Schlag für Russlands Wirtschaft: Putins Einnahmen sollen weiter reduziert werden. Die EU will die Preisobergrenze für russisches Öl ab Februar 2026 noch mehr drosseln.
Brüssel – Die EU will die Preisobergrenze für russisches Öl ab Februar 2026 von 47,6 Dollar pro Barrel auf 41,1 Dollar senken. Das geht aus einer Durchführungsverordnung der EU-Kommission vom 14. Januar 2026 hervor. Ursprünglich lag die Preisobergrenze bei 60 Dollar pro Barrel.
EU drosselt wichtige Einnahmen der russischen Wirtschaft – und senkt Preisobergrenze für Putins Öl
Die Preisobergrenze ist eine Sanktionsmaßnahme, die 2022 in Kraft trat. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte damals, dass die Preisobergrenze „Russlands Einnahmen noch stärker beschneiden und seine Fähigkeit, Krieg in der Ukraine zu führen, einschränken“ wird. Zudem soll die Maßnahme die globalen Energiepreise stabilisieren. Die Preisobergrenze wurde im Juli 2025 auf 47,6 Dollar gesenkt.
Um die Preisobergrenze zu umgehen, hatte Kremlchef Wladimir Putin seine Schattenflotte ausgebaut. Zur Schattenflotte gehören meist marode Schiffe, die nicht versichert und nicht lokalisierbar sind und unter falscher Flagge fahren. Die Schattenflotte ist bislang für zwei Drittel der Ölexporte verantwortlich gewesen, besonders die Öllieferungen über den Seeweg stiegen zuletzt an.
Sanktionen gegen Russlands Wirtschaft: Putins Schattenflotte bekommt Schwierigkeiten
Durch die Verschärfung der Ölsanktionen bekommt Putin jedoch zunehmend Probleme, die Sanktionen zu umgehen und sein Ölgeschäft fortzuführen. Angefangen damit, dass sich bisherige Käufer vom russischen Ölhandel distanzieren und keine Lieferungen mehr von sanktionierten Ölkonzernen annehmen wollen. Nachdem US-Präsident Donald Trump Sanktionen gegen die größten Ölkonzerne Rosneft und Lukoil verhängt hatte, kündigten indische und chinesische Raffinerien an, ihre Öllieferungen einzuschränken. Von Rosneft und Lukoil wollen China und Indien künftig kaum bis gar kein Öl mehr annehmen. Dabei sind China und Indien wichtige Ölabnehmer, die aus Russland trotz Ukraine-Kriegs massenhaft Öl importierten.
Wie sehr sich die Ölsanktionen auf den Ölhandel auswirken, sieht man auch an der Zahl der Schiffe, die ihr russisches Öl nicht loswerden. Jüngsten Bloomberg-Daten zufolge erreichte die Menge russischen Rohöls auf See neue Höchststände. Die Gesamtmenge des in Tankern gelagerten russischen Öls habe einen Rekordwert von 216 Millionen Barrel erreicht. Seit Dezember 2025 dümpeln mindestens zwölf mit Urals-Rohöl beladene Schiffe vor der Küste Omans und warten auf Abnehmer. Weil viele mit russischem Öl beladene Tanker im Zuge der US-Sanktionen längere Fahrten nach China anstatt nach Indien unternehmen müssen, kommt es zu Verzögerungen beim Entladen des Öls.
Trump bricht mit Putins Schattenflotte – und beschlagnahmt verdächtige Tanker
Zudem wollen die EU und die USA Putins Schattenflotte noch stärker ins Visier nehmen. Auf Anweisung von Trump wurden sogar venezolanische Schiffe mit Verbindung zur Schattenflotte beschlagnahmt. So hat die US-Marine den Tanker „Olina“ am 9. Januar 2026 beschlagnahmt, weil der Tanker Teil der sogenannten Schattenflotte sei und unter Verdacht stehe, sanktioniertes Öl zu transportieren. (Quellen: eur-lex.europa.eu, Bloomberg) (bohy)