Vor Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Zwei Parteien laufen die Mitglieder davon

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In Rheinland-Pfalz droht der SPD erstmals seit 1991 eine Niederlage im Rennen um die Landesregierung. Bei den Mitgliederzahlen der Parteien tut sich was.

Mainz – Zwei Monate vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz verzeichnet die regierende SPD einen Rückgang an Mitgliedern. Ende 2026 besaßen laut dpa rund 27.000 Personen das Parteibuch der Sozialdemokraten: 1000 weniger als ein Jahr zuvor.

ARCHIV - 02.04.2025, Rheinland-Pfalz, Mainz: Alexander Schweitzer (SPD), Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, bei einem Termin in der Staatskanzlei. (zu dpa: „Ministerpräsident ruft zu Zuversicht und Zusammenhalt auf“) Foto: Arne Dedert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Alexander Schweitzer (SPD), Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, bei einem Termin in der Staatskanzlei. © Arne Dedert/dpa

SPD kämpft vor Landtagswahl in Rheinland-Pfalz um Stimmen – CDU laut Umfragen vorn

Mit Malu Dreyer war im Juli 2024 die unangefochtene Führungsfigur der SPD in Rheinland-Pfalz nach über zwei Jahrzehnten in Regierungsämtern zurückgetreten. Bei der Landtagswahl 2021 hatte die Hälfte der Wählenden Dreyer als Grund dafür genannt, dass sie ihr Kreuz bei der SPD setzten. Ihr Nachfolger Alexander Schweitzer versucht seitdem, aus dem Schatten seiner Vorgängerin herauszutreten. Aktuelle Umfragen zur Rheinland-Pfalz-Wahl sehen seine Partei allerdings deutlich hinter der CDU.

Im personellen Aufwind befinden sich dagegen die ebenfalls an der Regierung beteiligten Grünen. Etwa 7800 Parteimitglieder zählen sie in Rheinland-Pfalz, rund 1100 kamen im vergangenen Jahr neu dazu. Umfragewerte aus 2025 sehen die zuletzt stark gebeutelten Grünen bei zehn Prozent der Stimmen, wie auch schon bei den letzten Landtagswahlen.

FDP in Rheinland-Pfalz im Sturzflug, Linke könnte in Landtag einziehen

Der dritte Koalitionspartner der derzeitigen Ampel-Regierung in Rheinland-Pfalz, die FDP, büßte dagegen Zuspruch ein und liegt mit rund 4000 Mitgliedern um 300 niedriger als im Vorjahr. Laut Umfragen verpassen die Liberalen bei der Wahl am 22. März sogar den Einzug in den Landtag. Damit bliebe der FDP bundesweit nur noch die Regierungsbeteiligung in Sachsen-Anhalt – zumindest bis zur dortigen Landtagswahl im Herbst.

Landtagswahlen 2026
8. März Baden-Württemberg
22. März Rheinland-Pfalz
6. September Sachsen-Anhalt
20. September Berlin (Abgeordnetenhaus)
20. September Mecklenburg-Vorpommern

Erstmals könnte die Linke in den Mainzer Landtag einziehen. Die Partei zählt gut 3800 Mitglieder und liegt in Umfragen knapp über der Fünf-Prozent-Hürde. Die Linken setzen sich unter anderem für einen Abzug der Tausenden US-Truppen aus Rheinland-Pfalz ein, die bis heute dort stationiert sind.

CDU und AfD im Aufwind vor Landtagswahl in Rheinland-Pfalz

Mitgliederstärkste Partei bleibt in Rheinland-Pfalz die CDU mit rund 32.000 Personen. Auch Umfragen sehen die Christdemokraten an der Spitze, zuletzt mit Werten zwischen 27 und 29 Prozent. Spitzenkandidat Gordon Schnieder musste sich zuletzt gegen Sticheleien aus der Schwesterpartei CDU wehren, als deren Vorsitzender Markus Söder andeutete, er wolle Bundesländer wie Rheinland-Pfalz und das Saarland zusammenlegen. Schnieder erteilte dem bayerischen Ministerpräsidenten eine Absage.

Die AfD verzeichnet den größten Mitgliederzuwachs in Rheinland-Pfalz von rund 3300 auf fast 5000 Personen. Das Bundesland hatte AfD-Mitglieder zuletzt vom Staatsdienst ausgeschlossen. Der Verfassungsschutz führt den Landesverband Rheinland-Pfalz bereits seit 2019 als rechtsextremistischer Verdachtsfall. Demnach gibt es in der Partei kaum Abgrenzung mehr zum offenen Rechtsextremismus, stattdessen deutliche islamfeindliche und antisemitische Positionen. (Quellen: dpa, Tagesschau, Innenministerium Rheinland-Pfalz, SPD, Linke, CDU)

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