Winter-Zyklon peitscht durch Italien: Evakuierungen auf Urlaubsinsel – Schulen zu, Züge stehen still

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Sintflutartiger Regen, Sturmböen und gigantische Wellen: Wintersturm Harry sorgt für Extrem-Wetter in Italien. Es gab Evakuierungen und Vermisste.

Palermo – Italien erlebt einen heftigen Wintersturm mit Extrem-Wetter, Starkregen und Sturmböen: Zyklon Harry fegt mit aller Macht über Sizilien, Sardinien und Kalabrien hinweg.

Die Wellen sind enorm: Zyklon Harry fegt über die Mittelmeerküste von Italien. © Valeria Ferraro/ZUMA Press Wire//picture alliance/dpa/Imago

Der Zivilschutz hat für Dienstag (20. Januar) eine rote Wetterwarnung für weite Teile Siziliens, Kalabriens und Sardiniens ausgesprochen. Der Mittelmeerzyklon bringt sintflutartige Regenfälle mit Niederschlägen zwischen 200 und 400 Millimetern, Sturmböen bis zu 130 Stundenkilometern und Wellen von bis zu acht Metern Höhe mit sich.

Zyklon Harry wütet über Sizilien: Küstenorte und Seniorenresidenz evakuiert

In Sizilien mussten bereits 190 Menschen ihre Häuser verlassen. Besonders betroffen sind die Küstenorte: In Giampilieri Marina wurden 32 Bewohner einer Seniorenresidenz in Sicherheit gebracht, in Acireale ordnete Bürgermeister Roberto Barbagallo die Räumung von 95 Häusern in den Küstenfraktionen Capo Mulini und Santa Maria La Scala an.

„Vorsichtshalber kontaktieren wir derzeit die Bewohner der südlichen Stadtteile und bitten sie, eine vorübergehende Evakuierung ihrer Wohnungen in Betracht zu ziehen“, erklärt Federico Basile, Bürgermeister von Messina, dem Sender Rai.

Sardinien kämpft gegen die Fluten: Wasserpegel steigt bedrohlich – 20 Orte evakuiert

Auch auf Sardinien spitzt sich die Lage zu. In Torp mussten etwa 20 ländliche Ortschaften evakuiert werden, nachdem der Wasserpegel bedrohlich anstieg. Die Küstenstraße SS 195 zwischen Cagliari und Capoterra wurde wegen der Gefahr durch Sturmfluten gesperrt.

„Die Überwachung erfolgt kontinuierlich, die Koordination ist konstant und alle operativen Strukturen sind voll im Einsatz“, versichert Sardiniens Regionspräsidentin Alessandra Todde.

Extrem-Wetter bei Wintersturm in Italien: Schulen geschlossen, Zugverkehr stark gestört

Etwa 150 sizilianische Gemeinden haben Schulschließungen angeordnet. Auch der Zugverkehr ist stark betroffen: Mehrere Strecken in Sizilien und Kalabrien wurden eingestellt, darunter die Verbindungen Siracusa-Caltanissetta und Catania-Caltagirone.

Ein Lichtblick: Zwei Hirten, die in Sardinien nach einer Flussüberschwemmung vermisst wurden, konnten wohlbehalten gerettet werden. Giuseppe Loi (65) und Francesco Moi (23) hatten laut adnkronos in einem Schafstall Schutz gesucht. Zyklon Harry soll erst am Donnerstag, den 22. Januar, abziehen. Bis dahin bleibt die Lage in Süditalien angespannt. (Verwendete Quellen: Rai, adnkrnos, Protezione Civile) (moe)