Russische Halbinsel erlebt Wetter-Katastrophe: Zwei Tote durch „Schnee-Apokalypse“ – Notstand verhängt
Das Winter-Wetter auf der russischen Halbinsel Kamtschatka hat zwei Menschen das Leben gekostet, nachdem Schneemassen von Hausdächern herabstürzten.
Kamtschatka – Schwere Winterstürme haben die russische Halbinsel Kamtschatka in eine Ausnahmesituation versetzt. Nach Angaben örtlicher Behörden kamen am Donnerstag, 15. Januar 2026, in der Regionalhauptstadt Petropawlowsk-Kamtschatski zwei Menschen ums Leben, als sie von herabfallenden Schneemassen von Hausdächern verschüttet wurden.
Laut Informationen der Moscow Times ziehen seit Wochenbeginn mehrere Tiefdrucksysteme aus dem Ochotskischen Meer über die Region und bringen extreme Schneefälle sowie orkanartige Windböen mit sich. Die Wetterlage hat das öffentliche Leben in weiten Teilen der Halbinsel praktisch zum Erliegen gebracht. Russische Medien berichten von einer „Schnee-Apokalypse“ mit eingeschneiten Häusern und Autos, ebenso wie Versorgungsengpässen.
Nach Todesfall durch Schneemassen: Stadt verhängt Notstand und leitet Ermittlungen ein
Bürgermeister Jewgeni Beljajew verhängte nach Angaben der Stadtverwaltung den stadtweiten Notstand, nachdem der erste Todesfall gemeldet wurde. Laut Beljajew tragen Hausverwaltungsgesellschaften die Schuld, da sie ihre Räumpflicht vernachlässigt und zu lange auf ein Ende des Schneesturms gewartet hätten.
Nach Informationen der regionalen Zweigstelle des russischen Ermittlungsausschusses wurde ein Strafverfahren wegen Sicherheitsverletzungen mit Todesfolge eingeleitet. Das erste Opfer war laut Behördenangaben ein 60-jähriger Mann, der von Schneemassen eines zweistöckigen Wohngebäudes begraben wurde.
Kamtschatka: Zweites Todesopfer durch Schneemassen – Behörden warnen vor Dachlawinen
Katastrophenschutzminister Sergei Lebedew bestätigte etwas später den Tod eines zweiten Opfers. Nach seinen Angaben wurde ein 63-jähriger Mann von Schnee verschüttet, der vom Dach eines einstöckigen Hauses stürzte. Sanitäter hätten versucht, den Mann zu reanimieren, seien aber zu spät gekommen.
„Ich appelliere noch einmal daran, sich der riesigen Schneehaufen bewusst zu sein, die sich während des Zyklons auf den Dächern gebildet haben“, erklärte der Minister laut der Moscow Times. „Die Temperaturen sind gestiegen, und so hat der Schnee begonnen, von den Dächern zu fallen.“
Auch Studenten und Soldaten sind im Einsatz, um Menschen in Not zu helfen. Teils sind Bewohner von den Schneemassen eingesperrt gewesen; besonders ältere Menschen konnten sich nicht selbst befreien.
Schwerer Schneesturm in Kamtschatka: Behörden warnen vor weiterem Extremwetter
Notfallteams des russischen Katastrophenschutzministeriums dokumentierten ihre Rettungsaktionen in sozialen Medien: Videos zeigen nach Angaben der Behörde Einsatzkräfte, die sich durch meterhohe Schneewälle zu eingeschlossenen älteren Bewohnern vorarbeiten. Die extremen Wetterbedingungen haben ganze Stadtteile unter sich begraben. Laut Informationen der Stadtverwaltung bleiben Schulen geschlossen, der öffentliche Nahverkehr wurde eingestellt.
Nach Angaben der örtlichen Meteorologen drohen weiterhin gefährliche Bedingungen mit schwerem Neuschnee, Schneesturm und Windgeschwindigkeiten von bis zu 67 Stundenkilometern. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt zwischen 0 und 2 Grad Celsius warnen die Wetterdienste zusätzlich vor Eisbildung und lebensgefährlichen Straßenverhältnissen. Meteorologen sprechen von den schwersten Schneefällen seit etwa 30 Jahren. Binnen weniger Tage fiel so viel Schnee wie lange nicht mehr. (Quellen: The Moscow Times, dpa) (jal)