Teslas Verkäufe brechen ein. Immer weniger Deutsche können sich einen Kauf eines E-Autos des Musk-Konzerns vorstellen. Dabei steigt das Interesse an Elektromobilität.
Köln – Elon Musk fällt immer wieder mit politischen Äußerungen auf. Besonders sein Aufruf zur Wahl der AfD bei der Bundestagswahl hatte für Aufsehen gesorgt. Dazu unterstützte er US-Präsident Donald Trump. Die rechtsgerichteten politischen Äußerungen fallen seinem Autokonzern Tesla nun auf die Füße: Trotz steigender Nachfrage nach Elektroautos können sich immer weniger Deutsche vorstellen, einen Tesla zu kaufen – ein Trend, der insgesamt in Europa spürbar ist.
Für 60 Prozent der Deutschen komme der Kauf eines E-Autos von Tesla überhaupt nicht infrage, für 16 Prozent eher nicht, teilte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) mit. Gemeinsam mit der Forschungsgruppe Rexklima der TU Dresden hat das arbeitgebernahe Wirtschaftsforschungsinstitut im vergangenen Jahr 1781 Personen befragt.
Tesla verliert an Ansehen – selbst AfD-Fans wollen die Musk-Autos nicht
Besonders die Grünen lehnen den Kauf eines Teslas ab. Nur zehn Prozent können sich das vorstellen. Dabei ist innerhalb der Wählergruppe die Bereitschaft zum Kauf eines Elektroautos mit 64 Prozent am höchsten. Auch bei Anhängerinnen und Anhängern der AfD kann Musks Konzern wenig punkten, trotz des Wahlaufrufs zugunsten der Rechtsaußen. Weniger als 15 Prozent können sich den Erwerb eines Teslas vorstellen, wobei nur 20 Prozent ein E-Auto kaufen würden.
„Elon Musk hat sich auf dem europäischen Markt seine Zielgruppe verprellt“, erklärte IW-Experte Matthias Diermeier. „Die Elektromobilität ist neben Windrädern und Wärmepumpen ein weiteres Beispiel für die parteipolitische Aufladung von Klimapolitik in Deutschland.“
Deutsche Hersteller können vom Tesla-Absturz und E-Auto-Trend profitieren
Deutsche Autobauer profitieren laut IW dagegen von der Abkehr der Käuferinnen und Käufer vom früheren Vorreiter der Elektromobilität. Dabei hat die Branche mit dem Wandel von Verbrennungsmotoren hin zu den E-Fahrzeugen zu kämpfen – als eine der Schwierigkeiten, neben dem Zollkonflikt mit den USA und starker Konkurrenz aus China.
40 Prozent der Befragten können sich laut IW-Erhebung jedoch vorstellen, ein E-Auto eines deutschen Herstellers zu kaufen. Das zeigt sich immer mehr bei den Absatzzahlen. In Deutschland habe der Anteil der Neuverkäufe von batterieelektrischen Autos (19,1 Prozent) und Fahrzeugen mit Plug-in-Technologie (10,9 Prozent) im Jahr 2025 bei 30 Prozent gelegen, wie das Kraftfahrtbundesamt erklärte. In der Produktion machten Elektromotoren im Oktober 2025 rund 40 Prozent aus – 2024 waren es laut Statistischem Bundesamt noch 30 Prozent.
E-Autos von VW am beliebtesten – Tesla verliert an Boden
Das zeigt sich auch beim Blick auf die Neuzulassungen der E-Autos. Dort dominieren deutsche Hersteller die Top 10. Laut Kraftfahrtbundesamt waren VW-Modelle am beliebtesten. BYD habe 2025 dagegen lediglich einen Anteil von zwei Prozent gehabt. Bei den Tesla-Neuzulassungen macht sich die Ablehnung bemerkbar. In der Rangliste der reinen E-Fahrzeuge liegt der Musk-Konzern lediglich auf Platz neun. Im gesamten Jahr 2025 wurden lediglich 19.390 Teslas neu zugelassen – ein Rückgang um 48 Prozent.