Mit minimalem Aufwand möchte die Stadt Moosburg ihren Bahnhof aufhübschen. Parallel dazu bereitet man die Ausschreibung für einen Investor vor.
Moosburg – Im Oktober 2019 hat die Stadt Moosburg für 113.000 Euro das Bahnhofsgebäude gekauft, und seither wird leidenschaftlich über das sanierungsbedürftige Gebäude diskutiert. Es gab schon eine Umfrage zu den Wünschen der Bahnhofsnutzer, verschiedene Analysen zur Bausubstanz und auch Diskussionen über einen potenziell interessierten Investor. Entschieden wurde bislang nichts. Doch in der Stadtratssitzung am Montag wollte Bürgermeister Josef Dollinger (parteilos) für die Verwaltung endlich eine Richtungsentscheidung: „Wir machen das, was ihr hier beschließt.“ Das Ergebnis ist nun eine ganz einfache Aufhübschung des Gebäudes zusammen mit dem konkreten Entwurf für eine Investoren-Ausschreibung.
Auf dem Tisch lagen diesmal alle vier denkbaren Varianten. So konnte man den Beschluss einer millionenschweren Generalsanierung des Gebäudes aufrechterhalten. Basierend auf einen Antrag der Freien Wähler vom Mai 2025 könnte man auch die Fassade verschönern und im Innenbereich den ehemaligen Kioskbereich für das Aufstellen von Automaten herrichten. Variante drei war der Abriss des Gebäudes und eine Lösung mit aufgestellten Containern. Die vierte Option ist die Ausschreibung für den Einstieg eines privaten Investors.
Bei den Meinungen der Stadträte gab es eine bunte Mischung, wobei lediglich die millionenschwere Generalsanierung keinen einzigen Fürsprecher hatte. Mitarbeiter der Verwaltung rieten eher zum Abriss, der einer Mehrheit der Stadträte noch zu früh kommt. Bei der Variante könnte man über Container Aufenthalts- und Verkaufsbereiche sowie sanitäre Anlagen für die Fahrgäste aufstellen. „Mit einem Abriss würden wir frühzeitig Fakten schaffen“, sagte der 3. Bürgermeister Michael Stanglmaier (Grüne) und sieht das als verfrühtes Handeln.
In der Vergangenheit wurde im Stadtrat schon leidenschaftlich über die sogenannte Pinselsanierung diskutiert, doch angesichts gravierender Schäden wie etwa dem undichten Dach stellt sich dann die Frage, wo man anfangen und wo man aufhören soll. Rudi Heinz (CSU) sprach nun von einer „Pinselsanierung light“, bei der man mit einfachen Maßnahmen das Gebäude auffrischt. Dabei schlug Bürgermeister Dollinger vor, dass man die Fassade mit dem Team des eigenen Bauhofs weißeln könnte. Dem folgte letztlich das Gremium in einem Teil des Beschlusses für das weitere Vorgehen.
Die weitreichende Entscheidung ist der Auftrag an die Verwaltung, eine Investor-Konzeptausschreibung vorzubereiten. Darin wird die Stadt darauf bestehen, mit einem Verkaufsbereich im Gebäude die Nahversorgung der Fahrgäste sicherzustellen. Die Verwaltung soll dafür einen Grundentwurf ausarbeiten, der dann in den Stadtratsfraktionen konkret diskutiert werden soll. Auch die städtischen Rechtsanwälte werden in die Formulierung dieses Entwurfs eingebunden.
In der Diskussion wurde deutlich, dass man den Besitz des Bahnhofs halten möchte, aber einen Investor gerne dazunehmen würde. „Für die Stadt ist das die charmanteste Lösung“, sagte Rudi Heinz. Gunnar Marcus (SPD) warnte jedoch, dass die Stadt sich an einer Generalsanierung oder einem Neubau beteiligen müsse: „Wenn wir alles ausschließen, was der Stadt Geld kosten könnte, dann werden wir keinen Investor finden.“ Auch Reinhard Lauterbach (FW) hakte da ein und sagte, dass man bei der Generalsanierung des Gebäudes durch einen künftigen Betreiber diesem das Haus dann wohl um die 20 Jahre mietfrei überlassen müsse.