Deutschlandticket wird wohl bald wieder teurer: „Wir müssen die Preise erhöhen“

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Im Januar ist das Deutschlandticket teurer geworden. Eine Kündigungswelle hat es deshalb aber nicht gegeben – weshalb die Preise weiter steigen könnten.

Berlin – Eigentlich war es schon im Mai 2023 klar, als der Bund den Nachfolger des Neun-Euro-Tickets präsentierte: Das Ticket wird künftig regelmäßig teurer. In Anlehnung an den neuen Preis nannte man es nicht 49-Euro-Ticket, sondern Deutschlandticket. Verbraucher sollten sich nicht zu sehr an den damaligen Preis gewöhnen, schien es. Das Deutschlandticket kostete erst 49, dann 58 und seit 1. Januar 63 Euro. Wohl nicht die letzte Erhöhung.

Deutsche Bahn Regionalzug in Benediktbeuern
Für 63 Euro durchs Land, auch durch Bayern: Das Deutschlandticket könnte in Zukunft aber teurer werden. © IMAGO/Michael Nguyen

Geht es nach dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), könnte es bald die nächste Preisanpassung geben. „Ich bin der Auffassung, dass wir die Preise weiterhin erhöhen müssen“, sagte VDV-Präsident Ingo Wortmann bei der Jahrespressekonferenz des Branchenverbands. Einen konkreten Preis nannte er nicht, forderte aber „einen nachvollziehbaren Preisindex, der die Inflation abbildet, ohne dass er zu absurden Erhöhungen führt“. Eine Anpassung im „angemessenen Rahmen“ würde von den Fahrgästen akzeptiert werden. „Ich glaube, das verstehen auch die Menschen, wenn man das nicht überproportional macht.“

Deutschlandticket könnte teurer werden – keine Kündigungswelle nach letzter Erhöhung

Der Bund hatte sich zuletzt mit den Ländern darauf geeinigt, das Deutschlandticket bis mindestens 2030 zu erhalten. Preiserhöhungen seien aber denkbar. „Es muss uns künftig gemeinsam mit Bund und Ländern gelingen, Stabilität bei der Gesamtfinanzierung des Deutschlandtickets zu gewährleisten, damit wir die weiteren Potenziale dieses Angebots heben können“, so Wortmann weiter.

Nach VDV-Berechnungen nutzten im Jahr 2025 9,86 Milliarden Fahrgäste Angebote des deutschen ÖPNV. Das ist ein leichter Zuwachs um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Und auch das Deutschlandticket kommt weiter gut an. Zum Jahresende hatten 14,6 Millionen Menschen ein Deutschlandticket, auch das sind mehr als im Vorjahr, als es laut VDV 13,5 Millionen waren. Aufgrund der Preiserhöhung hätten zum 1. Januar 5,7 Prozent der Menschen ihr Abo gekündigt. Bei der vorherigen Anpassung waren es gut acht Prozent. Werte, die die Verkehrsunternehmen nach eigenen Angaben weder überraschen noch vor große Probleme stellen. „Wir hatten eine neue Preiserhöhung. Die Kündigungsrate ist aber nicht hoch“, so Wortmann. „Die Preisanpassung hat nicht zu einem Wegbrechen von Fahrgästen geführt.“

Zudem seien die Nutzerzahlen des Deutschlandtickets je nach Monat verschieden. Zum Jahreswechsel würden die Menschen ihre Abos überprüfen. Weil man das Deutschlandticket monatlich kündigen kann, nutzen es viele Menschen auch nicht über das ganze Jahr. Das Deutschlandticket sei nach wie vor ein attraktives Angebot für Fahrgäste, die Abozahlen würden sich wieder erholen.

Der Preis sei auch nicht unbedingt das ausschlagebende Kriterium für die Frage: Bahn Ja oder Nein. „Ein günstiger Ticketpreis reicht alleine nicht aus“, sagte Wortmann. „Das Angebot muss auch attraktiv sein.“ Heißt: „Wir müssen die Fahrgäste sicher und zuverlässig von A nach B bringen, das möglichst pünktlich. Und Busse und Züge, die im Fahrplan stehen, müssen dann auch fahren.“

Außerdem brauche es mehr Marketinggelder für das Ticket. Allen voran das Werben für das sogenannte Jobticket sei noch ausbaufähig. „Wenn wir Menschen wirklich vom Auto holen möchten, reden wir in Größenordnungen von über 20 Millionen Deutschlandtickets.“ In Anlehnung an den Volkswagen solle das Ticket insgesamt zu einem „Volksticket“ werden. „Davon sind wir noch entfernt.“ (Quellen: Jahrespressekonferenz des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen, Regionalisierungsgesetz)

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