Die schwäbische Meisterschaft lockte auch oberbayerische Ringer nach Westendorf. Akteure des AC Penzberg und des TSV Weilheim mischten vorn mit.
Westendorf – Die schwäbische Meisterschaft war heuer bei den erwachsenen Ringern ein offenes Turnier. Den Umstand nutzten mehrere Ringer des AC Penzberg und des TSV Weilheim zur Teilnahme – zumal die oberbayerischen Titelkämpfe erst mitten im Jahr geplant sind und daher eher ungünstig liegen. Bedingt durch Starter aus Deutschland und sogar Österreich besaß das Turnier „in einzelnen Gewichtsklassen nationales Meisterschaftsniveau“, so die Einschätzung seitens des AC Penzberg.
So lief es für den AC Penzberg:
Sechs Kämpfer des AC Penzberg hatten sich zusammen mit den Trainern Alexander Horst und Clemens Seidler in den nördlichen Teil des Landkreises Augsburg aufgemacht. Mit zwei Medaillen kehrte die Truppe ins Oberland zurück.
Nikolas Heissig (97 Kilo/Freistil) holte die Bronzeplakette. Im Duell um Rang drei mit Maximilian Kron (TSG Augsburg) hatte er nach gut einer Minute die nötige Punktedifferenz zu einem technisch überlegenen Sieg beisammen. Ins Turnier war Heissig mit einem Punktsieg über Zaya Khazkeil (TSV Weilheim) gestartet. Im zweiten Kampf verlor der AC-Athlet knapp dem Unterföhringer David Sevdas, der schon auf DM-Erfahrung zurückblicken kann und am Ende des Tages auch Gold holte.
Das zweite Edelmetall für Penzberg, und zwar Silber, gewann Mustafa Karaismailoglu (60 Kilo/Griechisch-Römisch). Der in den Landesliga-Kämpfen extrem erfolgreiche Penzberger (27 Siege/1 Niederlage) zwang seine beiden Gegner im Pool jeweils auf die Schultern. Im Finale „stand ihm ein anderes Kaliber gegenüber“, so die Penzberger. Volodymyr Marchenko (SC Isaria Unterföhring) war in der abgelaufenen Regionalliga-Saison ungeschlagen, holte bei seinen zehn Siegen 32 Punkte fürs Team. Karaismailoglu kämpfte verbissen, verlor aber aufgrund technischer Überlegenheit des Gegners.
Einen seiner ersten Turnierauftritte hatte Emil Klinski (74 Kilo/Freistil). Nachdem er zweimal auf den Schultern gelandet war, war der Wettkampf für ihn vorbei. Catalin Nichita (86 Kilo/Freistil) musste auch zwei Niederlagen hinnehmen. Er landete an der 16. Stelle unter 20 Startern. Tobias Werner (125 Kilo/Freistil) unterlag zum Start dem erfahrenen Alfredo Santangelo (TSV Kottern), der technisch überlegen siegte. Im zweiten Kampf versuchte er mehrere Aktionen, wurde aber von Sefer Kaan Bas (ASV Au) ausgekontert und landete auf den Schultern, wodurch er ebenfalls aus dem Turnier ausschied. Besser lief es für Thomas Kramer (97 Kilo/Griechisch-Römisch), der den Tag als Sechster unter elf Teilnehmern beendete. Zwei Siegen standen drei Niederlagen gegenüber.
So lief es für den TSV Weilheim
Andreas Hammer, der sportliche Leiter des TSV Weilheim war speziell von den Auftritten seines Schützlings Glgamesh Khazkeil (86 Kilo/Freistil) begeistert. „Glgamesh hat es wirklich gerockt“, sagte Hammer nach dem Titelgewinn von Khazkeil, der damit für eine Premiere sorgte. „Für den TSV Weilheim war es ein Novum, dass einer unserer Ringer schwäbischer Meister geworden ist“, so Hammer. Die Goldmedaille bekam Khazkeil auch nicht im Vorbeigehen geschenkt. „In dieser Gewichtsklasse sind äußerst starke Ringer angetreten, und sie war mit 20 Mann auch sehr stark besetzt“, berichtete Hammer.
Auf dem Weg zum Turniersieg hatte Khazkeil sechs Kämpfe zu bestreiten. Dreimal gewann er mit technischer Überlegenheit, dreimal siegte er nach Punkten. Das finale Duell um Gold – Gegner war Dejan Bakic (TSV Sulzberg) – entschied der Weilheimer mit 4:1.
Zaya Khazkeil (97 Kilo/Freistil) war als Fünfter nicht allzu weit von den Medaillenrängen entfernt. Zwei Siege, zwei Niederlagen, so lautete die Bilanz. Zum Auftakt traf Khazkeil auf den Penzberger Nicolas Heissig und verlor nach Punkten. Demgegenüber standen ein Punkt- und ein Schultersieg jeweils gegen schwäbische Kämpfer. Das Duell mit dem späteren Goldmedaillengewinner David Simon Anestis Sevdas (SC Isaria Unterföhring) ging aufgrund technischer Überlegenheit des Kontrahenten verloren.
Ramanpreet Singh (57 Kilo/Freistil), Cezar-Alexandru Chiriac (86 Kilo/Freistil) und Tokmak Mert (86 Kilo/Freistil) schieden vorzeitig aus. Doch Hammer bescheinigte ihnen „sich in ihren Kämpfen ebenfalls gut verkauft“ zu haben. Chiriac wurde mit ausgeglichener Bilanz Siebter unter 20 Athleten seiner Klasse.
Die Weilheimer blicken nun auf die bayerische Meisterschaft am 7. Februar in Coburg. „Wir gehen davon aus, dass wir dort mit einer stärkeren Besetzung antreten können, da hier auch die Jugendlichen der U20 und U17 mitfahren können“, so Hammer. Auch dort peilt der TSV Medaillen an.