„Meilenstein für die Energiewende“: Hier entstehen fünf neue Windräder

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Fürstenfeldbruck
  4. Mammendorf

Kommentare

Zwischen Fürstenfeldbruck und Mammendorf sollen fünf weitere Wind-Energie-Anlagen (WEA) entstehen. Der Windpark wird rund 50 Millionen kosten. © mm/Stadtwerke

Der Ausbau der erneuerbaren Energien im Landkreis bekommt einen gewaltigen Schub. Bei Mammendorf und Malching entstehen fünf neue Windräder.

Mammendorf/Malching - Es ist ein Meilenstein auf dem Weg zur regionalen Energiewende. Mit insgesamt fünf neuen Windrädern wollen die Brucker Stadtwerke im westlichen Landkreis bald Strom für rund 13 000 Haushalte produzieren. Die Genehmigung für das Projekt liegt bereits vor. Im Jahr 2028 sollen sich die Windräder drehen.

Entstehen werden sie dort, wo bereits jetzt Strom aus Windkraft produziert wird. Drei Anlagen sind auf Mammendorfer Flur geplant, zwei bei Malching – also im Gemeindegebiet von Maisach. Von den bereits stehenden Windrädern werden sich die neuen vor allem in ihrer Dimension unterscheiden. Sie sollen wesentlich größer ausfallen – und damit auch mehr Strom erzeugen können (Kasten).

Nachholbedarf bei Öko-Strom

Er freue sich, dass die Windkraft im Landkreis nun weiter ausgebaut werde, sagte Landrat Thomas Karmasin bei der Vorstellung des Projekts im Mammendorfer Rathaus. Es bestehe Nachholbedarf. Seine Behörde habe das Vorhaben sorgfältig geprüft. Untersucht worden seien unter anderem mögliche Auswirkungen durch Lärm und Schattenwurf sowie der Schutz von Natur und Landschaft.

Zahlen und Fakten zu den Anlagen

Die neuen Windräder haben eine Nabenhöhe von 162 Metern. Die bereits bestehenden liegen bei 135 Metern. Der Rotordurchmesser der neuen Anlagen beträgt 175 Meter. Die Nennleistung beträgt sechs Megawatt. Insgesamt kommt der Windpark also auf eine Leistung von 30 Megawatt. Der Betrieb ist auf eine Laufzeit von 25 Jahren ausgelegt.

Wertschöpfung für die Region

Stadtwerke-Chef Jan Hoppenstedt bezeichnete das Projekt als Meilenstein. „Mit dem erteilten Bescheid ist klar: Die Energiewende ist kein abstraktes Projekt.“ Die Anlagen würden nicht nur sauberen Strom liefern, sie würden auch eine Wertschöpfung in der Region bringen. Das sieht auch Mammendorfs Bürgermeister Josef Heckl so. Er freut sich vor allem darüber, dass die Windkraft auch bei den Bürgern akzeptiert sei.

Für den Bau der fünf Anlagen gibt es einen straffen Zeitplan, wie Projektleiter Daniel Herz erklärt. Noch in diesem Jahr sollen die ersten Bagger anrollen. Mit dem Bau der Fundamente soll im ersten Quartal des kommenden Jahres begonnen werden. Für die ersten drei Monate des Jahres 2028 ist der Bau der Türme vorgesehen. Im zweiten Quartal sollen Gondel und Rotorblätter angebracht werden. Für Ende 2028 rechnet Herz mit der Inbetriebnahme.

Beteiligung von Bürgern

Das Projekt soll nicht nur die regionale Energiewende voranbringen. Die Bürger Mammendorfs und Maisachs sollen auch finanziell von dem Vorhaben profitieren. An den zwei Windrädern bei Malching können sich Maisacher über eine Genossenschaft beteiligen, in Mammendorf über Gesellschafter-Anteile in einer Kommanditgesellschaft. Dass daran großes Interesse bestehe, habe er aus zahlreichen Gesprächen mit Bürgern erfahren, sagt Bürgermeister Heckl. Auch Projektleiter Daniel Herz berichtet von großem Interesse, etwa bei diversen Informationsveranstaltungen.

Finanziert wird das Vorhaben auf Mammendorfer Flur von den Stadtwerken Fürstenfeldbruck, der Gemeinde sowie den Grundstückseigentümern. Bei Malching finanzieren die Stadtwerke, die Gemeinde Maisach sowie die Bürgerenergie Maisacher Land eG das Großprojekt. Projektleiter Herz geht von Kosten in Höhe von rund zehn Millionen Euro pro Anlage aus – also insgesamt etwa 50 Millionen Euro. Windkraftanlagen werden im Landkreis auch an anderen Stellen geplant.