Schneechaos in Italien: Tausende Autos blockieren Bergstraßen, selbst ein Krankenwagen steckt im Stau fest. Das Winter-Wetter führt zum Verkehrskollaps.
Tornimparte – Weiße Pracht, strahlender Sonnenschein und eisige Kälte – diese perfekte Winterkombination löste am vergangenen Wochenende einen wahren Ansturm auf die italienischen Berge aus. Doch was als entspannter Schneetag beginnen sollte, wurde für tausende Touristen zum Albtraum.
Die ersten kräftigen Schneefälle der Saison zwischen Freitag und Samstag lockten Scharen von Ausflüglern in die Apenninen. Besonders betroffen waren die beliebten Skigebiete Monte Livata, Campo Felice und Campocatino, wo sich dramatische Szenen abspielten, berichtet das italienische Nachrichtenportal II Dolomiti. Am Monte Livata bei Subiaco eskalierte die Situation so sehr, dass die Carabinieri die Zufahrtsstraße komplett sperrten. Über 9.000 Autos drängten sich laut Schätzungen des regionalen News-Portals canaledieci.it Richtung Skigebiet. Selbst Besitzer von Ferienhäusern konnten ihre eigenen Wohnungen nicht erreichen. Ganz ähnliche Szenen hatten sich bereits bei Rekord-Schnee im Dezember in Prato Nevoso ereignet.
Schnee-Chaos in Italien: Tausende Touristen blockieren Bergstraßen – Krankenwagen steckt fest
„Ich dachte, ich könnte den Schnee genießen und ein paar Fotos machen, stattdessen war es ein Albtraum“, berichtete der Fotograf Valerio Di Silvestro gegenüber Il Messaggero. Stundenlang standen die Autos nach dem Krankenhaus Angelucci im Stau. Viele parkten ihre Fahrzeuge einfach am Straßenrand und gaben auf. Besonders dramatisch wurde die Lage bei Campo Felice und Ovindoli. Dort blieb ein Krankenwagen im Verkehrschaos stecken und kam nicht zu seinem Einsatzort durch. Die Rettungskräfte mussten hilflos zusehen, wie der massive Touristenstrom jede Durchfahrt blockierte.
Bereits in den frühen Morgenstunden bildeten sich kilometerlange Schlangen auf der Strecke von Campo Felice nach Tornimparte. Der Rückweg gestaltete sich noch chaotischer – auch andere Rettungsfahrzeuge kamen nicht durch. In Campocatino sorgte ein quer stehender Bus für zusätzliches Chaos. Hunderte Familien mussten unverrichteter Dinge umkehren, weil die Zufahrt komplett blockiert war. Die Enttäuschung war groß – viele hatten extra früh das Haus verlassen, um dem erwarteten Andrang zu entgehen. Andere Teile Italiens sind wegen Schnee-Chaos und Unwettern komplett lahmgelegt.
Erste Schneefälle locken Massen an – Verkehrskollaps in den Skigebieten
Experten sehen mehrere Gründe für den extremen Andrang. Il Dolomiti berichtet, dass der Klimawandel solche perfekten Wintertage immer seltener macht. Die Menschen wollen jede Gelegenheit nutzen, echte Winterlandschaften zu erleben. Zusätzlich verstärken soziale Medien den Hype um schneereiche Gebiete. Die Infrastruktur der Apenninen-Skigebiete ist dem wachsenden Ansturm nicht gewachsen. Neve Appennino fordert dringend Investitionen in bessere Verkehrswege und Parkplätze, um solche Chaos-Situationen künftig zu vermeiden. (Quellen: II Dolomiti, Neve Appennino, canaledieci.it, Il Messaggero) (kiba)