Anita Neuhaus erhält Auszeichnung für ihr Lebenswerk

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Eine von vielen Errungenschaften, die Anita Neuhaus in Karlsfeld initiiert hat: die Rampe für Rollstuhlfahrer in den Karlsfelder See. © ; Norbert Habschied

Anita Neuhaus aus Karlsfeld wurde vom Freistaat Bayern geehrt. Jahrzehntelang setzte sie sich ehrenamtlich für ihre Gemeinde ein.

Karlsfeld – Es gibt Menschen, deren Leben sich einzig und allein um sie selbst dreht, Menschen, die alles dafür tun, dass es ihren Liebsten gut geht, und dann gibt es Anita Neuhaus. Die 84-Jährige setzt sich seit Jahrzehnten dafür ein, ihre Wahlheimat Karlsfeld zu einem besseren Ort zu machen. In vielerlei Hinsicht. Ob öffentliche Gießkannen und Schubkarren am Friedhof, der barrierefreie Zugang für Rollstuhlfahrer in den Karlsfelder See oder Hundetoiletten: Anita Neuhaus hat in Karlsfeld bereits viele Spuren hinterlassen.

Ich würde gerne sehen, dass Menschen wieder aufeinander zu gehen.

Für ihren unermüdlichen Einsatz in der Gemeinde Karlsfeld hat Anita Neuhaus im Landratsamt Dachau vor Kurzem das Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt erhalten. „Es ist doch selbstverständlich, dass man für andere da ist“, sagt die gebürtige Westfälin. Schon als Kind nahm sie sich selbst zurück, um für andere da zu sein. Anita Neuhaus wuchs in Potsdam als Halbwaise auf. Schon früh wurden viele Aufgaben in der Familie auf sie übertragen. Der Vater war im Krieg gefallen, die Mutter gehörlos. „Es war eine schwere Kindheit. Das hat mich geprägt, aber auch dankbar gemacht“, sagt sie heute. In dieser Zeit fand Anita Neuhaus ihre Bestimmung: sich für andere einzusetzen.

Kindergärtnerin, Gemeinderätin und Behindertenbeauftragte

1972 kam sie nach Karlsfeld, leitete den gemeindlichen Kindergarten und später den Hort. Sie engagierte sich im Elternbeirat der Schule ihres Sohnes, war Schülerlotse und sah Generationen von Karlsfeldern aufwachsen. Ihr waren aber nicht nur die Belange und das Wohlergehen der Kinder wichtig, sondern aller Menschen in Karlsfeld. Zwölf Jahre gestaltete sie als SPD-Gemeinderätin die Kommunalpolitik in Karlsfeld und prägte das Gemeindeleben wie kaum eine andere. Als Sozialreferentin war sie bei der Entstehung des Seniorenbeirats beteiligt, sie machte sich als Behindertenbeauftragte 20 Jahre für Menschen mit Handicap stark und engagiert sich bis heute in der Nachbarschaftshilfe.

In München war sie zwölf Jahre als Schöffin und sechs Jahre im Kriegsdienstverweigerungsausschuss tätig. In Dachau gab sie 15 Jahre Führungen in der KZ-Gedenkstätte und arbeitete freitagvormittags, 20 Jahre lang, im Rotkreuzshop.

Anita Neuhaus wünscht sich mehr Positivität für die Welt

Wie sie das alles als alleinerziehende Mutter stemmen konnte? „Es ist leicht, wenn man was Gutes tut“, sagt Anita Neuhaus. Für sie war das Alltag, eigentlich gar nichts der Rede wert. Und gerade die Freude am Helfen habe sie angetrieben.

Für ihren Einsatz, ihre Ideen, ihre Hilfsbereitschaft hat Anita Neuhaus nie etwas im Gegenzug verlangt. Diese Nächstenliebe vermisst die Karlsfelderin heute jedoch, wie sie sagt. „Ich würde gerne sehen, dass Menschen wieder aufeinander zu gehen und nicht nur auf ihr Handy schauen und dort Hassbotschaften lesen“, wünscht sich Anita Neuhaus für das neue Jahr. Denn: „Es ist so wichtig, positiv zu denken. Dann ist das Leben für alle einfacher.“

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