„Brauchte die Drogen“: Ex-Bayern-Profi packt über Abhängigkeit aus

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Ein ehemaliger Basketballer des FC Bayern spricht offen über seinen zurückliegenden Drogenkonsum – und gibt dunkle Einblicke in seine Abhängigkeit.

München – Jason George war einst eines der vielversprechendsten Basketball-Talente Deutschlands. Der heute 24-Jährige durchlief die Nachwuchsmannschaften des DBB, wurde Junioren-Nationalspieler und schaffte den Sprung zu Bayern München. Doch hinter der erfolgreichen Fassade entwickelte sich eine Geschichte, die zeigt, welche Herausforderungen der Profisport mit sich bringen kann.

Jason George stand zwischen 2018 und 2023 beim FC Bayern unter Vertrag.
Jason George stand zwischen 2018 und 2023 beim FC Bayern unter Vertrag. © IMAGO/isslerimages

Anfang Mai 2023 wurde von der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) wegen eines auffälligen Befunds ein Untersuchungsverfahren gegen George eingeleitet und der 2,02 Meter große Profi vorläufig vom Spielbetrieb suspendiert. Nach etwa eineinhalb Jahren beendete die NADA die sportrechtlichen Ermittlungen und sperrte ihn aufgrund der Einnahme von MDMA und Methamphetamin für zwei Jahre und vier Monate.

Ex-Bayern-Basketballer Jason George beichtet Drogen-Vergangenheit

George hat sich nun erstmals über die dunkle Vergangenheit geäußert und drastische Worte für seine Zeit der Abhängigkeit gefunden: „Ich brauchte die Drogen, sie wurden meine Medizin gegen den Schmerz, keinen Spaß mehr zu empfinden beim Basketball“, sagte George im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er habe unter anderem Marihuana geraucht, später Kokain konsumiert und sei „nicht weit weg von einer Überdosis“ gewesen.

Ein einschneidendes Erlebnis während seiner Zeit bei Bayern München beschleunigte laut eigener Aussage Georges Absturz. „Es müsste in etwa vier Jahre her sein, zur Weihnachtszeit. Es gab da den Zwischenfall mit meinem Trainer“, berichtete der 24-Jährige über den Start seiner Drogenprobleme. Sein damaliger Trainer Andrea Trinchieri hatte ihn zuvor geschlagen. Anschließend verließ er die Münchner leihweise in Richtung Chemnitz – doch die Abwärtsspirale setzte sich mit der positiven Dopingprobe fort.

Im Blut von George wurden Ecstasy und Crystal Meth festgestellt. Wissentlich habe er diese Drogen nie konsumiert, betont der Basketballer. Stattdessen seien sie wohl beim Konsum anderer Substanzen in seinen Körper gelangt. George betont jedoch, er habe Drogen nur zur Betäubung und nicht zur Leistungssteigerung eingenommen – und konnte das laut NADA glaubhaft nachweisen, weshalb seine Sperre etwas verkürzt wurde.

Der positive Dopingtest erwies sich paradoxerweise als Wendepunkt in Georges Karriere. Auch wenn es vorerst den Anschein gemacht habe, als „ob die Welt untergeht“, sieht der 24-Jährige den Test samt Sperre heute als „Geschenk“, da er ihm half, aus der Abwärtsspirale herauszufinden. Im Dezember 2025 verpflichtete ihn schließlich der Erstligist Würzburg Baskets. Nach harter Drogen-Vergangenheit ist George jetzt zurück in der Basketball-Bundesliga – und trifft dort auf eine Trainer-Legende des FC Bayern. (LuHa)

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