16-Meter-Rekordwellen und Schäden in Milliardenhöhe: Sturmtief Harry sorgt in Italien für Spur der Verwüstung

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Schwere Unwetter haben Regionen in Italien verwüstet. Sturmfluten tobten mit Gewalt. Nach Sturmtief Harry sind hunderte Kilometer an den Küsten zerstört.

Palermo – Trümmer liegen auf den Straßen, Strände weggerissen und Häuser überschwemmt – das ganze Ausmaß der Schäden steht noch lange nicht fest. Der Mittelmeer-Zyklon Harry hat in den vergangenen 48 Stunden in Italien gewütet. 16-Meter-Wellen trafen Küstenabschnitte im Süden des Landes besonders schwer. Sinflutartige Regenfälle ließen Kanäle überlaufen und lösten Erdrutsche aus. Dazu wehten heftige Winde. Auf Sizilien, Sardinien und in Kalabrien herrscht nach dem außergewöhnlichen Wetter an vielen Orten Chaos.

Nach Mittelmeer-Zyklon Harry sind Küstenabschnitte in Italien verwüstet. Luftaufnahmen der Vigili del Fuoco von Sizilien zeigen ein erschütterndes Bild. © Vigili del Fuoco

Die Lage nach dem Italien-Unwetter ist aktuell noch unübersichtlich – doch die ersten Schadensmeldungen sind dramatisch: „Nach ersten Einschätzungen liegen wir bereits im Bereich von über einer halben Milliarde Euro“, sagte der sizilianische Regionalpräsident Renato Schifani, laut dem italienischen Corriere della Serra, allein mit Blick auf die Urlaubsinsel. Schifani kündigte an den Notstand zu erklären.

Apokalyptische Szenen in Italien: Ausnahmezustand nach Mittelmeer-Zyklon Harry

Eisenbahnschienen in der Provinz Messina hängen in der Luft, wie auf Videos in den sozialen Netzwerken zu sehen ist. Unter den Schienen tobt das Meer. Sturmflut und hefige Regenfälle lösten einen Erdrutsch bei Scaletta Zanclea aus.

Wetterexperten sprechen von einem historischen Sturm. In Catania hatte zuletzt am 13. Januar 2009 eine Sturmflut gewütet, heißt es bei ilmeteo.it. Windböen von über 100 km/h trieben die Wellen dort auf Höhen von bis zu sieben Metern an, die Hindernisse durchbrachen, die bisher für unüberwindbar galten. Von bis zu 16 Meter-Wellen berichtet der Corriere della Serra. Apokalyptische Szenen spielten sich demnach auch in Santa Teresa di Riva ab. Kirchenglocken warnte die Bewohner, bis die Fluten Straßen verschlungen. Der Bürgermeister von Taormina wurde selbst von einer gewaltigen Welle mitgerissen.

Chaos nach Unwetter auf Urlaubsinsel Sardinien - Sinflutartige Regenfälle in Kalabrien

Auf Sardinien wurden beliebte Sommerstrände von Olbia vom Meer weggespült. Berge von Seegras angespült, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtet. Strandlokale und Bars beschädigt. Meerwasser flutet Parkplätze hinter daliegenden Teichen. Es werde einige Zeit dauern, bis die Strände wieder ihren Normalzustand erreichen, heißt es. Besonders der Osten und Süden der Insel war betroffen.

Laut unionesarda.it liegt der Verkehr nach dem Unwetter auf einer wichtigen Strecke nach Cagliari lahm – Autofahrer stehen dort bis zu drei Stunden im Stau. Im Süden der Insel legte der Sturmtief Harry zwei phönizische Gräber am Strand von Sa Colonia frei.

Sturmtief Harry Schäden in Messina Italien
Küstenorte in Italien traf das Sturmtief Harry besonders schwer – Sizilien, will den Notstand ausrufen. © IMAGO/Ansa/Carmelo Imbesi

„Glücklicherweise gab es keine Todesopfer oder Verletzten“, betonte der kalabrische Gouverneur Roberto Occhiuto in der italienischen La Stampa. In Kalabrien sind in einigen Regionen in vier Tagen Regenmengen gefallen, die etwa der Hälfte eines Jahresniederschlags entspricht. Der Teil eines alten Friedhofs stürzte in San Mauro Marchesato der Provinz Crotone ein. Rund 20 Särge landeten in der darunterliegenden Schlucht. Die Bergungsarbeiten haben der Kommune zufolge begonnen.

Italienische Feuerwehr Vigili del Fuoco besonders auf Sizilien gefordert

Die Vigili del Fuoco sind seit drei Tagen im Dauereinsatz, um Unwetterschäden zu beseitigen. In Palermo in der Marina Arenella wurde ein Auto von starken Wellen ins Meer gespült. Der Fahrer konnte sich retten, bevor das Auto sank. Insgesamt führte die italienische Feuerwehr 1.650 Rettungseinsätze in den südlichen Regionen (Kalabrien, Sardinien und Sizilien). Die meisten Einsatze mit über 1.013 habe es auf Sizilien gegeben.

Mittelmeer-Zyklon Harry zieht von Italien ab

Der Zyklon schwächt sich inzwischen ab und zieht am Donnerstag (22. Januar) in Richtung Ionisches Meer. Für morgen wird die Alarmstufe in Kalabrien und Sardinien von Rot auf Gelb, in Sizilien im Raum Messina und Catania auf Gelb, sonst auf Grün herabgestuft.

Die Aufräumarbeiten laufen. Der italienische Zivilschutz hatte im Vorfeld vor dem Unwetter „Phänomene mit Ausnahmecharakter“ gewarnt. Doch Zyklon Harry hat laut ilmeteo.it alle Vorhersagen übertroffen. In Griechenland forderte das Sturmtief bereits Todesopfer. (Quellen: Vigilio del Fuoco, Corriere della Sera, Rai News, La Stampa, ANSA, ilmeteo.it) (ml)

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