Trump hat sein Vermögen während seiner Amtszeit erheblich gesteigert. Die Verflechtungen mit seiner Regierung sorgen für Kritik.
Washington, D.C. – Seit einem Jahr sitzt Donald Trump wieder im Weißen Haus. Als US-Präsident macht der 79-Jährige dort vor allem Geschäfte – politische wie auch persönliche. So hat Trump sein Privatvermögen im ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit erheblich vergrößert. Das Wirtschaftsmagazin Forbes schätzt sein Vermögen derzeit auf 6,6 Milliarden Dollar. Das sind rund 2,7 Milliarden mehr als im Januar 2025.
„Donald Trump steht der lukrativsten Präsidentschaft in der amerikanischen Geschichte vor und hat sein Vermögen um Milliarden erhöht, vor allem durch den Handel mit Kryptowährungen“, heißt es bei Forbes. Trumps Präsidentschaft hat sich damit zu einem beispiellosen Geschäftsmodell entwickelt – und zwar auch für sein nächstes Umfeld. John Cassidy brachte es Mitte Dezember im New Yorker auf den Punkt: Seit seiner Amtsübernahme habe sich die Präsidentenfamilie „in einem beispiellosen Ausmaß bereichert“, schrieb der führende Wirtschaftsjournalist des Magazins damals.
Trump macht Geschäfte im Amt: Kryptowährungen als Haupteinnahmequelle
Das bemerkenswerte Wachstum von Trumps Reichtum basiert größtenteils auf seinem Einstieg in Geschäft mit Kryptowährungen. Bereits vor seiner Amtsübernahme lancierte Trump den Meme-Coin $TRUMP, der ihn mit erhobener Faust und der Aufschrift „Fight, fight, fight“ zeigt. Später folgte der $MELANIA-Coin seiner Ehefrau.
Diese Geschäfte erwiesen sich als äußerst profitabel: Nach Angaben der New York Times verdiente Trump allein mit diesen Währungen mehrere hundert Millionen Dollar, während Kleinanleger in dieser Zeit lauit ntv etwa zwei Milliarden Dollar verloren. Zusätzlich gründete Trump gemeinsam mit dem Milliardär (und jetzigen Sondergesandten der US-Regierung) Steve Witkoff die Firma World Liberty Financial, eine Kryptoplattform, die inzwischen an Börsen gehandelt wird.
Trumps Geschäfte und seine Arbeit als US-Präsident sind neg miteinander verknüpft
Besonders problematisch erscheinen die engen Verflechtungen zwischen Trumps Geschäften und seiner Regierungstätigkeit. Der chinesische Krypto-Investor Justin Sun investierte laut nd-aktuell 30 Millionen Dollar in World Liberty Financial, nachdem er unter Druck der US-Börsenaufsicht SEC geraten war. Nach dieser Investition behandelte die Börsenaufsicht Sun offenbar nachsichtiger . Ein ähnliches Muster zeigt sich bei Changpeng Zhao, dem Gründer der Handelsplattform Binance, der nach einem komplexen Deal mit den Vereinigten Arabischen Emiraten von Trump begnadigt wurde.
Außer den Kryptowährungen basiert Trumps Vermögen weiterhin auf seinem traditionellen Geschäftsportfolio. Dazu gehören die folgenden Posten:
- Immobilien: Trumps Immobilienbesitz in Manhattan wird auf 1,2 Milliarden Dollar geschätzt, Golfanlagen und Ressorts auf 1,3 Milliarden.
- Trump Media and Technology Group (TMTG): Das Unternehmen, zu dem auch das soziale Netzwerk Truth Social gehört, hat einen Börsenwert von zwei Milliarden Dollar. Trump hält daran einen 40-prozentigen Anteil.
Hat Trump „alles aufgegeben“? Experte übt Kritik – Vermögensquelle „Präsidentschaft“ statt „Immoibilien“
Anders als alle seine Vorgänger der vergangenen Jahrzehnte hat Trump sein Vermögen nicht einem unabhängigen Treuhänder („Blind Trust“) überlassen. Stattdessen wird es von seinen Söhnen verwaltet, während Trump der alleinige Geber und Begünstigte bleibt. Diese Konstellation führt zu direkten Interessenkonflikten, da ausländische Regierungen durch Investitionen in Trumps Unternehmen möglicherweise politischen Einfluss ausüben können.
Das Weiße Haus weist alle Korruptionsvorwürfe zurück. Präsidentensprecherin Karoline Leavitt bezeichnete entsprechende Verdächtigungen als „absurd“ und behauptete, Trump habe als „unglaublich erfolgreicher“ Geschäftsmann „alles aufgegeben“, um seinem Land zu dienen. Der prominente US-Wirtschaftsjournalist Ali Velshi sieht das anders. Trump habe sein Amt in ein gewinnbringendes Geschäft verwandelt, schrieb er auf ms.now. Zugleich vermerkte er, dass Forbes die Vermögensquelle des US-Präsidenten noch immer mit „Immobilien“ angebe. Dabei sollte dort inzwischen wohl besser „Präsidentschaft“ stehen. (Quellen: Forbes, New Yorker, NY Times, ms.now, ntv, nd-aktuell) (cs)