Leser zum Politik-Aus: "Der Letzte, der auf die Schuldenbremse getreten hat"

Ex-Finanzminister Christian Lindner hat erklärt, künftig nicht mehr für öffentliche Ämter zur Verfügung zu stehen. Die Leserreaktionen darauf zeichnen kein einheitliches Bild. Zustimmung zum Rückzug steht neben Lob und  Kritik an seiner politischen Bilanz. Auffällig ist, dass sich viele Kommentare weniger mit der Form seines Abschieds befassen als mit seiner Rolle in der Ampelkoalition und den offenen Fragen zur Zukunft der FDP.

Debatte über Lindners Rückzug

Viele Leser bewerten den Rückzug als richtig und nachvollziehbar. Der Schritt wird als realistischer Schlusspunkt nach dem Wahlergebnis verstanden. Zustimmung äußert sich häufig knapp und ohne ausführliche Begründung. Lindners Erklärung, künftig nicht mehr für öffentliche Ämter zur Verfügung zu stehen, wird in diesem Lager überwiegend als endgültig akzeptiert. Teilweise wird der Abschied auch als Entlastung für die FDP gesehen. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit Lindners politischer Bilanz findet kaum statt.

"Das ist eine gute Entscheidung!"  Zum Originalkommentar

"Einer der Politiker, die auch in der freien Wirtschaft gut zurecht kommen. Davon gibt es viel zu wenige." Zum Originalkommentar

"Sehr kluge Entscheidung von Christian Lindner. Das Volk bzw. der Wähler wollte ihn und seine Partei nicht mehr für die unselige Politik mit den beiden anderen Amplern, er konnte aber auch ansonsten selbst nicht wirklich liefern ..." Zum Originalkommentar

"Der Schritt ist nachvollziehbar. Lindner hat seine Partei komplett verkauft und somit in die Bedeutungslosigkeit katapultiert nur um damals seinen Posten zu bekommen." Zum Originalkommentar

Debatte zur Leistung Lindners

Ein erheblicher Teil der Kommentare diskutiert Lindners politische Bilanz differenziert. Neben deutlicher Kritik finden sich auch anerkennende Einschätzungen. Mehrere Leser heben hervor, dass Lindner finanzpolitische Ordnung verteidigt und an der Schuldenbremse festgehalten habe. Gleichzeitig wird ihm vorgeworfen, mit der Beteiligung an der Ampelkoalition eine strategische Fehlentscheidung getroffen zu haben. Die Kritik richtet sich damit weniger gegen seine fachliche Kompetenz als gegen politische Bündnisse und Prioritätensetzungen. Damit wird Lindner teils als leistungsfähiger Politiker beschrieben, der im falschen politischen Umfeld agiert habe. 

"Gerade jetzt wird ein Politiker vom Format Christian Lindner wieder dringend gebraucht. Warum? Weil es bisher in der GroKo niemanden gibt, der dem jetzigen Kanzler, der noch unfähiger ist als Scholz, die Rote Karte zeigt!" Zum Originalkommentar

"(...) Er war der Letzte, der auf die Schuldenbremse getreten hat. Egal, ob man ihn nun mochte oder nicht! Mit der Ampel hatte er die Falschen an seiner Seite."  Zum Originalkommentar

"Er war eigentlich einer von den Besseren. Sein größter Fehler war es, in der Ampel falsch zu regieren, statt lieber nicht zu regieren."  Zum Originalkommentar

"Sein Verdienst: Die Einhaltung der Schuldenbremse. Seine Fehler: Die Koalition mit den Grünen in der Ampel und die undemokratische Absage an einen FDP-Ministerpräsidenten in Thüringen, eine verpasste Chance. Er ist gescheitert."  Zum Originalkommentar

"(...) Er war der Letzte, der auf die Schuldenbremse getreten hat. Egal, ob man ihn nun mochte oder nicht! Mit der Ampel hatte er die Falschen an seiner Seite."  Zum Originalkommentar

Skepsis über endgültiges Politik-Aus

Einige User äußern Zweifel an der Endgültigkeit von Lindners Abschied. Diese Skepsis ist meist allgemein gehalten und speist sich aus grundsätzlichem Misstrauen gegenüber politischen Erklärungen. Konkrete Anhaltspunkte für eine geplante Rückkehr werden nicht benannt. Lindners Aussage, nicht mehr für öffentliche Ämter zur Verfügung zu stehen, wird zwar registriert, aber nicht uneingeschränkt geglaubt. Die Skepsis bleibt ein Randphänomen und prägt das Gesamtbild nur begrenzt. 

