Kolumnist Sigmund Gottlieb glaubt nicht, dass der SPD bei ihren jüngsten Steuerplänen um Gerechtigkeit geht: Die Partei folge einer „jämmerlichen Hoffnung“.
Der renommierte Journalist und langjährige Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks, Sigmund Gottlieb, kommentiert für den Münchner Merkur von Ippen.Media mit scharfem Blick wöchentlich in seiner Kolumne „Gottlieb direkt“ aktuelle Themen. In dieser Woche warnt er vor den Steuer-Plänen der SPD.
„Alles, was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist, dass sie es von anderen haben wollen.“ Dieser Satz des ersten Kanzlers Konrad Adenauer war noch nie so richtig wie jetzt, denn die Sozialdemokraten wollen wieder mal ans Geld der Reichen, diesmal mit einer Reform der Erbschaftssteuer.
SPD schürt Sozialneid: Steuerwahnsinn treibt Unternehmen aus dem Land
Sie tun so, als gehe es ihnen um mehr Gerechtigkeit und um die kleinen Leute. Von wegen: In Wirklichkeit schüren sie den Sozialneid und geben sich der jämmerlichen Hoffnung hin, davon bei der nächsten Wahl profitieren zu können. Wie billig und wie durchsichtig!
Die SPD handelt mit ihrem Plan gegen die Interessen Deutschlands und seiner Familienunternehmer, die das Rückgrat unserer Wirtschaft bilden. Nach ihren Vorstellungen sollen vermögende Firmenerben künftig also noch mehr zahlen, wenn sie erben. Das gilt auch, wenn die Firma weitergeführt wird. Stattdessen ein Freibetrag von lächerlichen fünf Millionen. Das kostet oft schon eine Maschine.
► Sigmund Gottlieb ist einer der renommiertesten und erfahrensten Journalisten Deutschlands. Er war von 1995 bis 2017 Chefredakteur und von 2001 bis 2014 dazu stellvertretender Fernsehdirektor beim Bayerischen Rundfunk.
► Gottlieb moderierte die „Münchner Runde“ sowie aktuelle Brennpunkt-Sendungen im Ersten und war einer der präsentesten Kommentatoren in den „Tagesthemen“ der ARD.
► Für seine Arbeit erhielt Gottlieb mehrere Auszeichnungen, darunter den Bayerischen Fernsehpreis für die Berichterstattung über den Kosovo-Krieg. Seit 2005 ist er Honorarprofessor für Journalismus an der Hochschule Amberg.
Dieser Steuerwahnsinn treibt die Unternehmer aus dem Land. Viele sind schon weg. Noch mehr sitzen auf gepackten Koffern. Die Insolvenzen steigen ebenso wie die Arbeitslosigkeit. Das Signal, das in diesen Tagen von den Sozialdemokraten ausgeht, ist eine Katastrophe.
Der kleine Koalitionspartner probt wieder einmal den Klassenkampf. Er hat kein Verhältnis mehr zur Wirtschaft. Schlimmer noch: Sie ist ihm egal. Die SPD legt die Axt an unsere Unternehmen, zerstört die Arbeitsplätze und treibt die Wähler in die Hände der AfD. Wird der Kanzler diesem enthemmten Treiben ein Ende setzen? (Aufgrund eines technischen Problems bleibt Sigmund Gottliebs Kolumne diese Woche ohne Video – wir bitte um Ihr Verständnis.)