Seit März 2022 liegt die Mega-Segeljacht "A" im Golf von Triest fest – und belastet den italienischen Staatshaushalt massiv. Nach einem Bericht der Regionalzeitung "Il Piccolo" summieren sich die Ausgaben für Wartung und Liegeplatz inzwischen auf rund 30 Millionen Euro.
Laut dem österreichischen Portal "Kleine Zeitung" wurde das rund 530 Millionen Euro teure Schiff nach Beginn des Ukraine-Kriegs festgesetzt, weil es nach Auffassung der Behörden dem belarussischen Oligarchen Andrej Melnichenko zuzurechnen ist, der als Kreml-nah gilt.
Jacht-Wartung: Streit um Eigentümer und Sanktionen
Melnichenko weist die Eigentümerschaft an dem von Philippe Starck entworfenen Schiff zurück und verweist auf einen Trust mit unabhängigem Treuhänder. Italienische und europäische Behörden kommen jedoch zu dem Schluss, dass die Konstruktion letztlich zu ihm und seiner Familie führt. Formal gehört die Jacht der auf Bermuda registrierten Valla Yachts, die das Vermögen in einen Trust eingebracht hat, der von einer Schweizer Gesellschaft verwaltet wird.
EuGH soll über neue Klage entscheiden
Valla Yachts hat im Anschluss beim Verwaltungsgericht Latium (TAR) erneut Klage eingereicht. Das Verfahren wurde per Vorlagefrage an den Europäischen Gerichtshof weitergeleitet, ein Urteil wird nach Justizangaben in den ersten Monaten 2026 erwartet.
Nach einem Ende des russischen Angriffskriegs in der Ukraine will Italien die bislang angefallenen Unterhalts- und Liegeplatzkosten von den Verantwortlichen zurückfordern. Anders als eingefrorene Finanzwerte russischer Herkunft zählt die Jacht nach EU-Angaben nicht zu den Vermögenswerten, die zur Finanzierung der Ukraine herangezogen werden können.
Fakten zu Yacht-Liegeplätzen
- Preisspanne in Deutschland: Tagesgebühren für ein 10–12 Meter Boot liegen bei ca. 12–25 Euro (Nordsee günstiger als Ostsee); Jahresplätze kosten 1000–4000 Euro, teurer am Bodensee oder Starnberger See durch Knappheit und Wartelisten.
- Beliebte deutsche Häfen: An Ostsee (z. B. Heiligenhafen, Kiel) und Nordsee (z. B. Hooksiel) oft moderne Marinas mit guter Infrastruktur; Sturmflut 2023 reduzierte Plätze an der Ostsee, Wiederaufbau 2025 noch im Gange.
- Europa/Mittelmeer teuer: Für Superyachten (55–60 Meter) kosten Tagesplätze in Top-Häfen 2000–4000 Euro (z. B. Puerto Banús/Marbella, Ibiza Magna, Porto Cervo/Sardinien); Monaco (Port Hercule) ca. 1200 Euro, während Events wie F1 Preise explodieren lassen.
- Beliebte Luxus-Häfen: Port Vauban (Antibes), Saint-Tropez, Capri und Mallorca (Puerto Portals) ziehen Promis an; Plätze rar, oft Monate im Voraus buchen; Katamarane zahlen 50–100 Prozent Aufschlag.