Army entfernt, sobald sie der Einheit beitreten.

Organisationsstruktur und Spezialisierungen

Die Delta Force ist in verschiedene Schwadronen unterteilt, um ein breites Einsatzspektrum abzudecken:

  • Assault Squadrons (A, B, C, D): Zuständig für direkte Kampfeinsätze und Geiselbefreiungen.
  • Clandestine Squadron (G): Spezialisiert auf verdeckte Aufklärung und Operationen im verdeckten Raum.
  • Digital Devils (CNOS): Experten für offensive Cyber-Kriegsführung und die Infiltration feindlicher Netzwerke.

Das Auswahlverfahren: Hohe Hürden für Bewerber

Der Weg zum „Operator“ bei der Delta Force gilt als eines der anspruchsvollsten Auswahlverfahren weltweit. Die Bewerber stammen meist aus den Reihen der Army Rangers oder Green Berets und müssen eine Reihe physischer und psychischer Tests absolvieren:

  • Physische Belastung: Ein Kernlement ist der „Forty Miler“, ein rund 60 Kilometer langer Orientierungsmarsch mit ca. 40 Kilogramm Gepäck, der innerhalb eines engen Zeitfensters absolviert werden muss.
  • Psychologische Eignung: In mehrwöchigen Verfahren wird die Belastbarkeit in Extremsituationen geprüft.
  • Selektionsquote: Die Anforderungen sind so hoch, dass von etwa 1000 Bewerbern im Schnitt nur fünf Prozent die Aufnahme in die Einheit erreichen.

Bekannte Missionen: Von Saddam Hussein bis al-Baghdadi

Die Festnahme von Maduro ist Teil einer Reihe von Einsätzen gegen sogenannte „High-Value Targets“ (HVT). Die Einheit spezialisiert sich auf die Lokalisierung und Festnahme oder Ausschaltung von Zielpersonen in Hochrisikogebieten:

  • Saddam Hussein (2003): Delta-Kräfte lokalisierten den irakischen Ex-Diktator in einem Versteck nahe Tikrit.
  • Mogadischu (1993): Während der Schlacht von Mogadischu („Black Hawk Down“) operierte die Einheit unter schwerem Feuer in Somalia.
  • El Chapo (2016): Beteiligung an der Operation zur Ergreifung des mexikanischen Kartellchefs Joaquín Guzmán.
  • Abu Bakr al-Baghdadi (2019): Führung des Zugriffs in Syrien, der zum Tod des IS-Anführers führte.

Taktik und Autonomie: Das Prinzip der Auftragstaktik

Ein wesentliches Merkmal der Delta Force ist die hohe operative Autonomie. Die Einsatzkräfte planen ihre Missionen weitgehend selbst, während die Führung lediglich die strategischen Ziele vorgibt. Dieser Ansatz soll die Reaktionsgeschwindigkeit erhöhen und bürokratische Verzögerungen minimieren.

Technisch wird die Einheit durch spezialisierte Luftressourcen wie die MH-47 Chinook-Hubschrauber unterstützt. Diese sind für Infiltrationen bei Nacht und in extrem geringen Flughöhen ausgerüstet, um feindliche Radarsysteme zu unterlaufen.