Zwei Dutzend Garden aus zwölf Orten verwandeln die Penzberger Stadthalle in ein Tollhaus. Der Moderator verabschiedet sich nach zwölf Jahren.
Penzberg – Das Publikum klatschte laut, noch lauter dröhnte die Musik aus den Boxen. Es ist Faschingszeit und die Penzberger Stadthalle verwandelte sich auch dieses Jahr wieder in einen brodelnden Kessel des Wahnsinns.
„Gut voll“ war es, meinte Holger Fey, der 1. Vorsitzende des Penzberger Faschingsvereins. Seit den Anfängen des Penzberger Gardetreffens vor 20 Jahren ist er dabei. Damals fanden die Aufführungen noch am Donnerstagabend statt, weil die Termine am Wochenende für andere Auftritte blockiert waren. Das habe sich geändert, berichtete Frey lächelnd. Inzwischen ist das Penzberger Gardetreffen so beliebt, dass die Auftritte zur Primetime aufgeführt werden – und die Anfragen nur so hereinprasseln.
Aus zwölf Orten – von Fürstenfeldbruck bis Gmund am Tegernsee – kamen allein am Freitagabend die Garden angereist. Beim Jugendtreffen am Samstag waren es noch einmal so viele. Das Erfolgsrezept der Penzberger ist dabei einfach: eine Atmosphäre „ohne Konkurrenz“, in der man „einfach mal zusammenkommen und Spaß haben kann“, so Holger Fey.
Gerade für die Garden selbst sei das etwas Besonderes. Schließlich haben diese in der Hochsaison bis zu fünf Auftritte an einem Tag. In Penzberg hingegen gibt es für die Tänzer die Möglichkeit, sich an einem Ort zu versammeln, sich auszutauschen und sich vielleicht auch die eine oder andere Idee voneinander abzuschauen.
Gemeinsam können sie etwa über die närrischen Namen der Prinzenpaare lachen. Kinderprinz Lukas I., da Feuerwehrnarrische, und Kinderprinzessin Lisa I. von da Glitzerstubn gab es da etwa oder ihre erwachsenen Gegenparts Prinz Benno I., der Steppen-Medicus aus Obermaxkron mit Prinzessin Lisa I. von der Kindertanz-Savanne.
Und auch bei den Auftritten gab es manche gute Idee zu sehen. Von dem Safari-Motto der Penzberger Gastgeber bis zur Starnberger Faschingsgesellschaft Perchalla, die gleich ein ganzes Komplettprogramm an Motiven lieferte – von Putzfrauen, die mit ihren Besen für Ordnung sorgten, bis hin zu mystischen Gewändern, die zu epischer Musik ein wildes Spektakel lieferten.
„Das Beste sind die Auftritte“, fand die zwölfjährige Lina aus Peißenberg. Sie ist schon ihr halbes Leben lang Teil des Peißenberger Faschingsvereins Frohsinn 2000, für sie gehört Fasching eben dazu. Und das gilt auch für Maxi Eller. Der Präsident des Organisationskomitees Penzberger Fasching trat heuer nach zwölf Jahren als Moderator zum letzten Mal auf. Das Ende seiner Faschingskarriere dürfte das aber noch nicht bedeuten, denn „wer einmal im Penzberger Fasching war, bleibt zu 99 Prozent treu“, meint Holger Fey.
Viele Ehemalige unter den Gästen
Und so fanden sich unter den Gästen am Freitagabend zahlreiche ehemalige Tänzer, während beim Jugendgardetreffen am Samstagvormittag vor allem Familienangehörige zu Gast waren. Voll war die Stadthalle aber stets, und gefeiert wurde sowieso. Mit einem „Dreifachen Glückauf“ oder einem „Dreifachen Lechauf“, je nachdem, aus welchem Ort die Gäste eben angereist waren, um in Penzberg eine gute Faschingszeit zu erleben und sich auszutauschen.
Von Willi Nass