In der Nähe von Maikop kam es zu Explosionen. Anwohner berichten von einem Angriff auf den Flugplatz Khanskaya in Russland. Viele Fragen bleiben offen.
Maikop – Der Ukraine-Krieg erreicht womöglich erneut das russische Hinterland: Am Morgen des 29. Dezember sollen Explosionen den russischen Militärflugplatz Khanskaya nahe Maikop erschüttert haben. Die Vorfälle fallen in eine Phase, in der die Ukraine ihre Angriffe auf Militärziele in Russland deutlich ausweitet.
Anwohner in der südrussischen Stadt Maikop berichteten laut dem russischen Nachrichtenportal Astra von mehreren Explosionen sowie von einem Angriff auf den nahegelegenen Militärflugplatz Khanskaya. Eine OSINT-Analyse der Nachrichtenseite wertete Videomaterial eines Anwohners aus, das Angriffe und die Aktivität von Luftverteidigung in der Nähe der Militärbasis zeigen soll.
Unterschiedliche Angaben aus Russland: Will Drohnen im Ukraine-Krieg abgefangen haben
Die Stadt Maikop liegt rund 290 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Vom derzeit ukrainisch kontrollierten Territorium beträgt die Entfernung sogar etwa 450 Kilometer, wie die Nachrichtenseite Kyiv Independent berichtet. Die Ukraine hat sich bislang nicht offiziell zu dem Vorfall bekannt. Allerdings war der Flugplatz Khanskaya bereits im Oktober Ziel eines von Seiten der Ukraine bestätigten ukrainischen Drohnenangriffs.
Der erste ukrainische Angriff auf den Militärflugplatz am 10. Oktober war Teil einer gemeinsamen Mission des ukrainischen Militärgeheimdienstes (HUR) und des ukrainischen Sicherheitsdienstes (SBU), wie es laut der Kyiv Post später in einer Bekennungsnachricht des ukrainischen Generalstabs hieß. Ukrainischen Medien zufolge ist auf dem Flugplatz die 272. Polotsk-Flugausbildungseinrichtung stationiert, die zur Höheren Militärflugschule Krasnodar gehört. Die Basis soll zudem wiederholt für Angriffe auf ukrainische Verteidigungskräfte und zivile Siedlungen genutzt worden sein.
Das russische Verteidigungsministerium gab am 29. Dezember an, in der Nacht 89 ukrainische Drohnen abgeschossen zu haben, elf über der Republik Adygea. Dort liegt auch die Stadt Maikop. Der Chef der Republik Adygea, Murat Kumpilow, schrieb auf Telegram, es habe „keine Opfer oder Schäden“ gegeben. Er gab an, dass sogar 17 Drohnen abgefangen wurden – eine Zahl, die von den Angaben aus Moskau abweicht.
Strategie der Ukraine? Zusammenhang zu Explosionen bei wichtigem Militärflughafen bisher unklar
In derselben Nacht habe es laut dem russischen Telegram-Nachrichtenkanal Exilenova+ auch deutlich weiter nördlich in Russland, in Tula, einen Luftalarm gegeben. Bewohner sprachen laut der ukrainischen Nachrichtenseite United24Media von bis zu 14 Explosionen. Die Ukraine kommentierte die mutmaßlichen Angriffe bisher nicht.
Seit dem Sommer 2025 intensiviert die Ukraine ihre Angriffe auf militärische Ziele innerhalb Russlands, um die Kampffähigkeit der Armee des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Ukraine-Krieg zu schwächen. Gerade Drohnenangriffe auf Flugplätze, Munitionslager und Logistikzentren gelten dabei als zentrales Mittel der ukrainischen Strategie. Inwiefern sich die Explosionen bei Maikop in diese Strategie einordnen lassen, ist allerdings unklar. (Quellen: Astra Press, Kyiv Independent, Kyiv Post, Exilenova+, United24Media, eigene Recherche) (lismah)