Der Interbancario wurde mit einer großen Party in Bad Tölz eröffnet. Knapp 900 Teilnehmer von Banken aus ganz Europa kämpfen bis Freitag um die besten Zeiten am Brauneck.
Bad Tölz – Was für ein Spektakel: Mit ihren Landesfahnen zogen am Sonntagabend die Teilnehmer des Interbancario vom Schloßplatz zur Bühne am Marienbrunnen. Angeführt wurden sie bei leichtem Schneefall von der Tölzer Stadtkapelle. Direkt dahinter kamen die Ehrengäste in einer Pferdekutsche. Nach dem Imagefilm, in dem die Protagonisten aus dem Isarwinkel sehr deutlich machen, wie sehr sie sich auf den Skiwettbewerb europäischer Banken freuen, begrüßten die Moderatoren Carlo-Emanuele Esposito und Tania Branzanic die Athleten in mehreren Sprachen. Selbst auf der Bühne war man beeindruckt von der Kulisse der Marktstraße. „Ich bin zum ersten Mal in Bad Tölz, aber ich möchte hier nicht mehr weggehen“, sagte Esposito. Nur nach Lenggries wolle er natürlich gerne – dort finden noch bis Freitag die eigentlichen Wettbewerbe der knapp 900 Teilnehmer auf der Piste und in der Loipe statt.
Ein langer Weg bis zum Großereignis
Schon vor dem Spektakel hatten die Verantwortlichen zu einer Pressekonferenz eingeladen – mit Landrat Josef Niedermaier, dem Lenggrieser Bürgermeister Stefan Klaffenbacher, dem Tölzer Bürgermeister Ingo Mehner, der Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen, Renate Waßmer, sowie dem Präsidenten des Organisationskomitees, Ralf Fleischer, und Bernd Hochberger (Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse München). Die Initiative, den Interbancario nach Lenggries zu holen, geht auf die Gemeinde Lenggries und die beiden Sparkassen zurück.
„Da geht mir einfach das Herz auf“, freute sich der Landrat. Bisher hat das internationale Skimeeting erst einmal in Deutschland stattgefunden: 1999 in Garmisch. „Als ich vor einigen Jahren vom Interbacario in Saalbach zurückgefahren bin, war ich begeistert.“ Seinerzeit sei erstmals der Gedanke aufgekommen, ob man das nicht im Isarwinkel ausrichten könnte. Die erste Spontaneinschätzung damals lautete aber eher: „Dafür haben wir den Hintern zu weit unten.“ Umso mehr freue es ihn nun zu sehen, wie gut die Zusammenarbeit sämtlicher Akteure funktioniert hat, um das Großereignis ins Tölzer Land zu holen, so Niedermaier. „Es war ein langer Weg mit sehr viel Arbeit“, sagte Ralf Fleischer, „aber dank unserer Partner und Sponsoren hat alles funktioniert.“ Goldsponsor ist beispielsweise die Versicherungskammer Bayern. Vorstandsvorsitzender Frank Walthers äußerte sich begeistert, ein Skievent dieser Größenordnung unterstützen zu können. „Dass es so teuer wird, habe ich aber auch nicht gewusst“, scherzte er.
Bürgermeister Klaffenbacher hob den „großen Wert für den gesamten Isarwinkel“ durch die Wahl des Veranstaltungsorts Lenggries hervor. Er betonte dabei auch das herausragende Engagement aller beteiligten Skiclubs. „Sowas klappt nur in gemeindeübergreifender Zusammenarbeit.“ Dem schloss sich sein Tölzer Amtskollege Ingo Mehner an. „Wir sind sport- und feierbegeistert.“ Das Skimeeting „ist ein Gewinn für Jedermann“.
Petrus unter die Arme gegriffen
Das sieht Thomas Murböck, Vorsitzender des Skiclubs Lenggries, ähnlich: „Wir haben gleich gesagt, dass wir so a Rennats scho machen können, aber eben nur miteinand.“ Skisport sei nicht mehr so salonfähig wie früher, befand er. „Insofern war klar: Wenn wir es gut machen, haben wir alle viel davon.“ Murböck freute sich zudem über die geeignete Witterung für das Wintersportevent. „Petrus spielt gut mit, und ein bisschen haben wir ihm unter die Arme gegriffen“, meinte er humorvoll mit Blick auf die präparierten Pisten am Brauneck.
Sport „ist die beste Friedensinitiative“
Auch Antonia Asenstorfer, Chefin der Brauneck-Bahn, wurde vonseiten des Landrats ein besonderer Dank für die Kooperation und Unterstützung zuteil: „Das Brauneck ist unser Skigebiet, und das bleibt es auch noch lange, ganz egal, wer es totreden will. Und Punkt.“
Auf der Bühne gab es später nochmal kurze Interviews. Hier betonte Niedermaier einmal mehr die verbindende Kraft des Sports. „Sport und Kultur bringen die Menschen zusammen.“ Das sei vor allem in einer Zeit wie jetzt, „in der eher mal das Trennende nach vorne gehoben wird“, wichtig. Er wünschte sich faire Wettkämpfe. „Das ist die beste Friedensinitiative der Welt.“
„The Heimatdamisch“ bringt rund 3000 Zuschauer zum Tanzen
Dann wurde es ernst: Auf der Leinwand erschien ein Countdown, an dessen Ende ein Buzzerknopf gedrückt wurde. Glitzernde Funken-Fontänen erhellten den Bühnenrand, und aus den Lautsprechern ertönte der eigens aufgenommene Interbancario-Song „Raise your glasses“. Danach waren die rund 3000 Zuschauer schon in Stimmung für den musikalischen Höhepunkt des Abends: den Auftritt von „The Heimatdamisch“. Die Musiker zogen mit Rock- und Popsongs „die Lederhosen an“, wie Bandleader Florian Rein erklärte, und brachten die Marktstraße und das Interbancario-Eisbären-Maskottchen zum Tanzen. Für die Teilnehmer des Interbancario war das der Auftakt zu einer erlebnisreichen Woche. Neben den Rennen stehen jeden Abend Veranstaltungen in der Sparkassen-Alm am Lenggrieser Festplatz auf dem Programm.