Kurze Bauzeit, geringere Kosten: Moosburg hat sich bei seinem neuen Kindergarten in der Neustadt eines speziellen Systems bedient – und feierte nun den Erfolg.
Moosburg – Wo gibt’s denn sowas – ein Kindergarten, durch den die Isar fließt und in dem die Kinder mit Booten in die jeweiligen Räume paddeln können? Ja, den gibt es, und zwar in der Moosburger Erzgebirgstraße. Nach nur knapp einem Jahr Bauzeit konnte das 4,8 Millionen Euro teure Bauprojekt in der Neustadt jüngst seine Türen aufsperren – und das, obwohl kurz davor eine mysteriöse „Maus“ im Kindergarten ihr Unwesen trieb.
Baukasten-System
Kaum waren am Freitag die Kindergartenkinder nach Hause gegangen, inspizierten die geladenen Gäste zur offiziellen Einweihung den neuen städtischen Kindergarten in der Neustadt, der frappante Ähnlichkeiten mit jenem in der Ginsterstraße hat. Den Grund erklärte Architekt Rudolf Heinz: „Dieser Kindergarten ist eine Weiterentwicklung, also ein Art Baukasten-System. Die Idee dazu hatte der Bürgermeister.“ Der Vorteil: eine schnellere Planung und weniger Kosten durch Wiederholungseffekte.
Zu den Daten: auf einer Grundfläche von 735 Quadratmeter betreuen aktuell 13 Mitarbeiter die rund 50 angemeldeten Kinder, Platz sei allerdings für insgesamt 65. Zu Bauen begonnen wurde, so Heinz, im November 2024, die Fertigstellung erfolgte am 7. Januar. Das Besondere: Der Kindergarten ist nicht nur barrierefrei, sondern auch zu 100 Prozent rollstuhlgerecht, wie der Architekt stolz verkündete. Neben dem Anschluss an das Nahwärmenetz, der Verwendung von Holz aus dem Bayerischen Wald und dem Fokus auf Nachhaltigkeit, gibt es zudem ein Highlight, das vor allem die Kinder freut: Den zentralen und äußerst geräumigen Spielflur ziert nämlich die bunt aufgemalte und sich dahinschlängelnde Isar, die dann via den kleinen Holzsegelbooten bis zu den jeweiligen Räumen befahren werden kann.
Kraftakt für die Stadt
„Das ist jetzt der Ersatz für die Container vor dem Haus – in die es reingeregnet hat“, betonte Bürgermeister Josef Dollinger, der nun einfach froh ist, das „Graffel“ nicht mehr brauchen zu müssen. „Moosburg hat in den vergangenen Jahren sehr viel geleistet“, betonte Dollinger und machte eine Rechnung auf. Seit 2022 seien sechs Kinderkrippen- und acht Kindergartengruppen in der Dreirosenstadt entstanden, womit an die 260 Betreuungsplätze abgedeckt werden können. Auch die Leiterin des Kindergartens, Susanne Kempken, zeigte sich äußerst zufrieden mit dem sonnendurchfluteten Neubau samt Abenteuer-Garten, in dem die frisch eingezogenen Kinder freilich immer noch jeden Tag etwas Neues entdecken.
Doch was hat es jetzt eigentlich mit der mysteriösen Maus auf sich? Heinz klärte schmunzelnd auf: „Als die Handwerker im Vorratsraum arbeiteten, haben sie Kratzgeräusche gehört und sich gedacht, es wäre eine Maus, weshalb sie Löcher in die Wand gebohrt haben, um sie zu suchen. Die Kratzgeräusche kamen aber nicht von einer Maus, sondern vom Bohren im Technikraum. Demnächst werden die Löcher wieder zugemacht.“