Fehlendes Dach ist bald Geschichte: Bushaltestelle im Geretsrieder Zentrum bekommt endlich Wetterschutz

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Warten im Schnee: Die Bushaltestelle Fasanenweg Richtung Süden hat seit der Zentrumsgestaltung keinen Wetterschutz mehr. © Sabine Hermsdorf-hiss

Die Bushaltestelle Fasanenweg hat seit der Umgestaltung der Neuen Mitte keinen Wetterschutz. Nun soll im zweiten Quartal endlich ein Wartehaus gebaut werden.

Geretsried – Wer von der Egerlandstraße in den Süden der Stadt fahren will, steht im Regen beziehungsweise Schnee. Seit der Umgestaltung der Neuen Mitte besitzt die Bushaltestelle Fasanenweg keinen Wetterschutz mehr. Eine Bank gibt es, bei Nässe ist sie allerdings nicht zu gebrauchen. Andreas Wagner hat das fehlende Bushäuschen bereits vor eineinhalb Jahren bemängelt. Die Stadt kündigte an, den Sachverhalt zu prüfen. Da Fahrgäste des ÖPNV an der Stelle noch immer kein Dach über dem Kopf haben, hakte der ehemalige Linke-Bundestagsabgeordnete und SPD-Stadtratskandidat jüngst nach. Im Rathaus ist das Projekt in Arbeit. Heuer soll ein Buswartehaus gebaut werden.

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Barrierefreie Bushaltestellen

Seit mehreren Jahren stellt die Stadt jährlich rund 180 000 Euro für den barrierefreien Ausbau von Bushaltestellen bereit. Insgesamt gibt es laut Auskunft aus dem Rathaus im Stadtgebiet 43 Haltestellen, die sich in unterschiedlichen Ausbaustadien befinden. „In den vergangenen Jahren wurden mehrere Haltestellen barrierefrei umgebaut oder mit neuen Wartebereichen ausgestattet“, berichtet Geschäftsleiterin Ute Raach.

Für das kommende Jahr sei der barrierefreie Ausbau von fünf weiteren Haltestellen vorgesehen, darunter die zweite Haltestellenseite am Johannisplatz sowie die Haltestelle „Blumenstraße“ beim Kaufland.

Die Auswahl der Maßnahmen erfolge auf Grundlage des Mobilitätskonzepts. „Entscheidende Kriterien sind dabei unter anderem die Frequentierung der Haltestellen sowie ihre Lage an Hauptverkehrsachsen wie der Richard-Wagner-Straße, der Adalbert-Stifter-Straße, der Böhmerwaldstraße und der Blumenstraße“, so Raach.

Die Kosten für den barrierefreien Ausbau einer Haltestelle liegen zwischen 50 000 und 100 000 Euro. Das hängt von den Gegebenheiten vor Ort ab. Raach: „Aufgrund der jeweiligen Eigentumsverhältnisse ist ein vollständiger Umbau nicht an allen Standorten möglich.“

Vor der Zentrumsgestaltung befand sich die Haltestelle ein paar Meter weiter Richtung Kirche. Es gab eine größere Bank und einen Wetterschutz. Aus Wagners Sicht hat sich die Situation für Fahrgäste durch die Verlegung verschlechtert. „Die provisorisch wirkende Sitzgelegenheit ist bei schlechter Witterung nicht nutzbar. Ich halte das für eine Zumutung, insbesondere für Eltern mit ihren Kindern und Seniorinnen und Senioren sowie mobilitätseingeschränkte Menschen“, kritisiert er. Für den Geretsrieder macht die verlegte Haltestelle Fasanenweg den Eindruck einer Behelfslösung und „ist alles andere als ein Aushängeschild für die Neue Mitte“. Für einen entsprechenden Beitrag im sozialen Netzwerk Facebook bekam er dafür über hundert Gefällt-mir-Angaben.

Besagte Bushaltestelle „ist seit der Umgestaltung der Egerlandstraße funktionstüchtig in Betrieb“, betont Ute Raach auf Nachfrage unserer Zeitung. Gleichwohl kündigt die Geschäftsleiterin des Rathauses an: Im zweiten Quartal dieses Jahres ist die Montage eines Buswartehauses vorgesehen. Das haben die städtischen Gremien Ende 2024 entschieden. „Nach der Haushaltsfreigabe 2025 wurde mit der Umsetzung begonnen“, berichtet Raach.

Wagner begrüßt die Absicht, die Bushaltestelle baulich zu verbessern. Seine Reaktion birgt aber eine gewisse Skepsis: „Ich wundere mich, wieso eine der meistfrequentierten Bushaltestellen in der Stadt im Zusammenhang mit der Umgestaltung der Neuen Mitte zurückgebaut und nicht von Beginn an heutigen Standards und den Fahrgastzahlen entsprechend am neuen Ort neu errichtet wurde.“ Schließlich gehe es nicht um irgendeine Bushaltestelle, sondern um eine Haltestelle im Zentrum von Geretsried.

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Raach hat eine Erklärung. Entsprechend des Standards in der ÖPNV-Planung wurde die alte Haltestelle vor der ehemaligen Post verlegt, damit sich die Linienhaltestellen möglichst gegenüberliegen. „Die frühere war zudem nicht barrierefrei ausgebaut.“

Beliebige Platzierung ist nicht möglich

Größere Wartehäuschen könnten nicht beliebig vor Geschäftsflächen oder Hauseingängen platziert werden. „Diese Abwägung ist Teil der städtebaulichen Gesamtplanung und betrifft auch andere Standorte im Stadtgebiet“, so Raach. Am neuen Standort verläuft unterirdisch der Hauptsammler des Abwasserzweckverbands. „Während der Bauphase waren dort noch Anschluss- und Sicherungsarbeiten erforderlich“, so Raach. Die finale Prüfung und Abnahme des Sammlers erfolgten erst 2025, sodass das Einbringen dauerhafter Fundamente erst zu diesem Zeitpunkt möglich gewesen sei. Sie wurden vergangenen Sommer hergestellt. Nun kann das Bushäuschen kommen.