Während US-Kriegsschiffe in der Karibik patrouillieren und Öltanker festsetzen, steuern zwei chinesische Großtanker unbeirrt auf Venezuela zu. Die unter chinesischer Flagge fahrenden Supertanker „Thousand Sunny“ und „Xing Ye“ seien in der Nähe venezolanischer Gewässer unterwegs, berichtet „Newsweek“.
China schickt weiter Tanker - trotz US-Drohkulisse
Die „Thousand Sunny“ wird demnach Mitte Januar an Venezuelas wichtigem Terminal Jose erwartet, die „Xing Ye“ war zuletzt vor Französisch-Guayana im Wartestand.
China stellt sich damit offen gegen Washingtons Kurs. Peking lehne die US-Öl-Beschlagnahmungen und den militärischen Druck entschieden ab, heißt es bei „Newsweek“. Chinas UN-Botschafter Sun Lei warnte im Sicherheitsrat, die US-Maßnahmen hätten „zu anhaltenden Spannungen in der Region geführt“ und rief die USA auf, ihre Aktionen zu stoppen, „und eine weitere Eskalation zu vermeiden“.
US-Blockade würgt Venezuelas Ölgeschäft ab
US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt eine Blockade für alle sanktionierten Schiffe angekündigt, die venezolanische Gewässer ansteuern oder verlassen. Laut „Reuters“ sind die venezolanischen Ölexporte seitdem auf etwa die Hälfte des November-Niveaus eingebrochen. Die USA haben zwei vollständig beladene Öltanker mit Fracht aus Venezuela beschlagnahmt, ihre Schiffe patrouillieren in der Karibik.
Die Folgen sind sichtbar: Vor dem Ölterminal Jose warten laut „Reuters“ inzwischen fast zwei Dutzend Tanker auf Ladefenster oder Abfahrtsbefehle. Rund 16 Millionen Fässer Öl stauen sich demnach in Schiffen vor der Küste – ein deutlicher Anstieg gegenüber Mitte Dezember.
China bleibt wichtigster Rettungsanker
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro wirft Washington vor, seine „souveränen Ölexporte“ illegal anzugreifen und nannte das Vorgehen „völlig irrational“, berichtet „Newsweek“. Die USA begründen die Blockade damit, dass Caracas Öleinnahmen zur Finanzierung von Drogenhandel und Kriminalität nutze. Seit September haben US-Streitkräfte mehr als 20 Angriffe auf mutmaßliche venezolanische Schmugglerboote in internationalen Gewässern geflogen.
Gleichzeitig bleibt China für Venezuela wirtschaftlich überlebenswichtig. Peking hat dem Land über Jahre hinweg Zehntausende Millionen Dollar geliehen, die Caracas überwiegend mit Öl zurückzahlen muss, so „Reuters“. Die beiden Tanker „Thousand Sunny“ und „Xing Ye“ gehörten zu einer Flotte, die im Rahmen dieser Schuldentilgungsmodelle im Einsatz sei, berichtet „Newsweek“.