Dramatische Einsätze der Bergwacht – Gestürzte Frau bleibt auf Wanderweg liegen

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Von Dezember bis Januar mussten die ehrenamtlichen Retter zu 32 Einsätzen ausrücken. Besonders dramatisch verlief der Dreikönigstag mit zwei schweren Unfällen.

Berchtesgaden – Die Bergwacht Berchtesgaden hatte über die Weihnachtsferien alle Hände voll zu tun. Darüber berichtete der Kreisverband Berchtesgadener Land des Bayerischen Roten Kreuzes in einer Pressemitteilung. Von Dezember bis einschließlich 11. Januar rückten die ehrenamtlichen Retter zu insgesamt 32 Einsätzen aus – allein zehn davon im Januar. Der Großteil der Unfälle ereignete sich bei winterlichen Aktivitäten wie Schlitten- und Skifahren, vor allem am Jenner und am Götschen.

Dramatischer Dreikönigstag mit zwei schweren Unfällen

Besonders arbeitsintensiv verlief der Dreikönigstag für die Bergretter. Gegen 13.50 Uhr ging zunächst ein Notruf vom Carl-von-Linde-Weg ein, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei. Dort war eine 75-jährige Wanderin aus der Oberpfalz gestürzt und mit starken Rückenschmerzen liegengeblieben. Die Bergretter versorgten die Frau gemeinsam mit dem Wirt des Windbeutelbarons als Ersthelfer und einer Rettungswagen-Besatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes, die sie dann auch in die Kreisklinik Bad Reichenhall einlieferte.

Schlitten- und Skiunfälle hielten die Bergretter auf Trab. Allein am Dreikönigstag ereigneten sich zwei schwere Unfälle mit Hubschrauber-Einsatz.
Schlitten- und Skiunfälle hielten die Bergretter auf Trab. Allein am Dreikönigstag ereigneten sich zwei schwere Unfälle mit Hubschrauber-Einsatz. © Kreisverband Berchtesgadener Land / Bayerisches Rotes Kreuz

Nur kurze Zeit später folgte der nächste Alarm in der Nähe des Jenner-Spinnergrabens. Eine 23-Jährige war beim Schlittenfahren vom Weg abgekommen und durch den Bergwald gestürzt, wobei sie sich nach erster Einschätzung schwerer an der Schulter verletzt hatte, schreibt die Polizei weiter. Die Bergwacht versorgte sie gemeinsam mit der Notärztin des Salzburger Notarzthubschraubers „Christophorus 6“, zog sie seilgesichert im Luftrettungssack zurück auf den Weg, wo der Heli zum Einladen landen konnte. Für die beiden zeitgleichen Einsätze am Feiertag waren insgesamt sieben Bergretter im Einsatz.

Schwere Verletzungen am Wochenende

Am vergangenen Samstag und Sonntag waren die Bergretter bei vier Einsätzen gefordert. Am Samstag verletzte sich um 10.00 Uhr ein 56-jähriger Einheimischer bei einem Sturz am Krautkaser-Zielhang schwer an der Schulter, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei. Der alarmierte Vorsorgedienst der Berchtesgadener Bergwacht und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ versorgten den Mann und flogen ihn dann zur Kreisklinik Bad Reichenhall.

Der Pistenvorsorgedienst am Götschen musste am frühen Nachmittag einen 13-jährigen Buben aus dem Landkreis Rosenheim versorgen, der kurz bewusstlos war und dann mit einem Rettungswagen des Berchtesgadener Roten Kreuzes in die Kreisklinik Bad Reichenhall eingeliefert wurde. Am Sonntagvormittag verletzte sich am Götschen ein zwölfjähriges Mädchen aus dem nördlichen Landkreis an der Schulter und eine 52-jährige Flachgauerin schwer am Unterschenkel, schreibt die Polizei weiter. Die 52-Jährige kam nach Erstversorgung durch die Bergwacht und den Reichenhaller Notarzt mit einem Berchtesgadener Rettungswagen ins Salzburger Unfallkrankenhaus.

Weitere Einsätze zwischen Weihnachten und Neujahr

Darüber hinaus war die Bergwacht bei vielen weiteren Einsätzen gefordert. Am 4. Januar verletzte sich ein 19-jähriger Einheimischer kurz nach 15.00 Uhr beim Rodeln am Jenner an der Schulter und wurde dann mit einem Rettungswagen des Berchtesgadener Roten Kreuzes in die Kreisklinik Bad Reichenhall eingeliefert, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei. Am 1. Januar gegen 14.00 Uhr musste ein verletzter neunjähriger Bub aus Nordrhein-Westfalen am Jenner-Mitterkaser versorgt werden, der nach Versorgung durch die Bergwacht und den Berchtesgadener Notarzt mit dem Berchtesgadener Krankenwagen ins Salzburger Landeskrankenhaus eingeliefert wurde.

Am 30. Dezember brach sich gegen 15.00 Uhr ein 43-Jähriger aus dem Landkreis Rosenheim unterhalb der Bergstation am Jenner den Oberarm. Die Bergwacht und der Berchtesgadener Notarzt versorgten ihn, per Rettungswagen ging es dann von der Talstation weiter zur Kreisklinik Bad Reichenhall, schreibt die Polizei weiter. Am 29. Dezember mussten die Bergwacht und „Christoph 14“ mittags wegen einer ausgerenkten Kniescheibe zum Malerwinklrundweg am Königssee ausrücken.

Bergwacht verzeichnet 325 Einsätze für das Jahr 2025

Am 28. Dezember brauchte kurz nach 14.00 Uhr am Jenner-Stachus eine am Fuß verletzte 38-Jährige aus Hessen Hilfe, die nach Erstversorgung durch die Bergwacht per Rettungswagen in die Kreisklinik Bad Reichenhall eingeliefert wurde. Bereits gegen 12.30 Uhr musste die Bergwacht zu einer 27-Jährigen aus Nordrhein-Westfalen an der Jenner-Mittelstation ausrücken, die wegen einer Beinverletzung dann mit dem Freilassinger Rettungswagen zur Kreisklinik Bad Reichenhall gefahren wurde, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei.

Weitere Einsätze ereigneten sich bereits am 23., 19., 10. und 1. Dezember. Am 1. Dezember war die Bergwacht an einer nächtlichen Vermisstensuche in der Unterschönau beteiligt. Ein Suchhundeteam der Bergwacht Ramsau fand die vermisste 31-Jährige dann im steilen Bergwald am Grünstein, laut Polizei. Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte versorgten sie mit der Berchtesgadener Notärztin, brachten sie ins Tal und lieferten sie dann mit einem Rettungswagen des Berchtesgadener Roten Kreuzes in die Kreisklinik Bad Reichenhall ein. Trotz der zeitweise hohen Einsatzfrequenz während der Wintermonate bleibt der Sommer weiterhin die intensivste Zeit für die Bergwacht Berchtesgaden. Für das Jahr 2025 verzeichnet die Bergrettungswache Berchtesgaden bereits 325 Einsätze. (Quelle: Kreisverband Berchtesgadener Land / Bayerisches Rotes Kreuz), (fhz)

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