Putins heimliche Krim-Residenz aufgeflogen: Prunk, Privat-Krankenhaus und ein irrer Preis

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Aufnahmen zeigen einen neuen Luxus-Palast für Wladimir Putin auf der Krim. Das Anwesen strotzt vor Gold und Marmor – und kuriosem Interieur.

Kiew – 91 Drohnen soll die Ukraine auf die Residenz von Wladimir Putin abgefeuert haben. Das behauptet jedenfalls Russland und veröffentlichte nun sogar ein angebliches Beweis-Video. Experten sind dennoch skeptisch, ob der Angriff auf die sogenannte Waladi-Residenz in der Region Nowgorod wirklich stattgefunden habe, oder nicht doch alles nur ein Propaganda-Move des Kreml ist. Der Prunk-Bau ist allerdings längst nicht die einzige Luxus-Immobilie Putins. Ein anderes Gebäude auf der Krim rückt nun plötzlich in den Fokus.

Die Totale zeigt den Prunk-Bau an der Südküste der Krim.
Die Totale zeigt den Prunk-Bau an der Südküste der Krim. © Screenshots: YouTube @NawalnyRU

Aufnahmen enthüllen nun einen bis dato weitgehend unbekannten Prunk-Bau Putins auf der Krim. Die Halbinsel wurde von Russland 2014 völkerrechtswidrig annektiert. Im laufenden Ukraine-Krieg ist sie immer wieder im Mittelpunkt der Kämpfe. Die bis dato unbekannten Bilder des Prachtbaus veröffentlichte das Team des verstorbenen Kreml-Gegners und Putin-Widersachers Alexey Nawalny. Ein 32 Minuten langes YouTube-Video gibt allerhand Einblicke und Hintergründe.

Putin-Prunkbau auf der Krim enthüllt – er gehörte eigentlich ukrainischem Ex-Präsident

Ursprünglich zum Bau in Auftrag gegeben hatte das Gebäude demnach Viktor Janukowitsch. Janukowitsch war bis 2014 Präsident in der Ukraine, verlor sein Amt aber während der sogenannten „Euromaidan-Revolution“ und der schweren Proteste in Kiew. Putin bestätigte später, Janukowitsch bei der Flucht aus der Ukraine geholfen zu haben.

Im Zuge der Annektierung der Krim sollte schlussendlich auch Janukowitschs noch nicht fertiggestellter Prunk-Bau am Cape Aya an der Südküste der Halbinsel in staatlichen Besitz übergehen. Bereits 2017 wurde allerdings enthüllt, dass dies nicht geschah. Stattdessen gibt das Team Nawalny an, dass das Grundstück wohl in die Hände einer Oligarchenfamilie fiel, der formell bereits eine andere offizielle Staatsresidenz Putins gehört. Weitere Unternehmensunterlagen lassen auf eine direkte Verbindung des Gebäudes zu Putin schließen.

Der gigantische Saal in Putins Krim-Anwesen. Daneben eine Art Lageplan, veröffentlicht vom Team Nawalny.
Der gigantische Saal in Putins Krim-Anwesen. Daneben eine Art Lageplan, veröffentlicht vom Team Nawalny. © Screenshots: YouTube @NawalnyRU

Bilder zeigen Putins Luxus-Residenz auf der Krim – Luxus-Kronleuchter und gigantische Schlafzimmer

Die veröffentlichten Aufnahmen zeigen: Vom Rohbau, den Janukowitsch hinterließ, ist nicht mehr viel übrig. Videos, aufgenommen von einem beliebten Wanderweg, der oberhalb der Klippe, unter der das Gebäude liegt, verläuft, zeigen einen groß ausgebauten Prunk-Bau mit eigener Zufahrt, neuem Helikopter-Landeplatz, einer eigenen Uferpromenade zum Flanieren und einem gar extra aufgeschütteten weißen Sandstrand. Ein dem Nawalny-Team vorliegender Architekten-Entwurf zeigt deutliche Übereinstimmungen mit dem im Video zu sehenden Gebäude.

Das Gebäude besteht gleich aus mehreren Stockwerken. Im ersten Stockwerk liegt ein gigantischer, 233 Quadratmeter großer Saal mit einer acht Meter breiten Fensterfront, die den Blick auf das Meer ermöglicht. Allein der Kronleuchter über dem Tisch soll laut dem Nawalny-Team 3,5 Millionen Rubel (36.445 Euro) kosten. Vom Saal geht ein 154 Quadratmeter großes Schlafzimmer ab. Ein Foto aus dem Raum zeigt einen Luftreiniger exakt des gleichen Modells, das Putin auch in einigen seiner Büroräume oder auch in seinem Privat-Appartment stehen haben soll.

Marmor, Gold und viele Fernseher: Putins Krim-Residenz enthüllt

Vom Schlafzimmer geht ein 50 Quadratmeter großes Badezimmer aus Marmor ab, vollgepackt mit goldenen Elementen. Ein Jacuzzi samt Fernseher ist zu sehen. Allein die Wasserknöpfe am Becken sollen pro Stück rund 30.000 Euro kosten. Ebenfalls grenzt ein begehbarer Kleiderschrank von rund 30 Quadratmetern Größe an. Auf der gegenüberliegenden Seite des großen Saals soll sich noch ein weiterer, ähnlich ausgestatteter, aber mit 183 Quadratmetern etwas kleinerer Schlafbereich befinden. An diesen soll sogar eine Art „Bediensteten-Schlafzimmer“ angrenzen. Fotos von diesem Bereich lagen nicht vor. Bilder zeigen zudem einen Flur, der zu einer Art dekorativen Bibliothek alter Bücher umgestaltet wurde. Allein die Bücher sollen tausende Euro wert sein.

