Blutbad vor dem Klassenzimmer: Brutaler Mord an Schule erschüttert Italien – Zweifel an Täter-Motiv

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Eifersucht endet in Italien tödlich. Ein 18-Jähriger stirbt nach einem Messerangriff im Klassenzimmer – der Täter brachte das Küchenmesser von zu Hause mit.

La Spezia – Das Pausenklingeln war gerade verklungen, als sich das Drama abspielte. Zwischen Schulbänken und Heften lag plötzlich ein 18-Jähriger in seinem eigenen Blut – erstochen von seinem Mitschüler. Was wie ein gewöhnlicher Schultag am Istituto Einaudi-Chiodo in La Spezia begann, endete am Freitag in einem Albtraum, der ganz Italien erschüttert.

Eifersucht endet in Italien tödlich. Ein 18-Jähriger stirbt nach einem Messerangriff im Klassenzimmer – der Täter brachte das Küchenmesser von zu Hause mit. (Symbolbild) © picture alliance/dpa | Christoph Sator

Abanoub Youssef, den alle nur „Abu“ nannten, kämpfte stundenlang um sein Leben, berichtet unter anderem rainews.it. Der italienische Staatsbürger ägyptischer Herkunft erlag am Abend seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus Sant‘Andrea. Sein Mörder: Atif Zouhair, 19 Jahre alt, aus Marokko stammend und ein Jahr jünger als sein Opfer. Erst im November 2025 hatte ein anderer Fall ganz Italien geschockt: Ein 15-jähriger Junge mit Behinderung wurde von einer Bande gefoltert und in einen Fluss geworfen.

Mitschüler bestätigen den Grund für die unfassbare Bluttat

Der Grund für die Bluttat wirkt unfassbar banal. „Er durfte nicht tun, was er getan hat. Diese Fotos mit dem Mädchen austauschen, mit dem ich zusammen bin“, gestand Zouhair laut lastampa.it den Ermittlern. Ein Mitschüler bestätigte: „Alles wegen einer absurden Eifersucht, wegen eines alten Fotos von Abanoub mit Atifs Freundin.“ Die beiden kannten sich bereits seit der Kindheit – ein Detail, das die Tragödie noch bitterer macht.

Der Angriff ereignete sich im zweiten Stock der Schule, die einst Arbeiter für das Marinearsenal ausbildete und heute Kurse für Yachtausstattung anbietet. Zouhair hatte das Küchenmesser von zu Hause mitgebracht und wartete auf seinen Moment, heißt es bei rainews.it.

Ein Lehrer, der das Drama miterlebte, schilderte die schrecklichen Minuten: „Wir waren im zweiten Stock, es passierte vor der Klassentür. Die Pausenklingel hatte geläutet. Youssef lag in einer Blutlache, ich habe versucht, die Wunde zu verbinden.“ Derselbe Lehrer entwaffnete den Täter und verhinderte möglicherweise weitere Opfer. Im letzten Jahr hatte auch der brutale Angriff auf einen Fanbus in Italien für Aufsehen gesorgt.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Täter – Obduktion steht noch aus

Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob Zouhair wegen Vorsatzes angeklagt wird. Das mitgebrachte Messer deutet auf eine geplante Tat hin. Der Täter wurde noch in der Nacht ins Gefängnis von La Spezia gebracht. Die Leiche des Opfers steht für eine mögliche Obduktion zur Verfügung. Bereits Tage vor der Tat hatte Zouhair anderen Schülern das Messer gezeigt und Drohungen ausgestoßen. Die Warnsignale waren da – doch niemand konnte die Eskalation verhindern.

Das Bildungsministerium der Region Ligurien ordnete eine Inspektion der Schule an, schreibt ilsecoloxix.it. Am Abend nach der Tat zogen Schüler schweigend durch die Straßen von La Spezia – ein stiller Protest gegen die sinnlose Gewalt, die ihr Klassenzimmer in einen Tatort verwandelt hatte. Die Tragödie wirft Fragen zur Sicherheit an italienischen Schulen auf und zeigt, wie schnell Eifersucht unter Jugendlichen tödlich enden kann. Ein Professor, der beide Schüler kannte, brachte das Unfassbare auf den Punkt: „Ich kann mir nicht erklären, wie so etwas passieren konnte.“ (Quellen: rainews.it, lastampa.it, ilsecoloxix.it) (rd)

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