Der Zweite Bürgermeister der Jachenau, Sepp Danner, möchte bei der Kommunalwahl für die „Unabhängigen“ ins Rennen gehen.
Jachenau – Zum ersten Mal seit 2008 haben alle Jachenauer bei der Kommunalwahl am 8. März 2026 wieder die Auswahl zwischen zwei Bürgermeisterkandidaten. Sepp Danner hat seine Bereitschaft erklärt, für die Unabhängige Wählergemeinschaft anzutreten. Damit fordert er den Amtsinhaber Klaus Rauchenberger (Freie Wählergemeinschaft) heraus, der seit sechs Jahren die Geschicke der Gemeinde leitet.
Jachenau: Sepp Danner will als Bürgermeister kanidieren
Den Gedanken, als Bürgermeister zu kandidieren, habe er schon etwas länger im Hinterkopf gehabt, erklärt Danner. Der Zimmerer blickt auf 18 Jahre kommunalpolitische Erfahrung zurück. Dem Gemeinderat gehörte er von 2008 bis 2014 und dann wieder ab 2020 an. Die sechs Jahre dazwischen saß er im Kreistag. Seit 2020 ist Danner Zweiter Bürgermeister.
Einblick in die Abläufe im Rathaus hat er aber schon viel länger. Sein 2023 verstorbener Vater Sepp arbeitete 30 Jahre bei der Gemeinde, war dort für den Fremdenverkehr, fürs Loipenspuren sowie die Pflege und Beschilderung der Wanderwege zuständig. „Ich habe ihm schon damals oft geholfen und dadurch einiges mitbekommen“, sagt Sepp Danner. Sein Onkel Kaspar Danner war 18 Jahre Jachenauer Bürgermeister.
Erster Weg führte zum Amtsinhaber
Der Auslöser, selbst das Amt des Rathauschefs anzustreben, seien für ihn Rückmeldungen aus der Bevölkerung gewesen, so der 55-Jährige. „Ich wurde von mehreren angesprochen, ob das nicht ein Job für mich wäre.“ In Zeiten, in denen er Rauchenberger im Rathaus vertrat, habe er Gefallen an der Aufgabe gefunden, sagt Danner. Ein entscheidender Faktor sei für ihn das „super Team“ in der Gemeindeverwaltung. „Da würde ich gut dazu passen.“ Auch seine Frau Rosi und die drei Kinder (24, 17 und 14) hätten spontan grünes Licht gegeben. Danach habe ihn aus Fairnessgründen sein erster Weg zu Amtsinhaber Rauchenberger geführt, um ihn über seine Absichten zu informieren.
Zimmerei ließe sich mit Bürgermeisteramt kombinieren
Als Kritik am jetzigen Bürgermeister will Danner seine Gegenkandidatur nicht verstanden wissen. „Wir arbeiten gut zusammen, und das wird auch nach der Wahl so bleiben“, sagt er. Die Bürgermeisterwahl sei einfach eine Persönlichkeitswahl. Er selbst sei den Jachenauern als „zielstrebig im Beruf und im Sport“ bekannt, meint der Langläufer und ehemalige Sportwart und Trainer beim SC Jachenau.
Sein zeitliches Engagement in seiner Zimmerei mit zehn Mitarbeitern würde er im Fall seiner Wahl so herunterfahren, dass es sich gut mit dem Ehrenamt als Bürgermeister vereinbaren lässt. „Das ist möglich, weil ich super Vorarbeiter habe. Die brauchen mich auf der Baustelle nicht unbedingt.“
Jachenauer Radweg als „Herzensthema“
Inhaltlich nennt Danner als sein größtes „Herzensthema“, dass es endlich mit dem Radwegbau vorwärts geht. „Außerdem will ich die Standbeine der Jachenau festigen.“ Die Jachenau lebe von der Land- und Forstwirtschaft sowie vom sanften Tourismus. All das will er unterstützen. Zum Ziel hat sich Danner gesetzt, die Dorfmitte ansprechender zu gestalten. „Generell gibt es bei den gemeindlichen Liegenschaften einen großen Sanierungsbedarf“, sagt er, „zum Beispiel bei der ehemaligen Gemeinde.“
Bei der Neuvergabe der Wasserrechte fürs Kraftwerksystem am Walchensee möchte sich Danner dafür einsetzen, dass mehr Restwasser in der Jachen verbleibt, dadurch der Grundwasserspiegel nicht weiter sinkt und die Wasserversorgung sicher ist.
Nominierung am 2. Januar 2026
Jungen Familien will er helfen, dass sie in der Jachenau bleiben können, indem sie hier Arbeitsplätze und Wohnraum finden. Letzteres lasse sich über Einheimischenmodelle erreichen, aber auch dadurch, dass man sich im Fall von Leerständen in der Gemeinde um ein Vorkaufsrecht der Gemeinde bemüht, so Danners Idee. Nicht zuletzt will er die Vereine unterstützen und nennt eine gute Ausstattung von Kindergarten, Schule und Feuerwehr als wichtige Anliegen.
Offiziell nominiert werden soll Sepp Danner in der Aufstellungsversammlung am 2. Januar 2026. Auf der Gemeinderatsliste treten ihm zufolge dann auch wieder die amtierenden Gemeinderäte der Unabhängigen Wählergemeinschaft, Sepp Orterer und Jost Gudelius jun., an, während Eugenie Grünwald nicht mehr zur Verfügung stehe.