Ein SEK-Einsatz in Bayern eskalierte. Zwei Verdächtige flüchteten mit dem Auto und feuerten auf die Beamten. Die Polizei durchsucht jetzt das Gebiet.
Absberg/Weißenburg – Nach einer filmreifen Verfolgungsfahrt in Mittelfranken gehen die Ermittlungen weiter - mit einer großen Absuchaktion.
Filmreife Verfolgungsjagd in Mittelfranken: Polizei sucht Patronenhülsen
Jetzt durchsuchen die Behörden das Gebiet nach wichtigen Beweisstücken. Die Bereitschaftspolizei beginnt am Vormittag damit, die Fluchtroute intensiv nach Patronenhülsen abzusuchen. „Die brauchen wir“, erklärte ein Sprecher der Ermittler. Parallel dazu sollen Befragungen in der Nachbarschaft durchgeführt werden, so die Polizei.
Die beiden festgenommenen Verdächtigen sollten am Mittwoch vor den Ermittlungsrichter gebracht werden, wie die Polizei mitteilte. Ob bereits Haftbefehle gegen die Männer ergangen sind, konnte ein Sprecher zunächst nicht sagen. Für den Vormittag stellte die Polizei eine weitere Pressemitteilung in Aussicht.
Beifahrer feuert drei bis fünf Mal auf Polizei in Bayern
Nach Erkenntnissen der Ermittler feuerte der Beifahrer zwischen drei und fünf Schüsse ab. Mindestens ein Geschoss traf dabei einen Wagen der Polizei. Der Schütze habe sich nach dem Ende der Verfolgung ergeben, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit.
Der Fahrer des Fahrzeugs versuchte nach Angaben der Staatsanwaltschaft, sich gegen die Festnahme zu wehren und leistete Widerstand. Gegen beide Männer beantragte die Staatsanwaltschaft Haftbefehle wegen des Vorwurfs des versuchten Totschlags.
Verfolgungsfahrt über 20 Kilometer
Ein Spezialeinsatzkommando wollte am Dienstagabend in Absberg im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen drei Männer im Alter von 23, 24 und 30 Jahren in einer Wohnung festnehmen, wie die Polizei berichtete. Es lagen nach Polizeiangaben Hinweise vor, dass die Verdächtigen unerlaubt Schusswaffen besitzen könnten. Vor Ort gelang nur die Festnahme eines der drei Verdächtigen.
Die beiden anderen Verdächtigen entkamen mit einem Fahrzeug mit niederländischem Kennzeichen, teilte die Polizei mit. Das SEK verfolgte die Flüchtigen über etwa 20 Kilometer, bis das Fluchtauto mit einem anderen Fahrzeug kollidierte. Nach Polizeiangaben sind die Verdächtigen türkischer Herkunft. Der als Erstes festgenommene Mann wurde inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt, so die Polizei. (Quelle: dpa) (kam)