Parken am „Plan“ bald verstärkt im Winter? Stadt Moosburg verzichtet vorerst auf Strafzettel

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Der neugestaltete „Plan“ in der Moosburger Innenstadt sollte eigentlich nicht mehr groß als Parkplatz, sondern vielemehr für Veranstaltungen genutzt werden. Trotzdem denkt der Stadtrat über eine Lockerung nach - zumindest im Winter. © Bauer

Die wilde Parksituation auf dem „Plan“ in Moosburg bleibt ein Problem – der Stadtrat tut sich schwer, eine vernünftige Regelung zu finden.

Moosburg – Die Stadt Moosburg hat den „Plan“, den zentralen Platz vor dem Kastulusmünster, grundlegend erneuert und aufgewertet. Nicht zuletzt wegen der Reduzierung auf 25 Parkplätze bekam die Kommune von der Städtebauförderung den hohen Zuschuss mit rund 2,4 Millionen Euro – bei 5,3 Millionen Gesamtkosten. Nach der Eröffnung im September vergangenen Jahres wurde jedoch überall wild geparkt und die Vergehen hat man bisher nicht geahndet. Vor dem Verteilen der Knöllchen ging das Thema nun noch einmal in den Stadtrat, der sich erst einmal gegen die unpopulären Maßnahmen entschied.

Nach der Eröffnung des Platzes hatte das Rathaus versucht, mit Flatterband-Absperrungen und Flugzetteln das Parken einzugrenzen. Der Erfolg war gleich Null. Dann schuf man mit der Einrichtung eines verkehrsberuhigten Bereichs die Basis, um Falschparker zur Kasse bitten zu können. Die Verwaltung ging in die Stadtratssitzung mit dem Vorschlag, Parkverstöße durch die Kommunale Verkehrsüberwachung und die Polizei zu ahnden. Angesichts der zu erwartenden Reaktionen aus der Bevölkerung sollte der Rat noch einmal entscheiden – was in der jüngsten Sitzung auch geschehen ist.

Die Reaktion im Gremium war mehrheitlich das große Zögern mit einem Schuss Ratlosigkeit und vielen Argumenten in alle Richtungen. „Hier ist guter Rat teuer“, fasste es Rudolf Heinz (CSU) zusammen – „ich weiß die goldene Mitte auch nicht“. Martin Pschorr (SPD) argumentierte mit gehbehinderten, älteren Menschen, die Parkplätze in direkter Nähe von Geschäften benötigen.

Benedict Gruber (Fresh) wollte dagegen die Autofahrer erziehen, „weil wir sonst einen wahnsinnig teuren Parkplatz hergerichtet haben“. In diese Richtung dachte auch Alexander Strobl (Linke): „Wir haben mit der Erneuerung des Platzes viel Lebensqualität geschaffen und sind nicht für Vehikel zuständig.“ Mit dem Ergebnis der „Plan“-Umgestaltung ist man im Stadtrat durch die Bank zufrieden, und nun geht es auch um die Frage, wie parkende Autos das Stadtbild beschädigen.

Dem 3. Bürgermeister Michael Stanglmaier (Grüne) geht es zudem um Gerechtigkeit bei der Ahndung der Parkvergehen. „Wenn wir nur am ,Plan‘ nicht aufschreiben, dann haben wir unterschiedliches Recht in der Stadt“, lautete sein Argument. Dazu komme, dass der Flex-Bus allen Moosburgern die Chance biete, bequem in die Innenstadt zu kommen.

Für Manfred Tristl (CSU) stellen parkende Autos in einer zweiten Reihe zwischen den Bäumen in Pflanztrögen kein Problem dar. Er gehörte so zu den Stadträten, die den „Plan“ außerhalb von Veranstaltungen und bei schlechtem Wetter gerne für das Parken freigeben würden. Ortschef Josef Dollinger (FW) warnte vor neuen Moosburg-Paragraphen in der Straßenverkehrsordnung: „Es geht nicht, dass die Autos bei schlechtem Wetter parken dürfen und bei schönem Wetter eben nicht.“

Der Stadtrat näherte sich der zukünftigen Vorgehensweise mit ganz kleinen Schritten an. Mit 13:7 Stimmen entschied man sich für eine Prüfung des ausgeweiteten Parkens in den Wintermonaten außerhalb von Veranstaltungen. Die Verwaltung soll mit der Städtebauförderung abklären, ob der Zuschussgeber eine solche Änderung mittragen würde. Die Durchsetzung des Parkverbots wurde dagegen mit 7:13 Stimmen abgelehnt. Zuvor hatten die CSU-Vertreter Heinz und Hadersdorfer angemahnt, dass die erlaubten Parkplätze besser sichtbar markiert werden müssten, bevor man Knöllchen verteilt. Die Stadt wird die Schilder des verkehrsberuhigten Bereichs erst einmal abhängen.