"Wäre nicht der Erste, der doch wieder zurückkehrt. Warten wir mal ab ..."  Zum Originalkommentar

"Ich würde mich nicht darauf verlassen, dass es eine finale Entscheidung ist ..."  Zum Originalkommentar

"Na, wenn es ein Politiker sagt, kann ich mir die Halbwertszeit ja denken."  Zum Originalkommentar

Blick auf die FDP und ihre Zukunft

Ein kleinerer Teil der Kommentare richtet den Fokus auf die FDP. Diskutiert werden Profilverlust, strategische Fehler und die Notwendigkeit eines Neuanfangs. Lindners Rückzug wird hier als Einschnitt gesehen, der die Partei zwingt, sich neu zu ordnen. Die Verantwortung wird nicht allein bei Lindner verortet, sondern auf strukturelle und programmatische Fragen ausgeweitet. Konkrete Lösungsvorschläge bleiben selten.

"An die chancenlose AfD oder Linke ihre Stimme zu verschleudern, anstatt sie der FDP zu geben, war der größte Fehler des "mündigen Wählers" zur letzten Bundestagswahl! So wurde die ausgelaugte SPD in die Koalition mit der Union gezwungen und damit die "Merkeliander" dort gestärkt. Es sollte sich also jetzt niemand von denen über diese Koalition beschweren!"  Zum Originalkommentar

"Kann ihn verstehen. Aber wir brauchen dringend eine liberal-konservative, technologieoffene Partei. Wo soll die herkommen ..."  Zum Originalkommentar

"Die FDP hat in der letzten Regierungsbeteiligung auf ganzer Linie versagt und ihre traditionellen Positionen und ihre Wähler schändlich verraten. Es bleibt nur zu hoffen, dass es in der Partei noch Vertreter für einen Neuanfang innerhalb oder außerhalb der Partei gibt."  Zum Originalkommentar

"(...) Die Liberalen müssen sich jetzt neu finden bzw. erfinden. Dazu fehlt ein politisches Momentum in einer Gesellschaft, die "blind" nach Links und Rechts sortiert."  Zum Originalkommentar

Sonstiges

Einige Nutzerbeiträge sind nicht eindeutig einer Position zuzuordnen. Enthalten sind lose Gedanken zu Parteiendemokratie, karrierebezogene Spekulationen oder allgemeine Fragen zur politischen Debatte. Manche sind sarkastisch.

"Nach meiner Wahrnehmung hat Lindner gehofft, dieses Abenteuer mit der SPD und den Grünen durchstehen zu können. Die Schuldenpremse war dann auch die Schmerzgrenze. Dann kam die Inszenierung mit seiner Entlassung und die verletzenden Worte, die ihm von Scholz nachgerufen worden sind. Nein, Herr Lindner - nicht der Wähler hat Ihnen Unrecht getan sondern Herr Scholz!" Zum Originalkommentar

"Bin gespannt, wie es mit Autoland ausgeht."  Zum Originalkommentar

Sehen Sie einen Gewinn für die FDP und den politischen Betrieb – oder bedauern Sie den Abgang einer prägenden Persönlichkeit? Diskutieren Sie mit und bringen Sie Ihre Perspektive in die Debatte ein!

Hinweis: Die in diesem Artikel zitierten Kommentare geben ausschließlich die Meinungen unserer Leser wieder und wurden inhaltlich nicht verändert. Die Analyse, Auswertung und thematische Gruppierung der Kommentare erfolgt automatisiert mithilfe Künstlicher Intelligenz.
Ex-Finanzminister Lindner schließt Rückkehr in die Politik kategorisch aus
Jetzt mitreden