Gerade Strecke, neuer Zug: Riesen-Rätsel um Ursache für Spanien-Unglück – „Sehr seltsamer Unfall“

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Zwei Hochgeschwindigkeitszüge entgleisen in Spanien. 39 Tote, über 150 Verletzte. Minister Puente rätselt über die Ursachen des schweren Zugunglücks.

Adamuz – Der Schock sitzt tief in dem andalusischen Ort Adamuz. Am Sonntagabend, 18. Januar 2026, gegen 19.40 Uhr durchbrach ein ohrenbetäubender Knall die Ruhe der Gemeinde in der Provinz Córdoba. Zwei Hochgeschwindigkeitszüge waren auf gerader Strecke entgleist und kollidierten miteinander. Das Ergebnis: mindestens 39 Tote und über 150 Verletzte – die schwerste Zugtragödie in Spanien seit 2013.

Spanien trauert nach Zugunglück in Adamuz – und sucht die Ursache. © UGC/Jorge Guerrero/AFP

Was Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente in den frühen Morgenstunden berichtete, klang wie ein Rätsel. „Es ist seltsam, sehr seltsam, sehr schwer zu erklären“, sagte der Minister der Presse.

Ursache für Zugunglück in Spanien völlig unklar – „Seltsamer Unfall“

Die Umstände des Unfalls werfen tatsächlich Fragen auf: Der Iryo-Zug war laut Puente praktisch neu und keine vier Jahre alt, die Gleise wurden erst im Frühjahr komplett erneuert. 700 Millionen Euro hatte die staatliche Bahngesellschaft Adif in die Strecke investiert. „Es ist ein außergewöhnlich seltsamer Unfall“, so Puente.

Der Hergang des Unglücks: Ein Iryo-Zug von Málaga nach Madrid entgleiste in den Weichen von Adamuz und drang in das Nachbargleis vor. Dort raste gerade ein Alvia-Zug von Madrid nach Huelva mit 200 Stundenkilometern heran. Die beiden ersten Waggons des Alvia stürzten einen vier Meter hohen Damm hinunter.

„Derzeit können wir nicht einmal spekulieren, ob es am Rollmaterial oder an den Gleisen lag. Wir wissen es nicht“, erklärte Puente. Eine unabhängige Untersuchungskommission soll nun die Ursachen klären. Auch der Präsident der Regionalregierung Andalusiens, Juanma Moreno, bestätigte, dass die Kommission für die Untersuchung von Eisenbahnunfällen den Ursprung des Unfalls ermitteln wird.

Evakuierung aus vorderen Zugteilen besonders schwierig – Betreuungsstellen für Angehörige

Die Rettungsarbeiten dauerten die ganze Nacht an. Besonders schwierig gestaltete sich die Bergung der Opfer aus den beiden ersten Waggons des Alvia-Zuges, in denen 53 Menschen reisten. Die Evakuierung aller Passagiere des Iryo-Zuges ist inzwischen abgeschlossen, teilte das Unternehmen mit.

Der Hochgeschwindigkeitsverkehr zwischen Madrid und Andalusien bleibt mindestens für Montag komplett eingestellt. Für die Angehörigen der Opfer wurden Betreuungsstellen in den Bahnhöfen von Madrid, Sevilla, Córdoba, Málaga und Huelva eingerichtet. (Verwendete Quellen: AFP, dpa, El País) (moe)

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