Bauernregel mit klarer Prognose: Dieser Januartag soll Sommer-Wetter im August vorhersagen

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Im Januar ist der Sommer noch Zukunftsmusik. Doch laut einer Bauernregel lässt sich das Wetter für die heißeste Zeit des Jahres früh prognostizieren.

München – Wie kompliziert sich Wettervorhersagen gerade in Zeiten des Klimawandels gestalten, erleben nicht nur Meteorologen beinahe täglich. Nach Eiseskälte über die Feiertage und heftigem Schneefall, zumindest in einigen Regionen Deutschlands, zeigen Thermometer zum Jahresbeginn nun sogar Werte an, die wenig winterlich daherkommen.

Kalte, klare Luft: Laut der Bauernregel sollen diese Verhältnisse am Antonitag einen heißen Lorenzitag versprechen. © IMAGO / onw-images

Ähnlich unbeständig präsentierte sich der vergangene Sommer, als es schon im Juni kein Entkommen vor der Hitze gab. Und sich nur wenige Wochen später der Juli um den Preis als erster Herbst-Monat des Jahres zu bewerben schien, ehe es im August wieder bergauf ging mit den Temperaturen.

Bauernregel zum Sommerwetter: Kälte am 17. Januar verspricht Hitze im August

Was darauf schließen lässt, dass sich das Wetter an keine Regeln hält – und auch die Grenzen der Jahreszeiten sprengt. Entsprechend werden gerade Langzeitprognosen zum Raten ins Blaue. Und auch die Bauernregeln haben es zunehmend schwer. Etwa jene, die am 17. Januar bereits eine sichere Prognose für das Wetter am 10. August verspricht.

Jenen Tag, der dem Heiligen Antonius gewidmet wird, begleitet dieser Ausspruch: „Große Kält‘ am Antonitag, große Hitz‘ am Lorenzitag.“ Also: Wird es am 17. Januar klirrend kalt, sollten sich die Menschen am 10. August auf besonders hohe Temperaturen einstellen. Inmitten der vermeintlich heißesten Hundstage.

Wetterprognose über Bauernregel: Klimawandel & Co. machen es alten Traditionen schwer

Aber was ist von solchen jahrhundertealten Bauernregeln überhaupt noch zu halten? In einem Blog der Österreichischen Nationalbibliothek wird erläutert, warum sie mit Vorsicht zu genießen sind. Da wäre die Gregorianische Kalenderreform, durch die sich die Vorhersagen um bis zu zehn Tage verschoben haben. Zudem wurden sie überregional übernommen oder der Entstehungsort lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Der größte Faktor, warum die Zeit der Bauernregeln abgelaufen sein dürfte, ist der Klimawandel. Das Erdklima hat sich seit dem frühen 20. Jahrhundert drastisch verändert.

Thomas Wostal ging 2017 zu seiner Zeit als Wetterchef des ORF in einem Beitrag für den Sender auf die Probleme der langfristigen Bauernregeln ein. „Schlecht sind alle Regeln, die versuchen von einem einzigen Tag weit in die Zukunft zu schauen, und das Wetter ein halbes Jahr später voraussagen. Ein Beispiel wäre eine Regel, die versucht von einem einzigen Tag im Winter einen ganzen Sommer vorherzusagen“, betonte der Meteorologe: „Diese Regeln funktionieren nicht, was aus meteorologischer Sicht sinnvoll ist.“

Dem entgegen nahm das Passauer Bistumsblatt im Jahr 2024 noch die Bauernregel „Wenn zu Antoni die Luft ist klar, gibt’s ein trockenes Jahr“ hinzu und schrieb, diese beiden Aussprüche würden „ein tatsächlich wissenschaftlich dokumentiertes Wetterphänomen“ beschreiben. So würde auf trockene und klare Winterluft Mitte Januar „auffallend oft ein zu trocknes Jahr mit einem brütend heißen Sommer“ folgen.

Wetter für die Bauernregel: Am Antonitag wird es nicht klirrend kalt

Beim Blick auf die Wetterprognosen für den 17. Januar 2026, also diesen Samstag, fällt auf, dass es nicht gerade winterlich kalt werden soll. Das Portal wetter.com sagt Höchstwerte von bis zu neun Grad im Westen vorher, lediglich in Bayern und in Sachsen sollen die Temperaturen teilweise nicht über den Gefrierpunkt hinauskommen. Gerade im Norden soll es trüb werden, auch im Rest der Republik ist mit Wolken und Nebel zu rechnen.

Sonne am Himmel über Blumen
Sommerhitze im Anmarsch? Der 1. August zählt zu den sogenannten Hundstagen. © IMAGO / Bernd März

Auch bei wetteronline.de überwiegen die Wolken, lediglich in der Mitte Deutschlands sowie im Westen und Südwesten winken sonnige Abschnitte. Die Temperaturen liegen demnach zwischen minus ein Grad in Bayern und neun Grad im Westen. Etwas freundlicher und milder erwartet wetter24.de den Antonitag mit Werten zwischen drei und neun Grad sowie einem Sonne-Wolken-Mix im Großteil des Landes. Ähnlich sieht es bei wetter.de aus, wo null bis zehn Grad prognostiziert werden.

Heißt also: Große Kälte ist nicht zu erwarten, gerade angesichts der historischen Mittelwerte, die wetter.de für Januar mit minus zwei bis plus zwei Grad angibt. Das wiederum würde eben bedeuten, dass am 10. August und damit während des Hochsommers nicht die ganz große Hitze zu erwarten ist. Aber wer weiß schon, an welche Bauernregeln sich das Wetter diesmal hält? (Quellen: Österreichische Nationalbibliothek, ORF, Passauer Bistumsblatt, wetter.com. wetteronline.de, wetter24.de, wetter.de) (mg)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/deutschland/bauernregel-fuer-sommer-januartag-soll-hitze-im-sommer-sicher-vorhersagen-94124382.html