Gold, Marmor und ein Fernseher am Whirlpool – Luxus in Putins Krim-Residenz.
Gold, Marmor und ein Fernseher am Whirlpool – Luxus in Putins Krim-Residenz. © Screenshots: YouTube @NawalnyRU

Noch absurder wird es im darunter liegenden Stockwerk. Laut dem Lageplan, der dem Team Nawalny vorliegt, befindet sich dort eine Art privates Krankenhaus. Im Raum befinde sich in gewisser Weise eine Allgemeinmedizin-Praxis, mit einem Ultraschall-Gerät, Massagetischen, Equipment für aufwendige Labor-Untersuchungen, einem Elektrokardiografen und Material zur Physiotherapie. Es soll außerdem einen Raum zur Behandlung von Hals-Nasen-Ohren-Erkankungen sowie einen eigenen Zahnarzt-Raum geben. Auch ein Röntgengerät und ein chirurgisches Dentalmikroskop stehen auf der Inventarliste, gemeinsam mit weiterem zahnmedizinischen Gerät.

Putins Krim-Palast enthält sogar Privat-Klinik – und riesigen Spa-Bereich

Zusätzlich gibt es sogar einen OP-Saal samt Defibrillator und Anästhesie-Maschine. Ebenfalls vorhanden ist ein eigener Spa-Bereich. Die vorhandene Schwimmhalle ist ebenfalls in Marmor und Gold gehalten, zeigt ein Foto. Der Pool-Boden besteht aus Mosaiksteinen. Auch am Pool hängt ein riesiger Fernseher. Im Spa-Bereich sind zudem zwei kleinere Pools direkt nebeneinander. Einer mit warmem, einer mit kaltem Wasser. Das Team Nawalny erklärt, dass sich derartige Zwillingsbecken direkt nebeneinander in zahlreichen Immobilien Putins wiederfinden.

Viel Gold und Marmor: Das Foto zeigt den Privat-Pool in Putins Krim-Residenz.
Viel Gold und Marmor: Das Foto zeigt den Privat-Pool in Putins Krim-Residenz. © Screenshots: YouTube @NawalnyRU

Auf einen Aspekt im Spa-Bereich weist das Team Nawalny allerdings explizit hin. Eine 6 Millionen Rubel teure Dusche, laut dem Video ein Fabrikat aus Deutschland, wird als „die teuerste Sanitärinstallation, die wir je gesehen haben“ betitelt. Ein eigenes Hammam und weitere Massagebereiche schließen an. Zusätzlich gibt es eine Cryosauna. Das Fabrikat in der Krim-Residenz soll allein umgerechnet 416.500 Euro kosten.

Putin ließ sich in Krim-Palast eigene „Entertainment-Zone“ einbauen

Ein Stockwerk ist noch übrig, das im Video als „Entertainment-Zone“ bezeichnet wird. Hier befindet sich ein Heimkino, ausgestattet mit sündhaft teurem Top-Equipment. Allein 15 Surround-Boxen sollen vorhanden sein. Es soll einen eigenen Billard-Raum und eine Zigarren-Lounge geben, ebenso wie eine Art „Tasting-Raum“ mit Kühlschränken für Speisen und Getränke. Ein drei Meter hohes, fünf Meter breites Aquarium soll den Raum ausschmücken.

Einblick in eines der Schlafzimmer in Putins Krim-Villa.
Einblick in eines der Schlafzimmer in Putins Krim-Villa. © Screenshots: YouTube @NawalnyRU

Auf dem Grundstück befindet sich außerdem noch ein weiteres Haus, wohl eine Art Gästehaus, wie das Team Nawalny vermutet. Die Fläche beträgt 5000 Quadratmeter, es hat direkten Blick auf das Meer, die Front besteht komplett aus Glas und es gibt einen großen Außenpool. Vier Appartements mit Schlafzimmern sollen enthalten sein. Es gibt laut Plan einen eigenen Beauty-Salon und ein Gym.

Luxus pur für Putin auf der Krim – Schätzung verrät irre Summe

Wie teuer der Prunkbau auf der Krim insgesamt ist, ist nicht gesichert zu beziffern. Ebenso ist unklar, ob Wladimir Putin hier wirklich gedenkt, seine freie Zeit zu verbringen. Laut den Recherchen des Nawalny-Teams soll aber ein Freund Putins 405 Millionen Rubel für die Fertigstellung bereitgestellt haben. Eine weitere Firma soll gar 3,6 Milliarden Euro in die Baufirma der Krim-Residenz zum Ausbau gesteckt haben. Ein befreundeter Immobilien-Mogul, der laut des Videos formell weitere Residenzen Putins unterhalten soll, soll ebenfalls 2 Milliarden Rubel von einem Offshore-Konto zur Verfügung gestellt haben. Das Team Nawalny schätzt die Gesamt-Bausumme unter Berücksichtigung aller Dokumente auf 10 Milliarden Rubel (104,1 Millionen Euro). Wie hoch die Instandhaltungskosten ausfallen mögen, mag man sich kaum vorstellen. (Quellen: Youtube: NawalnyRU; tagesspiegel, tagesschau)

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